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Kultur

Douglasie

Pseudotsuga menziesii
PSTME

Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii, EPPO-Code: PSTME), auch als Küstendouglasie bekannt, ist eine aus Nordamerika stammende, immergrüne Nadelholzart, die in der mitteleuropäischen Forstwirtschaft eine herausragende Rolle einnimmt. Als schnellwüchsige und anpassungsfähige Kultur gilt sie im Zuge des Klimawandels als wichtige Alternative zur Fichte, da sie eine höhere Toleranz gegenüber sommerlicher Trockenheit aufweist. Sie liefert hochwertiges, stabiles Konstruktionsholz und zeichnet sich durch ein tiefreichendes Herzwurzelsystem aus, das zur Bodenstabilisierung beiträgt.

Für einen erfolgreichen Anbau dieser Kultur sind die Herkunft des Saatguts und die Standortwahl von entscheidender Bedeutung. Die Douglasie bevorzugt gut durchlüftete, tiefgründige und mäßig frische Böden, während staunasse oder extrem nährstoffarme Standorte gemieden werden sollten. In der Jugendphase ist die Kultur jedoch empfindlich gegenüber Spätfrösten und benötigt intensiven Schutz vor Konkurrenzvegetation sowie forstlichen Schaderregern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis April (Frühjahrspflanzung) oder September bis Oktober (Herbstpflanzung)
Erntefenster
Oktober bis März (nach 60–100 Jahren Umtriebszeit)
Reihenabstand
2,0–3,0 m (Reihenabstand) x 1,5–2,0 m (Pflanzabstand)
Typischer Ertrag
12–20 m³/ha/Jahr (durchschnittlicher Gesamtzuwachs)
Wärmesumme (GDD)
1800
Boden-pH
5,0–6,5

Bodenmanagement

Die Douglasie stellt spezifische Anforderungen an die physikalische Bodenbeschaffenheit und reagiert äußerst empfindlich auf Bodenverdichtungen. Optimal sind tiefgründige, lockere und gut drainierte Böden mit einem pH-Wert im sauren bis schwach sauren Bereich. Eine Kalkung ist auf typischen Standorten meist nicht erforderlich und kann bei zu hohen pH-Werten sogar zu Chlorosen führen. Vor der Pflanzung sollte eine schonende Bodenvorbereitung erfolgen, die das natürliche Bodengefüge schont und Staunässe vermeidet, da die Wurzeln der Kultur Sauerstoffmangel schlecht tolerieren. Eine gezielte Förderung der Mykorrhizierung im Pflanzbett unterstützt die Nährstoffaufnahme und erhöht die Trockenheitsresistenz der jungen Kultur erheblich.

Schaderreger-Management

Im integrierten Pflanzenschutz der Kultur steht die Vorbeugung und Überwachung von Schaderregern im Vordergrund. Zu den bedeutendsten pilzlichen Schaderregern gehören die Rußige Nadelgusskrankheit (Phaeocryptopus gaeumannii) und die Schweizerische Nadelgusskrankheit (Rhabdocline pseudotsugae), welche durch weite Pflanzabstände und gute Durchlüftung der Bestände minimiert werden können. Gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer (Hylobius abietis), der insbesondere in Verjüngungsflächen junge Rinde frisst, können forstlich zugelassene Pflanzenschutzmittel als Tauch- oder Spritzbehandlung eingesetzt werden. Ein konsequentes Monitoring auf Befall durch die Douglasienwolllaus (Gilletteella cooleyi) sowie die mechanische Freihaltung von konkurrierender Begleitvegetation in den ersten Standjahren sichern das Überleben der Kultur.

Sorten

Küstendouglasie (var. menziesii)

60–80 Jahre

Sehr hoher Zuwachs (bis zu 22 m³/ha/Jahr)

Resistent gegen: Rhabdocline-Nadelguss

Anfällig für: Spätfrost, Rußige Nadelgusskrankheit

Die wuchskräftigste Varietät, hervorragend geeignet für den wirtschaftlichen Anbau in Mitteleuropa.

Inland-Douglasie (var. glauca)

80–100 Jahre

Mäßiger Zuwachs (10–12 m³/ha/Jahr)

Resistent gegen: Winterfrost

Anfällig für: Rhabdocline-Nadelguss, Rußige Nadelgusskrankheit

Langsameres Wachstum, aber extrem frosthart und an kontinentales Klima angepasst.

Herkunft Darrington

70–90 Jahre

Hoher bis sehr hoher Holzertrag

Anfällig für: Spätfrost

Erprobte Sonderherkunft aus dem US-Bundesstaat Washington, sehr gut an nordwestdeutsche Lagen angepasst.

Herkunft Ashford

70–90 Jahre

Sehr hoher Zuwachs und gerade Stammform

Anfällig für: Spätfrost

Hervorragende Form- und Wuchseigenschaften, im deutschen Forstlichen Vermehrungsgutgesetz (FoVG) empfohlen.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie wird der optimale Pflanzzeitpunkt für Douglasien-Topfpflanzen im Vergleich zu wurzelnackter Ware bestimmt?

Wurzelnackte Douglasien sollten bevorzugt im zeitigen Frühjahr (März bis April) vor dem Knospenaufbruch (BBCH 00) gepflanzt werden, um Frosttrocknis im Winter zu vermeiden. Containerpflanzen (Topfpflanzen) bieten ein flexibleres Zeitfenster und können auch im Frühherbst (September bis Oktober) gepflanzt werden, da ihr intakter Wurzelballen den Anwachsschock minimiert und eine schnelle Wasseraufnahme im noch warmen Waldboden ermöglicht.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Regulierung von Begleitvegetation in jungen Kulturen?

Die mechanische oder chemische Regulierung von Begleitvegetation (wie Brombeere oder Adlerfarn) ist besonders kritisch während des Maitriebs (BBCH 11 bis 39). In dieser Phase sind die jungen Triebe der Douglasie extrem weich und empfindlich gegenüber mechanischen Beschädigungen. Kulturpflegemaßnahmen sollten daher entweder vor dem Austrieb oder nach dem Abschluss des Triebwachstums und der Knospenverholzung (BBCH 91) durchgeführt werden.

Wie lässt sich die Rußige Nadelgusskrankheit im Forstbetrieb frühzeitig diagnostizieren?

Ein Befall durch Phaeocryptopus gaeumannii zeigt sich meist im Spätwinter an den zweijährigen Nadeln. Auf der Nadelunterseite sind entlang der Spaltöffnungsbänder winzige, schwarze Fruchtkörper (Pseudothezien) unter der Lupe erkennbar. Ein starker Nadelverlust im unteren Kronenbereich ist ein deutliches Warnsignal, das eine Durchforstung zur Verbesserung der Luftzirkulation erforderlich macht.

Welche gesetzlichen Vorgaben müssen beim Bezug von Douglasien-Saatgut in Deutschland beachtet werden?

Die Douglasie unterliegt in Deutschland dem Forstlichen Vermehrungsgutgesetz (FoVG). Es darf nur zertifiziertes Saat- und Pflanzgut aus zugelassenen Erntebeständen oder Samenplantagen verwendet werden. Beim Kauf ist zwingend auf das Stammzertifikat und den Herkunftsnachweis zu achten, um die genetische Eignung für das jeweilige Wuchsgebiet (z. B. Herkunftsgebiet 853 für das nordwestdeutsche Tiefland) sicherzustellen.

Wie schützt man frisch etablierte Douglasienkulturen effektiv vor Rüsselkäferfraß?

Der Große Braune Rüsselkäfer (Hylobius abietis) wird durch den Geruch von frischem Nadelholzharz auf Kahlschlägen angelockt. Neben einer Pflanzpause von 2–3 Jahren nach dem Holzeinschlag schützt eine vorbeugende Tauchbehandlung der Forstpflanzen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (Insektiziden) vor dem Auspflanzen. Alternativ können mechanische Schutzhüllen oder Wachsüberzüge eingesetzt werden.

Wie finde ich aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für die Douglasie im Online-Portal?

Da die Zulassungssituation im Forstbereich strengen Änderungen unterliegt, sollten Sie im Portal gezielt nach der Kultur 'Douglasie' oder 'Forstgehölze' filtern. Achten Sie bei der Suche auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen (z. B. für den Einsatz in Wasserschutzgebieten) und prüfen Sie, ob das Pflanzenschutzmittel für die Indikation 'Nadelgusspilze' oder 'Rüsselkäfer' im Forst registriert ist.