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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

Glyfos Dakar

BVL Zul.-Nr. 025937-00

Glyfos Dakar ist ein hochkonzentriertes, wasserlösliches Granulat (SG) zur systemischen Bekämpfung von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Gewächsen. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel von Cheminova Deutschland GmbH zeichnet es sich durch eine besonders hohe Wirkstoffkonzentration an Glyphosat aus, was Transport- und Lagerkapazitäten auf dem landwirtschaftlichen Betrieb optimiert. Es wird sowohl im Ackerbau, im Weinbau (Vitis vinifera) als auch in der Forstwirtschaft und auf Nichtkulturland eingesetzt.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Band an ein- und mehrjährigen Unkräutern und Ungräsern sowie schwer bekämpfbare Schaderreger wie die Acker-Winde und Adlerfarn. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Kulturen erfasst Glyfos Dakar auch die unterirdischen Überdauerungsorgane (Wurzeln, Rhizome), was eine nachhaltige Wirkung gegen ausdauernde Unkrautarten garantiert.

Wirkstoffe

Glyphosat
748.4 g/kg

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (bzw. Klasse G). Er blockiert gezielt das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS), welches ein Schlüsselenzym im Shikimatweg zur Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) in Pflanzen darstellt. Da dieser Stoffwechselweg in Tieren und Menschen nicht vorkommt, weist der Wirkstoff eine hohe Spezifität für pflanzliche Organismen auf. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff systemisch sowohl akropetal als auch basipetal transportiert. Dies führt zu einem langsamen, aber gründlichen Absterben der gesamten Pflanze inklusive des Wurzelsystems. Erste Symptome wie Chlorosen und Welkeerscheinungen zeigen sich je nach Witterung nach 7 bis 14 Tagen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung bei Unkräutern zu minimieren, sollte Glyfos Dakar stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) sowie mechanische Kulturmaßnahmen. Da Glyphosat der HRAC-Gruppe 9 angehört, ist bei wiederholtem Einsatz auf derselben Fläche besonders auf schwer bekämpfbare Arten wie Weidelgras-Arten (Lolium spp.) zu achten, um selektive Resistenzen frühzeitig zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Glyfos Dakar ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe sollte auf die Wasserqualität geachtet werden; sehr hartes Wasser kann die Wirksamkeit von Glyphosat beeinträchtigen, weshalb in solchen Fällen der Zusatz eines geeigneten Wasserenthärters oder Ammoniumsulfats empfohlen wird. Die Anwendung sollte auf trockene Bestände erfolgen, wobei eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Applikation gewährleistet sein muss, um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu sichern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Glyfos Dakar ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Nichtziel-Flora sind die in den Zulassungsbestimmungen definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
LärcheHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzAdlerfarn2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
LärcheHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.16 GRAM_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.27 GRAM_PER_SQUARE_METER
SteinobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.27 GRAM_PER_SQUARE_METER42T
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.27 GRAM_PER_SQUARE_METER42T
ZiergehölzeHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.16 GRAM_PER_SQUARE_METER
ZiergehölzeHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.16 GRAM_PER_SQUARE_METER
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE42T
LaubholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.12 KILOGRAM_PER_HECTARE
LaubholzAdlerfarn2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5.3 KILOGRAM_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.1 KILOGRAM_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.21 GRAM_PER_SQUARE_METER
DouglasieHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.16 GRAM_PER_SQUARE_METER
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
WeinrebeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter, Acker-Winde2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE30T
LaubholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.1 KILOGRAM_PER_HECTARE
LaubholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
DouglasieHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
SteinobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter2.65 KILOGRAM_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wie lange nach der Behandlung mit Glyfos Dakar darf keine Bodenbearbeitung stattfinden?

Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs in die Wurzeln und Rhizome mehrjähriger Unkräuter zu gewährleisten, sollte nach der Behandlung mindestens 7 bis 10 Tage mit der Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen oder Grubbern) gewartet werden. Bei einjährigen Unkräutern reichen oft schon 3 bis 5 Tage aus.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von Glyfos Dakar?

Optimale Bedingungen für die Aufnahme sind wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Extreme Trockenheit, Frost oder Hitze verlangsamen den Stoffwechsel der Pflanzen und reduzieren die Wirkstoffaufnahme erheblich.

Warum ist die Wasserhärte bei der Ausbringung von Glyfos Dakar von Bedeutung?

Calcium- und Magnesiumionen in hartem Wasser können sich an das Glyphosat-Molekül binden und schwerlösliche Komplexe bilden, was die biologische Wirksamkeit reduziert. Die Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) vor dem Einmischen des Herbizids kann diese Ionen blockieren und die Wirkung stabilisieren.

Kann Glyfos Dakar auch zur Spätbehandlung vor der Ernte (Sikkation) eingesetzt werden?

Eine Anwendung zur Sikkation ist streng reglementiert und darf nur in zugelassenen Kulturen und unter Beachtung der spezifischen Wartezeiten (z. B. 30 bis 42 Tage) erfolgen. Sie dient primär der Ernteerleichterung bei starker Verunkrautung und nicht der Steuerung der Abreife.

Wie verhält sich der Wirkstoff Glyphosat im Boden nach der Anwendung?

Glyphosat wird im Boden extrem stark an Tonminerale und Humuspartikel adsorbiert, wodurch es unmittelbar nach dem Bodenkontakt inaktiviert wird. Es findet praktisch keine Aufnahme über die Wurzeln von Nachfolgekulturen statt. Der Abbau erfolgt rasch durch Bodenmikroorganismen.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung gegen schwer bekämpfbare Holzgewächse erfolgreich war?

Erste Symptome zeigen sich verzögert nach etwa 1 bis 2 Wochen durch Vergilbungen und Welken der Triebspitzen. Der vollständige Absterbeprozess von holzigen Gewächsen kann je nach Holzart und Vegetationsstadium mehrere Wochen in Anspruch nehmen, da der Wirkstoff langsam bis in die Wurzelkronen transportiert wird.