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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Limane

BVL Zul.-Nr. 034028-66

Limane ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, basiert das Präparat auf dem bewährten Wirkstoff Tebuconazol. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe und eine hervorragende Verteilung in der Kultur aus, was sowohl eine kurative als auch eine protektive Schutzwirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger gewährleistet.

Das Anwendungsspektrum von Limane erstreckt sich über wichtige Ackerbaukulturen wie Getreide (Weizen, Gerste, Roggen) und Raps bis hin zu Sonderkulturen wie Beerenobst, Kräutern und Leguminosen. Neben der hervorragenden fungiziden Wirkung gegen Rostpilze, Echten Mehltau, Fusarium-Arten und Alternaria besitzt das Mittel im Rapsanbau zusätzlich wertvolle wachstumsregulierende Eigenschaften, welche die Winterfestigkeit und Standfestigkeit der Kulturen gezielt verbessern.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Limane enthaltene Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazole und ist innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktionsfähigkeit der pilzlichen Zellmembranen. Ohne diesen Baustein kommt es zu strukturellen und funktionellen Defekten der Membran, was letztlich das Wachstum des Pilzmyzels stoppt und den Schaderreger absterben lässt. Dank seiner systemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff nach der Behandlung rasch in die grünen Pflanzenteile ein und wird akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben hin zu den Wachstumszonen – transportiert. Dies ermöglicht nicht nur den Schutz bereits infizierter Gewebe (kurativer Effekt), sondern schützt auch den Neuzuwachs der Kultur vor einer Neuinfektion über einen längeren Zeitraum hinweg.

Resistenzmanagement

Da Tebuconazol als Triazol (FRAC-Gruppe 3) einem mittleren bis hohen Resistenzrisiko ausgesetzt ist, erfordert der Einsatz von Limane ein konsequentes Antiresistenzmanagement. Um die Selektion resistenter Pilzstämme zu verhindern, sollte die Anzahl der Anwendungen pro Saison in derselben Kultur strikt begrenzt und Limane stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Strobilurinen oder Carboxamiden) mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen eingesetzt werden. Zudem empfiehlt sich bei hohem Infektionsdruck die Kombination mit Kontaktfungiziden, um den Selektionsdruck auf die Einzelsubstanz zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Limane weist eine breite physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Blattdüngern auf. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die jeweiligen Gebrauchsanleitungen der Mischpartner strikt eingehalten werden. Die Zugabe von Netzmitteln oder Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extremen Witterungsbedingungen die Benetzung verbessern. Es wird empfohlen, stets ausreichend Wasser (mindestens 200 bis 400 l/ha je nach Kultur) zu verwenden, um eine lückenlose Benetzung des Bestandes zu garantieren, und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Limane ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, obligatorisch. Da der Wirkstoff Tebuconazol als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen beachtet werden, um aquatische Organismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen und aktiv fliegenden Bienen vermieden werden, um jegliches Risiko auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SchnittpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)43–991 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–551.5 LITER_PER_HECTARE
GräserPilzliche Blattfleckenerreger29–611 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Lupine-ArtenColletotrichum0–611 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstColletotrichum59–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
GräserRostpilze29–611 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
HimbeereHimbeerrost (Phragmidium rubi-idaei)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWinterfestigkeit14–181 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae13–991 LITER_PER_HECTARE21T
BlattkohlePilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneBotrytis fabae1 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiPilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)1 LITER_PER_HECTARE21T
Weiße JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)1 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohleAlternaria Arten (Alternaria sp.)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
SareptasenfWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
PorreeRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsStandfestigkeit1 LITER_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)30–591 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
Dillpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsAlternaria brassicae63–651.5 LITER_PER_HECTARE
Schwarze JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneEchte Mehltaupilze39–591 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
BrombeereBrombeerrost (Phragmidium bulbosum)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerrapsAlternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)63–651.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–591.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Limane im Raps zur Förderung der Winterfestigkeit?

Für die wachstumsregulierende Wirkung und zur Vorbeugung von Phoma im Herbst sollte die Anwendung im BBCH-Stadium 14 bis 18 (4 bis 8 Laubblätter) erfolgen. Dies verhindert das vorzeitige Überstrecken des Vegetationskegels, fördert das Wurzelwachstum und stärkt die Kultur gegen Frostschäden.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Limane bei der Applikation?

Limane entfaltet seine systemische Wirkung optimal bei aktiven Wachstumsbedingungen der Kultur, idealerweise bei Temperaturen ab 10 °C bis 12 °C. Bei extremen Temperaturen über 25 °C oder starker Sonneneinstrahlung sollte die Behandlung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, um Verdunstungsverluste und Phytotoxizität zu vermeiden.

Kann Limane auch kurativ eingesetzt werden, wenn bereits erste Symptome sichtbar sind?

Ja, aufgrund der systemischen Eigenschaften von Tebuconazol besitzt Limane eine gute kurative Wirkung und kann beginnende Infektionen stoppen. Für einen optimalen Ertragsschutz sollte die Behandlung jedoch stets präventiv oder unmittelbar bei den ersten Anzeichen eines Befalls (z. B. nach Warndienstaufruf) durchgeführt werden.

Wie verhält sich Limane bezüglich der Regenfestigkeit nach der Anwendung?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme in das Pflanzengewebe ist Limane bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Applikation regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die fungizide Schutzwirkung nicht mehr.

Wie lässt sich Limane am besten in eine Fruchtfolge-Strategie zur Vermeidung von Resistenzen integrieren?

Da Limane zur FRAC-Gruppe 3 gehört, sollte es in einer Fruchtfolge nicht blockweise hintereinander eingesetzt werden. Wechseln Sie bei nachfolgenden Behandlungen in derselben Kultur oder in der Folgekultur auf Wirkstoffe mit anderen Wirkmechanismen, wie beispielsweise SDHI (Gruppe 7) oder Multisite-Inhibitoren, um den Selektionsdruck auf Triazole gering zu halten.