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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Horizon

BVL Zul.-Nr. 034028-60

Horizon ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Bayer CropScience Deutschland GmbH, das auf dem bewährten Wirkstoff Tebuconazol basiert. Es ist als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert und zeichnet sich durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme sowie eine hervorragende Verteilung in der Kultur aus. Das Pflanzenschutzmittel ist in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen wie Getreide, Raps und Sonderkulturen zugelassen.

Das breite Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Rostpilze (z. B. Braunrost, Zwergrost), Echten Mehltau, Fusarium-Arten sowie Alternaria und Sclerotinia. Neben der fungiziden Wirkung besitzt Horizon im Rapsanbau auch ausgeprägte wachstumsregulierende Eigenschaften, die die Standfestigkeit und Winterhärte der Kulturen verbessern.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (DMI-Fungizide) und ist in die FRAC-Gruppe 3 (Demethylierungs-Inhibitoren) eingestuft. Er blockiert die Biosynthese von Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der Zellmembranen von Pilzen. Ohne Ergosterol kommt es zu strukturellen und funktionellen Schäden der Zellmembran, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Tebuconazol wirkt systemisch mit protektiven, kurativen und teils eradikativen Eigenschaften. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und wird akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet auch den Schutz von neu zuwachsenden Pflanzenteilen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Triazole (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte Horizon stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie Strobilurinen oder Carboxamiden) in der Spritzfolge. Zudem sollte die empfohlene Aufwandmenge nicht unterschritten werden, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Horizon weist eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Herbiziden und Blattdüngern auf. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung der Kultur zu garantieren. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen optimieren. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird ein physischer Mischbarkeitstest im kleinen Maßstab empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (z. B. länderspezifische Driftminderungsauflagen) strikt einzuhalten. Horizon ist bezüglich der Bienengefährdung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Anwendung nicht in den aktiven Bienenflug hinein erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
Weiße JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohleAlternaria Arten (Alternaria sp.)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
Lupine-ArtenColletotrichum0–611 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)63–651.5 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstColletotrichum59–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiPilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–551.5 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)1 LITER_PER_HECTARE21T
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
Schwarze JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
GräserPilzliche Blattfleckenerreger29–611 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)30–591 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsAlternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
PorreeRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneEchte Mehltaupilze39–591 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit1 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SchnittpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)43–991 LITER_PER_HECTARE14T
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
BrombeereBrombeerrost (Phragmidium bulbosum)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWinterfestigkeit14–181 LITER_PER_HECTARE
Dillpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Senf-ArtenBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsAlternaria brassicae63–651.5 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneBotrytis fabae1 LITER_PER_HECTARE
GräserRostpilze29–611 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae13–991 LITER_PER_HECTARE21T
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)1 LITER_PER_HECTARE
HimbeereHimbeerrost (Phragmidium rubi-idaei)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–591.5 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
BlattkohlePilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Horizon im Raps zur Wachstumsregulierung?

Im Herbst erfolgt die Anwendung idealerweise im BBCH-Stadium 14 bis 16 (4- bis 6-Blatt-Stadium), um das Überwachsen des Rapses zu verhindern und die Winterhärte zu verbessern. Im Frühjahr unterstützt eine Behandlung zu Beginn des Schossens (BBCH 30 bis 32) die Standfestigkeit und beugt gleichzeitig Leptosphaeria maculans vor.

Kann Horizon auch bei niedrigen Temperaturen appliziert werden?

Ja, Tebuconazol ist bereits ab Temperaturen von ca. 5 bis 8 °C voll wirksam. Wichtig ist jedoch, dass die Kultur aktiv assimiliert, damit der systemische Wirkstoff optimal aufgenommen und in der Pflanze verteilt werden kann. Frostperioden direkt nach der Spritzung sollten vermieden werden.

Wie wirkt sich Horizon auf die Backqualität von Weizen bei einer späten Anwendung aus?

Eine späte Anwendung (Ährenbehandlung bis BBCH 69) schützt das Getreide effektiv vor Ährenfusariosen. Dies reduziert nicht nur den Mykotoxingehalt (z. B. DON) im Erntegut drastisch, sondern sichert auch die Kornqualität und die Backfähigkeit des Weizens.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Zubereitung der Spritzbrühe mit Horizon?

Horizon ist als stabiles Emulsionskonzentrat formuliert und zeigt sich gegenüber unterschiedlichen Wasserhärten weitgehend unempfindlich. Bei extrem hartem Wasser kann jedoch die Zugabe eines pH-Puffers oder Wasserkonditionierers die physikalische Stabilität der Tankmischung zusätzlich absichern.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie die integrierte Such- und Filterfunktion auf unserer Plattform. Sie können gezielt nach der gewünschten Kultur und dem spezifischen Schaderreger filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive deren Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.

Gilt für Horizon eine Wartezeit vor der Ernte?

Ja, je nach Kultur und spezifischer Anwendung ist eine gesetzliche Wartezeit (PHI) einzuhalten. Diese liegt in der Regel zwischen 14 und 21 Tagen. Die genauen, für Ihre Kultur registrierten Wartezeiten entnehmen Sie bitte den tabellarischen Zulassungsdetails auf dieser Produktseite.