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Kultur

Dill

Anethum graveolens
AFEGR

Dill (Anethum graveolens, EPPO-Code: AFEGR) ist eine einjährige, krautige Kultur aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die im mitteleuropäischen Raum sowohl für die Frischmarktbelieferung (Bunddill) als auch für die Konservenindustrie (Gurkendill) und zur Ölgewinnung angebaut wird. Die Kultur stellt aufgrund ihrer kurzen Entwicklungszeit und der hohen Ansprüche an die Bodenstruktur eine intensive, aber lohnende Ergänzung in Gemüsebaubetrieben dar.

Physiologisch zeichnet sich die Kultur durch eine schnelle Jugendentwicklung aus, reagiert jedoch empfindlich auf Spätfröste und anhaltende Trockenheit in der Keimphase. Je nach Verwendungszweck erfolgt die Ernte in unterschiedlichen BBCH-Stadien: Frischdill wird vor dem Schossen (BBCH 31–39) geschnitten, während Gurkendill im Stadium der Vollblüte bis zur beginnenden Fruchtbildung (BBCH 65–73) geerntet wird, um das typische Aroma der ätherischen Öle optimal zu nutzen.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
April bis August
Erntefenster
Juni bis Oktober
Reihenabstand
15–25 cm
Typischer Ertrag
15–25 t/ha (Frischmasse)
Wärmesumme (GDD)
1250
Boden-pH
5,8–7,0

Bodenmanagement

Dill bevorzugt mittelschwere, tiefgründige und humose Böden mit einer gleichmäßigen Wasserversorgung, da Staunässe zwingend zu vermeiden ist. Ein feinkrümeliges Saatbett ist für den Lichtkeimer bzw. Flachkeimer essenziell, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu garantieren. Die Stickstoffdüngung sollte verhalten und bedarfsgerecht erfolgen, da ein Überangebot an Stickstoff die Anfälligkeit für Schaderreger erhöht und das Aroma negativ beeinflusst; typischerweise werden 60 bis 80 kg N/ha veranschlagt. Eine weite Fruchtfolge von mindestens 4 Jahren zu anderen Doldenblütlern ist zur Vermeidung von bodenbürtigen Krankheiten zwingend einzuhalten.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz stellt die Unkrautregulierung in der langsamen Auflaufphase die größte Herausforderung dar, wobei mechanische Maßnahmen durch Blindstriegeln oder thermische Verfahren vor dem Auflaufen etabliert sind. Zu den bedeutendsten pilzlichen Schaderregern gehören der Falsche Mehltau (Plasmopara umbelliferarum) und die Alternaria-Blattbräune, gegen die eine vorbeugende Kulturführung und der gezielte Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel notwendig sind. Tierische Schädlinge wie die Gierschblattlaus (Cavariella aegopodii) müssen ab dem Auflaufen engmaschig überwacht werden, da sie neben Saugschäden auch Viren übertragen können. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist stets auf die strikte Einhaltung der Wartezeiten zu achten, besonders bei der Nutzung als schnellwachsender Schnittdill.

Sorten

Sari

mittelfrüh

Hoher Ertrag an aromatischer Blattmasse.

Anfällig für: Falscher Mehltau, Alternaria-Blattbräune

Sehr blattreiche, dunkelgrüne Sorte, die sich hervorragend für den Frischmarkt eignet. Zeigt eine gute Schossfestigkeit.

Tetra

spät

Sehr ertragreich bei der Ernte von Bundware.

Anfällig für: Doldenbrand

Tetraploide Sorte mit sehr hoher Schossfestigkeit, ideal für den gestaffelten Sommeranbau. Sehr buschiger Wuchs.

Elephant

spät

Überdurchschnittliche Frischmasseerträge.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Blattläuse

Robuste, sehr spät schossende Sorte mit dichten, dunkelgrünen Blattfiedern. Hervorragend für den industriellen Anbau geeignet.

Dukat

mittelfrüh

Zuverlässige, mittlere bis hohe Erträge.

Anfällig für: Falscher Mehltau

Standard-Sorte für den Freilandanbau. Zeichnet sich durch ein besonders intensives Aroma und feines Blattwerk aus.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko von Auflaufschäden durch bodenbürtige Pilze bei Dill minimieren?

Eine weite Fruchtfolge von mindestens vier Jahren zu anderen Apiaceen ist die wichtigste präventive Maßnahme. Zudem sollte die Aussaat erst in ausreichend erwärmten Boden (ab 8 °C) erfolgen, um die Keimphase so kurz wie möglich zu halten, da feucht-kalte Bedingungen den Befall durch Pythium-Arten begünstigen.

Welche mechanischen Unkrautbekämpfungsverfahren haben sich im professionellen Dillanbau bewährt?

Da Dill in der Jugendphase sehr konkurrenzschwach ist, wird häufig das Falsche Saatbett angewendet. Nach der Aussaat, aber noch vor dem Auflaufen der Kultur (BBCH 09), kann ein thermisches Abflammen oder ein sehr flaches Blindstriegeln durchgeführt werden, um erste Unkrautwellen ohne Schädigung der Kultur zu beseitigen.

Wie unterscheidet sich die Pflanzenschutzstrategie zwischen Bunddill und Gurkendill?

Bei Bunddill (Ernte vor BBCH 30) steht die optische Qualität der Blätter im Vordergrund, weshalb Blattläuse und Alternaria frühzeitig kontrolliert werden müssen; allerdings schränken die kurzen Wartezeiten die Auswahl zugelassener Pflanzenschutzmittel stark ein. Bei Gurkendill (Ernte ab BBCH 65) liegt der Fokus auf der Gesunderhaltung der Dolden, wobei hier längere Wartezeiten aufgrund der späteren Ernte einfacher einzuhalten sind.

Wie finde ich im Online-Portal aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für Dill?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Pflanzenschutzmittel-Hub und filtern Sie gezielt nach der Kultur "Dill" (oder der Obergruppe "frische Kräuter") sowie dem spezifischen Schaderreger. Achten Sie dabei besonders auf die Zulassungssituation für Freiland- oder Gewächshausanbau sowie die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL.

Welche Rolle spielt die Bewässerung für die Ertrags- und Qualitätsbildung bei Dill?

Dill reagiert extrem empfindlich auf Trockenstress, insbesondere während der Keimung und der Hauptwachstumsphase (BBCH 15 bis 39). Wassermangel führt zu vorzeitigem Schossen (Notblüte), was die Qualität von Bunddill unbrauchbar macht; eine gleichmäßige Zusatzberegnung sichert somit sowohl den Ertrag als auch die Marktqualität.