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Landmaster Supreme 480 TF

BVL Zul.-Nr. 026923-61

Landmaster Supreme 480 TF ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Gewächsen. Als flüssiges Formulierungskonzentrat konzipiert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und exzellente systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus. Es wird sowohl im Ackerbau, im Forst als auch auf Nichtkulturlandflächen zur Vorsaatbehandlung, Stoppelbehandlung oder gezielten Einzelpflanzenbehandlung eingesetzt.

Die Formulierung basiert auf dem bewährten Wirkstoff Glyphosat, der in einer optimierten Salzformulierung vorliegt, um eine hohe Benetzung und rasche Penetration der Blattoberfläche zu gewährleisten. Neben der klassischen Unkrautbekämpfung ist das Produkt auch für spezielle Anwendungen wie die Sikkation in bestimmten Kulturen sowie zur Beseitigung von Ausfallkulturen und Schosserrüben zugelassen. Dies macht es zu einem vielseitigen Werkzeug im modernen Kulturmanagement und der Kulturvorbereitung.

Wirkstoffe

Glyphosat
608 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 und fungiert als Inhibitor des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselbestandteil des Shikimatwegs, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt und für die Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) verantwortlich ist. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs wird die Proteinsynthese unterbrochen, was zum Wachstumsstopp und letztlich zum Absterben der behandelten Schaderreger führt. Da Glyphosat rein systemisch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und über das Phloem aktiv bis in die Wurzelspitzen und Rhizome transportiert wird, eignet sich Landmaster Supreme 480 TF hervorragend zur nachhaltigen Bekämpfung tiefwurzelnder, ausdauernder Unkräuter wie der Acker-Kratzdistel oder Ampfer-Arten. Ein Bodenkontakt führt aufgrund der starken Adsorption an Bodenpartikel zu einer raschen Inaktivierung, sodass keine Nachbauprobleme für Folgekulturen entstehen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielunkräutern zu minimieren, sollte Landmaster Supreme 480 TF stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen (wie Bodenherbiziden oder Wuchsstoffen) sowie mechanische Maßnahmen wie die Stoppelbearbeitung und eine ausgewogene Fruchtfolgegestaltung. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von Wirkstoffen der HRAC-Gruppe 9 auf derselben Fläche ist strikt zu vermeiden, um selektiven Druck auf potenziell resistente Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Landmaster Supreme 480 TF ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen oder bei hartem Wasser, kann die Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) oder geeigneten nicht-ionischen Tensiden vorteilhaft sein. Bei Mischungen ist stets die physikalische Verträglichkeit vorab in einem Kleingebinde zu prüfen und die Spritzbrühe zügig auszubringen. Extrem kalkhaltiges oder verschmutztes Wasser sollte vermieden werden, da dies die biologische Aktivität des Wirkstoffs durch Komplexbildung beeinträchtigen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
Nordmann-TanneZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter89–993.75 LITER_PER_HECTARE7T
FutterrübeSchosserrüben, Acker-Kratzdistel85–99250 LITER_PER_1000_LITER_WATER60T
LaubholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
NobilistanneZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeSchosserrüben, Acker-Kratzdistel85–99250 LITER_PER_1000_LITER_WATER60T
NobilistanneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
DouglasieZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
FichteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
GemüsekulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0–33.75 LITER_PER_HECTARE
GemüsekulturenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE14T
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter7.5 LITER_PER_HECTARE
StilllegungsflächenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
FichteZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
Nordmann-TanneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
DouglasieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
RapsSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter85–993 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenAcker-Kratzdistel, Ampfer-Arten250 LITER_PER_1000_LITER_WATER14T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter89–993.75 LITER_PER_HECTARE7T
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Stoppelbehandlung mit Landmaster Supreme 480 TF gegen ausdauernde Unkräuter?

Der beste Zeitpunkt ist, wenn die Unkräuter nach der Ernte wieder genügend neue, vitale Blattmasse gebildet haben (meist 10–15 cm Wuchshöhe bei Quecken oder Rosettenstadium bei Disteln). Nur so ist eine ausreichende Wirkstoffaufnahme und der Transport in die Wurzelorgane gewährleistet.

Wie beeinflusst die Witterung unmittelbar nach der Anwendung die Wirkung des Herbizids?

Für eine optimale Wirkung sollte es nach der Applikation mindestens 4 bis 6 Stunden trocken bleiben, damit der Wirkstoff vollständig in die Blätter einziehen kann. Warme, wüchsige Wetterbedingungen beschleunigen den systemischen Transport in der Pflanze, während extreme Trockenheit oder Frost die Effizienz mindern.

Kann Landmaster Supreme 480 TF auch zur gezielten Bekämpfung von Schosserrüben eingesetzt werden?

Ja, das Produkt ist für die gezielte Einzelpflanzenbehandlung oder den Einsatz mit speziellen Streichgeräten (z. B. Docht- oder Walzengeräten) zugelassen. Dies ermöglicht eine selektive Bekämpfung von Schosserrüben, die die Kultur überragen, ohne die eigentliche Rübenkultur zu schädigen.

Was muss bezüglich der Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe beachtet werden?

Sehr hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen, die sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme blockieren können. In solchen Fällen empfiehlt sich die vorherige Konditionierung des Wassers mit Ammoniumsulfat, um die Ionen zu binden und die Herbizidwirkung abzusichern.

Wie lange muss nach der Anwendung gewartet werden, bevor eine Bodenbearbeitung durchgeführt werden darf?

Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs in die Wurzeln und Rhizome ausdauernder Unkräuter zu garantieren, sollte mit einer mechanischen Bodenbearbeitung (Pflügen oder Grubbern) mindestens 7 bis 10 Tage gewartet werden. Bei einjährigen Unkräutern reichen oft schon 2 bis 3 Tage aus.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach bestimmten Schaderregern (wie der Acker-Kratzdistel) oder Kulturen filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.