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Kultur

Krambe

Crambe hispanica subsp. abyssinica
CRMAB

Der Abessinische Meerkohl (Crambe hispanica subsp. abyssinica, EPPO-Code: CRMAB), im deutschsprachigen Raum auch häufig als Krambe bezeichnet, ist eine einjährige Ölkultur aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Die Kultur zeichnet sich durch einen außergewöhnlich hohen Gehalt an Erucasäure (oft über 55 % des Gesamtfettsäuregehalts) in ihren Samen aus. Dies macht ihr Öl zu einem wertvollen, rein industriell genutzten Rohstoff für die Herstellung von Biokunststoffen, Schmierstoffen, Nylon und Kosmetika, weshalb sie nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurriert.

In Mitteleuropa wird Krambe als Sommerung angebaut und besticht durch eine sehr kurze Vegetationszeit von nur etwa 90 bis 110 Tagen. Dank ihrer tiefreichenden Pfahlwurzel besitzt die Kultur eine gute Trockenheitstoleranz und hinterlässt eine hervorragende Bodenstruktur. Aufgrund ihrer geringen Ansprüche an das Klima und ihrer guten Selbstverträglichkeit stellt sie eine Bereicherung für vielseitige Fruchtfolgen dar, sofern die phytosanitären Abstände zu anderen Kreuzblütlern eingehalten werden.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Ende März bis Ende April
Erntefenster
Anfang August bis Ende August
Reihenabstand
12–25 cm
Typischer Ertrag
1,5–2,5 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1100–1300 °C
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Für einen optimalen Feldaufgang benötigt die Kultur ein gut abgesetztes, feinkrümeliges und feuchtes Saatbett. Du solltest im Frühjahr eine möglichst flache Bodenbearbeitung anstreben, um das wertvolle Kapillarwasser im Keimhorizont zu schonen. Da Krambe empfindlich auf Bodenverdichtungen und Staunässe reagiert, ist eine tiefe, lockere Bodenstruktur ohne Pflugsohlen entscheidend für die ungestörte Entwicklung ihrer Pfahlwurzel. Die Kultur bevorzugt mittelschwere, tiefgründige Lehm- und Lössböden mit einer guten Nährstoffnachlieferung. Eine moderate Stickstoffdüngung von etwa 60 bis 80 kg N/ha ist in der Regel ausreichend, da eine Überdüngung die Standfestigkeit mindert und die Abreife verzögert. Achte zudem auf eine ausreichende Schwefelversorgung, da Schwefel ein essenzieller Baustein für die Synthese der wertvollen Erucasäure ist.

Schaderreger-Management

Da Krambe zu den Kreuzblütlern gehört, teilt sie sich ein ähnliches Spektrum an Schaderregern mit dem Raps. Um dem Druck durch bodenbürtige Pilze vorzubeugen, solltest du eine strikte Anbaupause von mindestens 3 bis 4 Jahren zu anderen Brassicaceen einhalten. Gegen Unkräuter und insbesondere die Gemeine Quecke (*Elymus repens*) ist eine saubere mechanische Vorarbeit oder der gezielte Einsatz zugelassener Herbizide im Vorauflauf wichtig, da die Kultur in der frühen Jugendphase konkurrenzschwach ist. Zu den bedeutendsten Pilzkrankheiten gehören die Sclerotinia-Stängelfäule (*Sclerotinia sclerotiorum*) und die Raps-Schwärze (*Alternaria brassicae*), die vor allem in feuchten Jahren ertragsmindernd wirken können. Beim Auftreten von tierischen Schädlingen wie dem Rapsglanzkäfer (*Brassicogethes aeneus*) während der Knospenbildung musst du die Schadschwellen engmaschig überwachen und gegebenenfalls eine gezielte Behandlung mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel durchführen.

Sorten

Galactica

mittelfrüh

Liefert unter mitteleuropäischen Bedingungen zuverlässige Kornerträge von ca. 1,8–2,2 t/ha.

Anfällig für: Sclerotinia-Stängelfäule, Raps-Schwärze

Eine der bekanntesten und am häufigsten in europäischen Leistungsprüfungen angebauten Sorten mit einem sehr stabilen Ölgehalt.

Belenzano

mittelspät

Besitzt ein überdurchschnittliches Ertragspotenzial auf gut mit Wasser versorgten Standorten.

Anfällig für: Sclerotinia-Stängelfäule

Wuchskräftige Sorte mit exzellenter Standfestigkeit und einer sehr gleichmäßigen Abreife des Bestandes.

Belian

früh bis mittelfrüh

Bringt stabile Erträge auch auf etwas leichteren, sandigen Lehmböden.

Anfällig für: Raps-Schwärze

Zeichnet sich durch eine besonders schnelle Jugendentwicklung aus, was die Unkrautunterdrückung in der Anfangsphase erleichtert.

Meyer

mittelfrüh

Ertraglich im mittleren Bereich, kompensiert dies jedoch durch die hervorragende industrielle Qualität des Presskuchens und Öls.

Anfällig für: Sclerotinia-Stängelfäule, Rapsglanzkäfer

Eine bewährte Sorte, die speziell für einen maximierten Erucasäureanteil im Ölprofil selektiert wurde.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie gliederst du Krambe am besten in deine Fruchtfolge ein?

Wegen der engen Verwandtschaft zu Raps und Senf solltest du Krambe nicht direkt nach oder vor anderen Kreuzblütlern anbauen, um die Ausbreitung von Fruchtfolgekrankheiten zu verhindern. Ideal sind Getreide oder Mais als Vorfrüchte. Da die Jugendentwicklung der Kultur anfangs etwas langsamer verläuft, profitiert sie besonders von einer unkrautfreien Vorfrucht.

Welche Besonderheiten musst du bei der Ernte und dem Drusch beachten?

Krambe neigt bei Überreife zum Ausfallen der Samen, weshalb der Erntezeitpunkt exakt abgepasst werden muss. Du solltest dreschen, sobald die Pflanzen vollständig braun abgetrocknet sind und die Samen in den Kapseln hörbar rascheln. Da die Samen fest in der Kelchhülle eingeschlossen bleiben, musst du die Dreschereinstellungen (insbesondere Windstärke und Trommeldrehzahl) feinfühlig anpassen, um Ernteverluste und Kornbeschädigungen zu vermeiden.

Wie hoch ist das Risiko von Durchwuchs in den Folgejahren und wie verhinderst du ihn?

Da die Samen im Boden über mehrere Jahre keimfähig bleiben, kann Krambe in der Folgekultur als Unkraut auftreten. Du kannst dieses Risiko minimieren, indem du unmittelbar nach dem Drusch eine sehr flache Stoppelbearbeitung durchführst. Dies regt ausgefallene Samen zum Keimen an, sodass du den Aufwuchs vor der Aussaat der nächsten Kultur mechanisch oder chemisch beseitigen kannst.

Kannst du Krambe auch als Zwischenfrucht zur Gründüngung nutzen?

Obwohl Krambe schnell Biomasse aufbaut und den Boden gut durchwurzelt, ist sie als Zwischenfrucht in Fruchtfolgen mit hohem Raps- oder Kohlanteil nicht zu empfehlen. Sie fungiert als Wirt für typische Schaderreger wie Sclerotinia und Kohlhernie. In reinen Getreide- oder Maisfruchtfolgen kann sie jedoch als humusmehrende Zwischenfrucht eingesetzt werden.

Wie reagiert die Kultur auf Spätfröste im Frühjahr?

Im frühen Keimblattstadium verträgt Krambe leichte Spätfröste von bis zu -4 °C meist ohne größere Schäden. Dennoch solltest du den Aussaattermin so wählen, dass die empfindliche Phase des Auflaufens nach den stärksten Frostperioden liegt, um einen lückenhaften Feldaufgang und Wachstumsverzögerungen zu vermeiden.

Wo findest du zugelassene Pflanzenschutzmittel für diese Nischenkultur?

Da Krambe eine klassische Nischenkultur ist, gibt es nur sehr wenige direkt zugelassene Pflanzenschutzmittel. Du solltest dich im nationalen Pflanzenschutzmittelregister (z. B. beim BVL in Deutschland) nach bestehenden Notfallzulassungen oder Genehmigungen für die Erweiterung des Zulassungsbereichs auf geringfügige Verwendungen (Artikel 51 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) erkundigen.