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Pilz

Spargelwelke (Fusarium oxysporum)

Fusarium oxysporum
FUSAOX

Fusarium oxysporum (EPPO-Code: FUSAOX) ist ein weltweit verbreiteter, bodenbürtiger Pilz, der als einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Garten- und Ackerbau gilt. Der Erreger umfasst zahlreiche spezialisierte Formen (formae speciales), die jeweils ein enges Wirtsspektrum aufweisen und verheerende Gefäßwelken, Fußfäulen sowie Basalfäulen an wirtschaftlich bedeutenden Kulturen verursachen. Zu den Hauptwirten zählen unter anderem Erdbeeren (Fragaria x ananassa), Tomaten (Solanum lycopersicum) und verschiedene Gurkengewächsen.

Die wirtschaftliche Relevanz ist enorm, da infizierte Kulturen oft vollständig absterben und befallene Böden über Jahrzehnte hinweg für den Anbau anfälliger Kulturen unbrauchbar werden. Der Schaderreger dringt über die Wurzeln ein und verstopft die Leitungsbahnen (Xylem), was zu den typischen Welkesymptomen führt. Aufgrund seiner extremen Persistenz im Boden stellt er eine dauerhafte Bedrohung für Freiland- und Gewächshausbetriebe in ganz Mitteleuropa dar.

Typ
Pilz
EPPO-Code
FUSAOX
Wirte
9 Kulturen
Generationen
Mehrere ungeschlechtliche Zyklen pro Saison
Verbreitung
Der Schaderreger ist weltweit in fast allen landwirtschaftlich genutzten Böden verbreitet und verursacht insbesondere in warmen Anbauregionen sowie im geschützten Anbau unter Glas und Folie massive Ertragsverluste.
Erstbeschreibung
Schlechtendahl, 1824

Biologie / Lebenszyklus

Der Pilz überdauert im Boden oder in Pflanzenrückständen primär in Form von dickwandigen Chlamydosporen, die extrem widerstandsfähig gegen Frost sowie Trockenheit sind und viele Jahre im Substrat überleben können. Sobald Wurzelausscheidungen einer anfälligen Kultur den Keimreiz auslösen, keimen die Sporen aus und dringen über natürliche Wunden oder direkt durch die Epidermiszellen in die Wurzeln ein. Im Inneren der Kultur besiedelt das Myzel die Xylemgefäße und breitet sich dort systemisch aus, während gleichzeitig Mikrokonidien gebildet und mit dem Saftstrom nach oben transportiert werden. Bei fortschreitendem Befall verstopfen die Gefäße, und nach dem Absterben des Gewebes bildet der Pilz erneut Chlamydosporen, die bei der Bodenbearbeitung im gesamten Schlag verteilt werden.

Bonitur

Eine regelmäßige visuelle Bonitur ist ab dem Auflaufen bzw. dem Auspflanzen (BBCH 10–19) bis weit in die generative Phase (BBCH 60–89) unerlässlich, da es keine direkten Schadschwellen für bodenbürtige Welkeerreger gibt. Achte besonders bei steigenden Bodentemperaturen ab ca. 20 °C auf erste nesterweise Welkeerscheinungen an warmen Tagen, die sich anfangs nachts wieder erholen. Da eine kurative Behandlung im Feld nicht möglich ist, dient das Monitoring vor allem der frühzeitigen Befallsidentifikation, dem Markieren von Infektionsherden und der Entscheidung über zukünftige Fruchtfolgemaßnahmen oder den Einsatz resistenter Unterlagen.

Symptome

Die Symptome beginnen meist mit einer schleichenden, oft einseitigen Welke einzelner Blätter oder Triebe, die sich vor allem in den warmen Mittagsstunden zeigt. Typisch ist eine fortschreitende Vergilbung (Chlorose) der älteren Blätter, gefolgt von Nekrosen und dem Absterben ganzer Pflanzenteile. Schneidet man den Stängel oder die Hauptwurzel im bodennahen Bereich längs auf, zeigt sich eine charakteristische, rotbraune bis dunkelbraune Verfärbung der Leitbündel (Xylemratsche). Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann sich an der Stängelbasis ein rosafarbener bis weißlicher Pilzrasen bilden, gefolgt von einer fortschreitenden Fuß- und Wurzelfäule.

Integriertes Management

Die Bekämpfung von Fusarium oxysporum erfordert ein konsequentes, integriertes Management, da chemische Pflanzenschutzmittel gegen den systemischen Gefäßbefall im Boden kaum wirksam sind. Präventiv stehen der Anbau resistenter Sorten, die Verwendung veredelter Jungpflanzen und eine weite Fruchtfolge im Vordergrund. Hygienemaßnahmen wie das gründliche Reinigen und Desinfizieren von Maschinen, Werkzeugen und Stellflächen verhindern die Verschleppung der Chlamydosporen. Biologische Pflanzenschutzmittel auf Basis von nützlichen Pilzen (z. B. Trichoderma-Stämme) oder Bakterien (Bacillus amyloliquefaciens) können bei präventiver Anwendung zur Pflanzzeit die Wurzeln besiedeln und den Infektionsdruck senken. Beim Einsatz von Fungiziden ist zur Vermeidung von Resistenzen strikt auf den Wechsel der FRAC-Wirkstoffklassen zu achten, wobei chemische Anwendungen meist auf die Beizung oder gezielte Substratbehandlungen im Jungpflanzenstadium beschränkt sind.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kann ich auf der Plattform gezielt zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schaderreger finden?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere nach dem EPPO-Code "FUSAOX" oder dem wissenschaftlichen Namen "Fusarium oxysporum". Du kannst die Ergebnisse zusätzlich nach deiner spezifischen Kultur und dem jeweiligen Zulassungsland filtern, um alle aktuell registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmenge und Wartezeit einzusehen.

Warum helfen klassische Fungizidspritzungen auf das Blattwerk nicht gegen die Welke?

Da sich der Schaderreger tief im Inneren der Leitungsbahnen (Xylem) der Kultur ausbreitet, erreichen oberflächlich applizierte Pflanzenschutzmittel den Pilz nicht. Selbst systemische Fungizide werden im Xylem meist nur akropetal (nach oben) transportiert und können eine Infektion an der Wurzelbasis nicht mehr stoppen, weshalb nur präventive Boden- oder Beizbehandlungen wirksam sind.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Bodens bei der Ausbreitung von Fusarium oxysporum?

Der Pilz bevorzugt saure bis neutrale Böden. Durch eine gezielte Kalkung zur Anhebung des pH-Werts in den schwach alkalischen Bereich (über 6,5 bis 7,0) kannst du die Aktivität und Keimung der Chlamydosporen im Boden hemmen und so den Infektionsdruck auf natürliche Weise senken.

Kann ich infizierte Pflanzenreste einfach auf dem Feld unterpflügen?

Nein, das solltest du unbedingt vermeiden. Durch das Unterpflügen verteilst du die extrem widerstandsfähigen Dauersporen (Chlamydosporen) im gesamten Bodenprofil und infizierst nachfolgende Kulturen. Befallene Kulturen sollten vorsichtig und vollständig aus dem Bestand entfernt und thermisch entsorgt oder tief vergraben werden.

Ab welchem BBCH-Stadium ist eine biologische Behandlung mit Trichoderma sinnvoll?

Die Anwendung von biologischen Pflanzenschutzmittel auf Basis von Trichoderma oder nützlichen Bakterien muss zwingend präventiv erfolgen, idealerweise bereits zur Aussaat (BBCH 00) oder direkt beim Auspflanzen (BBCH 12–14). Sobald die Kultur erste Welkesymptome zeigt, ist die Wurzel bereits geschädigt und biologische Gegenspieler zeigen keine Wirkung mehr.