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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Ballet

BVL Zul.-Nr. 034028-62

Ballet ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Tebuconazol (250 g/l) bietet das flüssige Emulsionskonzentrat sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt empfindliche Kulturen wie Raps, Getreide, Hülsenfrüchte und Sonderkulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich von klassischen Getreidekrankheiten wie Echtem Mehltau und Rostpilzen über Raps-Schaderreger wie Leptosphaeria maculans (Wurzelhals- und Stängelfäule) bis hin zu spezifischen Rost- und Blattfleckenpilzen in Gemüse- und Beerenobstkulturen. Dank seiner systemischen Verteilung in der Kultur schützt Ballet auch den Neuzuwachs nach der Behandlung effektiv.

Neben der hervorragenden fungiziden Wirkung besitzt der Wirkstoff Tebuconazol in bestimmten Kulturen wie Raps auch wachstumsregulatorische Nebeneffekte. Dies fördert die Standfestigkeit und optimiert die Winterhärte bei einer Herbstanwendung, was Ballet zu einem vielseitigen und wirtschaftlichen Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz macht.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Ballet enthaltene Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (DMI-Fungizide) und ist in die FRAC-Gruppe 3 eingestuft. Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Sterol-Biosyntheseweg der Pilze. Da Ergosterol ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Stabilität der pilzlichen Zellmembranen ist, führt dieser Mangel zu einer nachhaltigen Störung der Membranfunktion und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur verteilt. Diese systemische Eigenschaft gewährleistet, dass auch bereits im Gewebe etablierte Pilzinfektionen in einem frühen Stadium gestoppt werden (kurativer Effekt), während gleichzeitig ein langanhaltender Schutzfilm auf der Oberfläche aufgebaut wird (protektiver Effekt).

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Triazole (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte Ballet stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Strobilurinen oder SDHI) sowie die strikte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und maximalen Behandlungsanzahlen pro Saison. Tankmischungen mit Kontaktfungiziden können bei hohem Infektionsdruck zusätzlich dazu beitragen, die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Ballet zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasserqualität und ein angemessenes Wasservolumen zu achten, um eine homogene Verteilung zu gewährleisten. Es wird empfohlen, Ballet als erste Komponente im Spritztank vollständig aufzulösen, bevor weitere Mischungspartner hinzugefügt werden. Vor großflächigen Anwendungen empfiehlt sich zudem eine Verträglichkeitsprobe (Mischbecher-Test) mit den geplanten Partnerprodukten, um physikalische Ausfällungen auszuschließen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Ballet sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen müssen die in der BVL-Zulassung festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Vorgaben zur Abdriftminderung genau beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bezüglich seiner Bienengefährlichkeit so eingestuft, dass es bei vorschriftsmäßiger Anwendung außerhalb des Bienenflugs oder als nicht bienengefährlich (B4) ausgebracht werden kann; dennoch sind die lokalen Anwendungsbestimmungen und länderspezifischen Vorgaben stets vor der Behandlung zu prüfen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Dillpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsAlternaria brassicae63–651.5 LITER_PER_HECTARE
Weiße JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)30–591 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Lupine-ArtenColletotrichum0–611 LITER_PER_HECTARE
GräserRostpilze29–611 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiPilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–551.5 LITER_PER_HECTARE
HimbeereHimbeerrost (Phragmidium rubi-idaei)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Schwarze JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SchnittpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)43–991 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohlePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
PorreeRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
GräserPilzliche Blattfleckenerreger29–611 LITER_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)1 LITER_PER_HECTARE21T
Johannisbeerartiges BeerenobstColletotrichum59–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SareptasenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)63–651.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)1 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–591.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneBotrytis fabae1 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEchte Mehltaupilze39–591 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae13–991 LITER_PER_HECTARE21T
WinterrapsStandfestigkeit1 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsAlternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohleAlternaria Arten (Alternaria sp.)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
BrombeereBrombeerrost (Phragmidium bulbosum)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SareptasenfKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
BlattkohlePilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsWinterfestigkeit14–181 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Ballet im Raps zur Absicherung gegen Wurzelhals- und Stängelfäule?

Im Herbst liegt das optimale Behandlungsfenster im BBCH-Stadium 14 bis 18 (4 bis 8 Laubblätter). Eine Applikation in dieser Phase schützt nicht nur vor Leptosphaeria maculans, sondern nutzt auch den einkürzenden Effekt des Wirkstoffs, um das Überwachsen des Rapses vor dem Winter zu verhindern und die Winterhärte der Kultur zu verbessern.

Kann Ballet auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen effektiv eingesetzt werden?

Ja, der Wirkstoff Tebuconazol zeigt bereits ab einer konstanten Tagestemperatur von etwa 10 bis 12 °C eine gute systemische Aktivität. Bei extremen Nachtfrösten oder langanhaltenden Kälteperioden sollte die Behandlung jedoch verschoben werden, da die Kultur den Wirkstoff in stoffwechselinaktiven Phasen nicht optimal aufnehmen und im Gewebe verteilen kann.

Wie beeinflusst die systemische Wirkung von Ballet die Regenfestigkeit nach der Applikation?

Aufgrund der schnellen Wirkstoffaufnahme in das Pflanzengewebe ist Ballet bereits etwa ein bis zwei Stunden nach der Anwendung regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die fungizide Schutzwirkung nicht mehr, da der Wirkstoff bereits im Inneren der Kultur vor Abwaschung geschützt ist.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung von Ballet in Getreidekulturen?

In Getreide wie Weizen oder Gerste wird Ballet meist flexibel zwischen den BBCH-Stadien 30 (Schossen) und 69 (Ende der Blüte) eingesetzt. Die genaue Terminierung richtet sich nach dem Auftreten erster Symptome von Rostpilzen oder Echtem Mehltau sowie den regionalen Warndienstaufrufen, um den Schutz der ertragsbildenden oberen Blätter und der Ähre zu sichern.

Wie finde ich im Agronomie-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger wie Alternaria brassicae?

Nutzen Sie hierzu die integrierte Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre Kultur und den spezifischen Schaderreger aus der Datenbank aus, um eine vollständige, tagesaktuelle Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen und Wirkstoffklassen anzuzeigen.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit bei Ballet in Sonderkulturen wie Beerenobst besonders kritisch?

Die Wartezeit von 14 bis 21 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den Ernteprodukten weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Da Beerenobst direkt verzehrt wird, muss die Applikation präzise auf den geplanten Erntetermin abgestimmt werden, um Rückstandsüberschreitungen strikt zu vermeiden.