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OTHER · Monsanto Agrar Deutschland GmbH

Durano

BVL Zul.-Nr. 072389-00

Durano ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid mit dem bewährten Wirkstoff Glyphosat. Als flüssiges Formulierungskonzentrat (SL) konzipiert, dient dieses Pflanzenschutzmittel der zuverlässigen Bekämpfung eines extrem breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie hartnäckigen Holzgewächsen und Adlerfarn. Es wird sowohl im Ackerbau, im Weinbau als auch in der Forstwirtschaft flexibel eingesetzt.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine optimierte Netzwirkung und schnelle Wirkstoffaufnahme über die grünen Pflanzenteile aus. Neben der klassischen Unkrautbekämpfung vor der Saat oder nach der Ernte ist Durano auch für die Sikkation in ausgewählten Kulturen zugelassen, um die Abreife zu steuern und den Druschprozess unter schwierigen Bedingungen zu optimieren.

Durch die ausgeprägte systemische Wirkung wird der Wirkstoff bis in die äußersten Wurzelspitzen und Rhizome transportiert. Dies garantiert eine nachhaltige Bekämpfung mehrjähriger, tiefwurzelnder Schaderreger wie der Acker-Winde und verhindert zuverlässig den Wiederaustrieb, was Durano zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Kulturmanagement macht.

Wirkstoffe

Glyphosat
485.39 g/L

Wirkungsweise

Der in Durano enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Er wirkt als spezifischer Inhibitor des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselbestandteil des Shikimatwegs, der ausschließlich in Pflanzen und Mikroorganismen vorkommt und für die Biosynthese essenzieller aromatischer Aminosäuren wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan verantwortlich ist. Nach der Applikation und Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem transportiert. Er akkumuliert primär in den metabolisch aktiven Wachstumszonen (Meristemen) sowie in den unterirdischen Überdauerungsorganen. Der induzierte Mangel an Aminosäuren führt zu einem schnellen Wachstumsstopp, gefolgt von charakteristischen Chlorosen und einer vollständigen Nekrose der behandelten Schaderreger innerhalb von 10 bis 14 Tagen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielorganismen vorzubeugen, muss der Einsatz von Durano in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebettet sein. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen sowie mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Da Glyphosat der HRAC-Gruppe 9 angehört, sollte die Anwendung auf derselben Fläche durch den gezielten Einsatz von Vorauflaufherbiziden oder mechanischen Maßnahmen ergänzt werden, um den selektiven Druck auf schwer bekämpfbare Unkrautpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Durano ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei der Anwendung in Regionen mit hartem Wasser empfiehlt sich dringend der Zusatz von Ammoniumsulfat (AMS), um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- oder Magnesiumionen im Spritzwasser zu verhindern. Die Behandlung sollte auf trockene Bestände erfolgen; eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Anwendung ist erforderlich, um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten. Vor der Erstellung von Tankmischungen wird stets ein physikalischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Durano ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung) obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen strikt einzuhalten. Obwohl der Wirkstoff als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft ist, sollte eine direkte Abdrift auf blühende Bestände oder von Bienen aktiv angeflogene Schaderreger vermieden werden, um die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Sikkation5 LITER_PER_HECTARE14T
LaubholzZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
MaisZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
DouglasieHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
LaubholzAdlerfarn5 LITER_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE
WintergersteZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE14T
NadelholzAdlerfarn5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteSikkation5 LITER_PER_HECTARE14T
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
StilllegungsflächenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
WeinrebeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter, Acker-Winde5 LITER_PER_HECTARE30T
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE
LaubholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE14T
LärcheHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
NadelholzZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Wasserqualität die Wirksamkeit von Durano?

Sehr hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen, die sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme blockieren können. Um dies zu verhindern, sollte dem Spritzwasser vor der Zugabe von Durano Ammoniumsulfat (AMS) beigemischt werden, um die störenden Kationen zu binden.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von ausdauernden Unkräutern wie der Acker-Winde?

Die beste Wirkung gegen tiefwurzelnder, ausdauernde Schaderreger wird erzielt, wenn die Pflanzen genügend Blattmasse gebildet haben und ein aktiver Assimilattransport in die Wurzeln stattfindet. Dies ist meist kurz vor oder während der Blüte der Fall, da der Wirkstoff dann optimal in die Überdauerungsorgane transportiert wird.

Wie lange sollte nach der Anwendung von Durano mit der Bodenbearbeitung gewartet werden?

Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs in die Wurzeln und Rhizome zu gewährleisten, sollte nach der Behandlung gegen einjährige Unkräuter mindestens 3 bis 5 Tage und gegen ausdauernde Wurzelunkräuter wie Quecke oder Acker-Winde mindestens 7 bis 10 Tage mit jeglicher Bodenbearbeitung gewartet werden.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von Durano?

Durano wirkt am besten bei aktivem Pflanzenwachstum und Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C. Bei extremer Hitze und Trockenheit schließen die Pflanzen ihre Spaltöffnungen und bilden eine dickere Wachsschicht, was die Wirkstoffaufnahme erheblich reduziert. Frost nach der Anwendung kann die systemische Verteilung stoppen.

Kann Durano auch zur gezielten Einzelpflanzenbehandlung genutzt werden?

Ja, in bestimmten Kulturen und Bereichen (wie der Forstwirtschaft oder im Weinbau) kann Durano mittels Streich- oder Tupfverfahren gezielt auf Einzelpflanzen oder Stockausschläge appliziert werden. Dies minimiert das Risiko von Abdrift und schont die umliegenden Kulturen.

Wie verhält sich Durano im Boden nach der Anwendung?

Der Wirkstoff Glyphosat wird bei Bodenkontakt extrem schnell und stark an Bodenpartikel (insbesondere Tonminerale und Humus) adsorbiert, wodurch er biologisch inaktiviert wird. Ein Nachbau von Kulturen ist daher in der Regel ohne Gefahr von Wurzelschäden möglich, sobald der Wirkstoff in den Zielpflanzen eingewirkt hat.