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Permaclean Unkrautfrei

BVL Zul.-Nr. 025937-62

Permaclean Unkrautfrei ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Systemherbizid zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Gewächsen. Durch den hohen Wirkstoffgehalt an Glyphosat (748,4 g/kg) in Form eines wasserlöslichen Granulats bietet das Produkt eine hervorragende Handhabung, exakte Dosierbarkeit und eine hohe Lagerstabilität. Es eignet sich ideal für den professionellen Einsatz in verschiedenen landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen sowie im Weinbau.

Das Wirkspektrum umfasst neben klassischen einjährigen Unkräutern und Ungräsern auch extrem hartnäckige, tiefwurzelnde Problemunkräuter wie die Acker-Winde sowie Adlerfarn und diverse Holzgewächse. Da das Pflanzenschutzmittel über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und in der gesamten Pflanze verteilt wird, sorgt es für eine nachhaltige Bereinigung der Flächen inklusive der unterirdischen Überdauerungsorgane.

Als bewährtes Werkzeug im modernen Pflanzenbau wird Permaclean Unkrautfrei vor allem zur Vorsaatbehandlung, zur Stoppelbehandlung nach der Ernte oder zur gezielten Unterblattspritzung in Raumkulturen eingesetzt. Es ermöglicht eine saubere Feldhygiene und schafft optimale Startbedingungen für die Folgekulturen, ohne Rückstände im Boden zu hinterlassen, die nachfolgende Einsaaten beeinträchtigen könnten.

Wirkstoffe

Glyphosat
748.4 g/kg

Wirkungsweise

Der in Permaclean Unkrautfrei enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Er blockiert spezifisch das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselbaustein im Shikimatweg, den Pflanzen zur Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan benötigen. Da dieser Stoffwechselweg in Tieren und Menschen nicht vorkommt, weist der Wirkstoff eine hohe Spezifität für Pflanzen auf. Die Aufnahme erfolgt ausschließlich über die grünen, oberirdischen Pflanzenteile. Nach dem Eindringen in das Blattgewebe wird der Wirkstoff systemisch mit dem Saftstrom (Phloem) sowohl nach oben in die Sprossspitzen als auch nach unten in die Wurzeln, Rhizome und Ausläufer transportiert. Dies führt zu einem vollständigen Absterben der behandelten Pflanzen. Über den Boden zeigt das Pflanzenschutzmittel keine Wirkung, da es dort sofort fest an Tonminerale gebunden und biologisch abgebaut wird.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von resistenten Unkrautbiotypen entgegenzuwirken, muss Permaclean Unkrautfrei in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel von chemischen Maßnahmen mit mechanischer Bodenbearbeitung sowie den Fruchtfolgewechsel. Zudem sollten in der Fruchtfolge Herbizide mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (andere HRAC-Klassen) alternierend eingesetzt werden. Ein einseitiger, mehrjährig wiederholter Einsatz von Glyphosat auf derselben Fläche ist unbedingt zu vermeiden, um die Selektion resistenter Biotypen (z. B. bei Weidelgras-Arten) zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Permaclean Unkrautfrei kann grundsätzlich mit bestimmten Bodenherbiziden oder Additiven kombiniert werden, um das Wirkungsspektrum abzurunden oder die Aufnahme zu verbessern. Vor dem Ansetzen von Tankmischungen ist jedoch stets eine physikalische Mischbarkeitsprüfung (Kübeltest) durchzuführen. Die Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) wird besonders bei hartem Spritzwasser empfohlen, um die Bindung des Wirkstoffs an Calcium- und Magnesiumionen zu verhindern und die Penetration durch die Wachsschicht der Blätter zu optimieren. Mischungen mit stark kontaktwirksamen Herbiziden sollten vermieden werden, da eine zu schnelle Zerstörung des Blattgewebes den systemischen Transport des Glyphosats in die Wurzeln behindern kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Handhabung und Ausbringung von Permaclean Unkrautfrei ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe) zwingend erforderlich. Zum Schutz von Oberflächengewässern und aquatischen Organismen sind die in den Zulassungsbestimmungen definierten Abstandsauflagen und gegebenenfalls der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um den Schutz von Bestäuberinsekten im Kulturumfeld zu gewährleisten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.1 KILOGRAM_PER_HECTARE
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.27 GRAM_PER_SQUARE_METER
DouglasieHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.21 GRAM_PER_SQUARE_METER
DouglasieHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.16 GRAM_PER_SQUARE_METER
NadelholzAdlerfarn2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZiergehölzeHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.16 GRAM_PER_SQUARE_METER
WeinrebeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter, Acker-Winde2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE30T
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE42T
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.27 GRAM_PER_SQUARE_METER42T
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5.3 KILOGRAM_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.1 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
LaubholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.12 KILOGRAM_PER_HECTARE
SteinobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.27 GRAM_PER_SQUARE_METER42T
LärcheHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.16 GRAM_PER_SQUARE_METER
BaumschulgehölzpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
SteinobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE42T
LaubholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZiergehölzeHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.16 GRAM_PER_SQUARE_METER
LaubholzAdlerfarn2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
LärcheHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
LaubholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Permaclean Unkrautfrei gegen ausdauernde Unkräuter wie die Acker-Winde?

Die beste Wirkung gegen tiefwurzelnde, ausdauernde Schaderreger wird erzielt, wenn die Pflanzen ausreichend aufnahmefähige Blattmasse gebildet haben und sich im aktiven Wachstum befinden – idealerweise kurz vor oder während der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt ist der Assimilatstrom in die Wurzeln und Rhizome am stärksten, was den Transport des Wirkstoffs bis in die Wurzelspitzen maximiert.

Wie beeinflusst die Witterung unmittelbar nach der Spritzung den Bekämpfungserfolg?

Nach der Behandlung sollte es mindestens 4 bis 6 Stunden trocken bleiben. Regen kurz nach der Spritzung kann den Wirkstoff von den Blättern abwaschen und die Herbizidwirkung drastisch reduzieren. Warme, wüchsige Bedingungen und eine hohe Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Aufnahme und die systemische Verteilung im Pflanzengewebe.

Kann nach der Anwendung von Permaclean Unkrautfrei direkt eine neue Kultur eingesät werden?

Da der Wirkstoff Glyphosat im Boden extrem schnell inaktiviert und durch Mikroorganismen abgebaut wird, besteht keine Keimhemmung für nachfolgende Kulturen. Eine mechanische Bodenbearbeitung oder Neueinsaat sollte jedoch erst erfolgen, wenn der Wirkstoff vollständig in die Wurzeln der Unkräuter transportiert wurde – bei einjährigen Arten wartet man idealerweise 3 bis 5 Tage, bei ausdauernden Problemunkräutern mindestens 7 bis 10 Tage.

Warum spielt die Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe eine so wichtige Rolle?

Glyphosat ist ein stark geladenes Molekül, das im Spritzfass leicht an Calcium- und Magnesiumionen (in hartem Wasser) oder an organische Schwebstoffe (in trübem Wasser) bindet. Diese Bindung blockiert den Wirkstoff und mindert die Wirkung erheblich. Verwenden Sie daher stets sauberes Wasser und setzen Sie bei hartem Wasser vorab ein geeignetes Additiv wie Ammoniumsulfat zur Wasserenthärtung zu.

Welche gesetzlichen Einschränkungen müssen bei der Anwendung auf Nichtkulturland beachtet werden?

Die Anwendung von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland (wie Wegen, Plätzen, Gleisanlagen oder Hofflächen) ist in Deutschland streng reglementiert. Sie ist grundsätzlich verboten und bedarf einer kostenpflichtigen Ausnahmegenehmigung durch die zuständige Landesbehörde gemäß § 22 Abs. 2 PflSchG, die nur bei Vorliegen besonderer Voraussetzungen erteilt wird.

Wie lange dauert es, bis nach der Behandlung erste sichtbare Symptome an den Unkräutern auftreten?

Da der Wirkstoff die Aminosäuresynthese blockiert, sterben die Pflanzen langsam ab. Erste Symptome wie Gelbfärbungen (Chlorosen) und Welkeerscheinungen zeigen sich bei einjährigen Unkräutern meist nach 5 bis 10 Tagen. Bei holzigen Gewächsen oder tiefwurzelnden Stauden kann es bis zu 3 Wochen dauern, bis das vollständige Absterben der ober- und unterirdischen Pflanzenteile sichtbar wird.