Dominator 480 TF
Dominator 480 TF ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines extrem breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Pflanzen. Als flüssiges, wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus. Es ist ein bewährter Standard im modernen Ackerbau, der Forstwirtschaft, im Obst- und Weinbau sowie auf Stilllegungsflächen.
Die Formulierung basiert auf dem bewährten Wirkstoff Glyphosat in hoher Konzentration, was eine effiziente Ausbringung und reduzierte Transport- und Lagerkapazitäten ermöglicht. Das Mittel wird primär über die grünen Teile der Kultur oder des Unkrauts aufgenommen und transportiert den Wirkstoff bis in die Wurzelspitzen und Rhizome. Dadurch eignet es sich hervorragend zur Bekämpfung hartnäckiger, tiefwurzelnder Problemunkräuter wie der Acker-Kratzdistel oder verschiedenen Ampfer-Arten sowie zur gezielten Sikkation und Beseitigung von Ausfallkulturen vor der Neuansaat.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G) und fungiert als spezifischer Inhibitor des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist eine Schlüsselkomponente im Shikimatweg, einem biochemischen Stoffwechselweg, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt. Durch die Blockade dieses Enzyms wird die Synthese der essenziellen aromatischen Aminosäuren (Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) unterbrochen, was letztlich zum vollständigen Wachstumsstopp und dem Absterben der behandelten Schaderreger führt. Da der Wirkstoff streng systemisch im Phloem transportiert wird, verteilt er sich von den Blättern ausgehend in alle metabolisch aktiven Gewebe, einschließlich der unterirdischen Überdauerungsorgane wie Wurzeln, Ausläufer und Rhizome. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen und Welkeerscheinungen treten je nach Witterung nach einigen Tagen auf, während das vollständige Absterben der Unkräuter meist nach zwei bis drei Wochen abgeschlossen ist.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von resistenten Unkrautbiotypen nachhaltig vorzubeugen, sollte Dominator 480 TF stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge sowie mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Da Glyphosat der einzige weit verbreitete Vertreter der HRAC-Gruppe 9 ist, ist die Vermeidung von Monokulturen bei der chemischen Unkrautbekämpfung und das Belassen von ausreichendem zeitlichen Abstand zwischen den Anwendungen von entscheidender Bedeutung, um die Selektion resistenter Individuen (wie beispielsweise bei Weidelgras-Arten) zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Dominator 480 TF ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei der Verwendung von hartem Spritzwasser empfiehlt sich der Zusatz von Ammoniumsulfat, um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- oder Magnesiumionen im Wasser zu verhindern. Mischungen mit stark kontaktwirksamen Herbiziden sollten vermieden werden, da eine zu schnelle Zerstörung des Blattgewebes die systemische Translokation des Glyphosats in die Wurzeln beeinträchtigen kann. Vor der großflächigen Anwendung wird stets ein physikalischer Mischbarkeitstest (Kübeltest) empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Dominator 480 TF ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, obligatorisch. Zum Schutz von Oberflächengewässern und Nichtzielorganismen sind die im Zulassungsbescheid des BVL festgelegten Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von nützlichen Insekten und der lokalen Biodiversität nicht in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 85–99 | 3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Zuckerrübe | Schosserrüben, Acker-Kratzdistel | 85–99 | 250 LITER_PER_1000_LITER_WATER | 60T |
| Laubholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gleisanlagen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 7.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Fichte | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Douglasie | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rasen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Ausfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Schosserrüben, Acker-Kratzdistel | 85–99 | 250 LITER_PER_1000_LITER_WATER | 60T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Stilllegungsflächen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nobilistanne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Fichte | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Douglasie | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nobilistanne | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Rasen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Acker-Kratzdistel, Ampfer-Arten | — | 250 LITER_PER_1000_LITER_WATER | 14T |
| Nordmann-Tanne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nordmann-Tanne | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Dominator 480 TF nach der Anwendung?
Für eine optimale Wirkung sollte das Pflanzenschutzmittel auf trockene Kulturen und Unkräuter appliziert werden. Ein Regenereignis kurz nach der Spritzung kann den Wirkstoff abwaschen; eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Behandlung ist ideal. Warme und wüchsige Wetterbedingungen beschleunigen die Aufnahme und den systemischen Transport in der Pflanze, während extreme Trockenheit oder Kälte den Stoffwechsel der Unkräuter verlangsamen und den Wirkungseintritt verzögern können.
Warum ist die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe so wichtig?
Glyphosat ist ein Chelatbildner und kann sich im Spritztank mit im Wasser gelösten Kationen wie Calcium, Magnesium oder Eisen verbinden. Diese Komplexe können von den Schaderregern nicht mehr effektiv aufgenommen werden, was die Herbizidwirkung spürbar reduziert. Bei hartem Wasser empfiehlt es sich daher, vor der Zugabe des Herbizids einen geeigneten Wasserkonditionierer oder Ammoniumsulfat in den Tank zu geben.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Bekämpfung von ausdauernden Unkräutern wie der Acker-Kratzdistel?
Ausdauernde Unkräuter mit tiefen Wurzelsystemen werden am effektivsten bekämpft, wenn ein starker Assimilatstrom in Richtung der Wurzeln stattfindet. Dies ist meist im Spätsommer oder Herbst der Fall, wenn die Pflanzen Reservestoffe einlagern, oder kurz vor der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt transportiert die Pflanze das systemische Herbizid besonders effizient bis in die Wurzelspitzen, was einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.
Kann Dominator 480 TF auch zur gezielten Einzelpflanzenbehandlung genutzt werden?
Ja, in bestimmten Kulturen und Bereichen, wie beispielsweise im Forst oder bei der Bekämpfung von Schosserrüben, ist eine gezielte Einzelpflanzenbehandlung (z. B. durch Streichverfahren mit einem Dochtgerät oder gezielte Tupfbehandlung) möglich und oft auch regulatorisch vorgeschrieben. Dies schont die umgebende Kultur und minimiert den Gesamtwirkstoffeintrag auf der Fläche.
Wie lange muss nach der Anwendung gewartet werden, bevor eine Bodenbearbeitung stattfinden kann?
Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs in die Wurzeln und Rhizome der Schaderreger zu gewährleisten, sollte mit einer mechanischen Bodenbearbeitung gewartet werden, bis die Unkräuter deutliche Wirkungssymptome wie Vergilbung oder Welke zeigen. Bei einjährigen Unkräutern reichen meist 3 bis 5 Tage, während bei hartnäckigen, ausdauernden Unkräutern wie Quecke oder Disteln mindestens 7 bis 10 Tage gewartet werden sollte.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei einer Spätanwendung oder Sikkation?
Bei Anwendungen zur Sikkation oder Spätbehandlung (z. B. in Getreide) darf die Applikation erst ab einem späten BBCH-Stadium erfolgen (meist ab der Teigreife, BBCH 83–85), um Ertragsverluste und unzulässige Rückstände im Erntegut zu vermeiden. Zudem sind die strengen gesetzlichen Vorgaben des BVL zur Sikkation in Deutschland zu beachten, die eine Anwendung nur auf Teilflächen und bei drohender Erntebehinderung erlauben.