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Schädling

Rapsglanzkäfer

Brassicogethes aeneus
MELIAE

Der Rapsglanzkäfer (Brassicogethes aeneus, EPPO-Code: MELIAE; ehemals Meligethes aeneus) gehört zur Familie der Glanzkäfer (Nitidulidae) und ist einer der bedeutendsten Schaderreger im europäischen Rapsanbau. Der kleine, metallisch glänzende, schwarz-grünliche Käfer besiedelt im Frühjahr eine Vielzahl von Kulturen, wobei Kreuzblütler (Brassicaceae) wie Winterraps (Brassica napus) seine Hauptwirte für die Fortpflanzung darstellen.

Die wirtschaftliche Relevanz des Schädlings ist enorm. Fraßschäden an den noch geschlossenen Blütenknospen führen zum Absterben und Abfallen der Knospen, was erhebliche Ertragseinbußen zur Folge haben kann. Sobald sich die Blüten öffnen, wechselt das Schadbild, da die Käfer dann frei zugänglichen Pollen fressen, ohne die Blütenorgane nachhaltig zu schädigen. Daher konzentriert sich das Schadpotenzial vor allem auf die sensiblen BBCH-Stadien vor der Blüte.

Typ
Schädling
EPPO-Code
MELIAE
Wirte
8 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Der Rapsglanzkäfer ist in ganz Europa, Teilen Asiens und Nordamerikas weit verbreitet. Er gilt in den Hauptanbauregionen für Winterraps in Mittel- und Nordeuropa als einer der ertragsentscheidendsten tierischen Schaderreger.
Erstbeschreibung
Fabricius, 1771

Biologie / Lebenszyklus

Die Überwinterung der adulten Käfer erfolgt im Bodenstreu von Waldrändern oder Hecken. Sobald die Bodentemperaturen im Frühjahr etwa 9 °C und die Lufttemperaturen 12 °C bis 15 °C überschreiten, verlassen die Käfer ihre Winterquartiere und fliegen in die Rapsbestände ein. Nach dem Reifungsfraß an den Knospen legen die Weibchen ihre Eier in die Blütenknospen ab. Die daraus schlüpfenden Larven ernähren sich ebenfalls von Pollen, richten jedoch im Vergleich zu den Imagines kaum wirtschaftlichen Schaden an. Nach Abschluss der Larvenentwicklung verpuppen sich die Tiere im Boden, und im Hochsommer schlüpft die neue Käfergeneration, die nach kurzem Fraß an verschiedenen Blütenpflanzen bald das Winterquartier aufsucht.

Bonitur

Das Monitoring beginnt im zeitigen Frühjahr ab dem Knospenstadium (BBCH 50 bis 53) mithilfe von Gelbschalen zur Erfassung des Zuflugs. Die eigentliche Bekämpfungsentscheidung basiert jedoch auf dem Ausklopfen von Haupttrieben (Klopfprobe) an mehreren Stellen im Feld. Die Schadschwellen sind streng an das BBCH-Stadium und den Zustand des Rapsbestandes gekoppelt: In schwachen Beständen im Stadium BBCH 51–55 liegt der Richtwert bei 4–5 Käfern pro Pflanze, während in kräftigen, gut entwickelten Beständen oft erst bei 8–10 Käfern pro Pflanze eine Behandlung wirtschaftlich gerechtfertigt ist. Ab Beginn der Blüte (BBCH 60) ist eine Bekämpfung in der Regel nicht mehr sinnvoll.

Symptome

Das typische Schadbild im Feld zeigt sich durch angefressene, gelochte oder komplett zerstörte Blütenknospen, die in der Folge vertrocknen und abfallen. Zurück bleiben oft nur die leeren Knospenstiele an den Blütenständen, was zu einer charakteristischen 'Kahlstelligkeit' der Triebe führt. Bei starkem Befall kommt es zu einer verminderten Schotenanzahl und einer unregelmäßigen Abreife des Bestandes. Die adulten, ca. 1,5 bis 2,7 mm großen, dunkel-metallischen Käfer sind bei Sonnenschein leicht aktiv auf und in den Knospenanlagen zu beobachten.

Integriertes Management

Ein integriertes Management setzt auf eine Kombination aus pflanzenbaulichen, biologischen und chemischen Maßnahmen. Früh blühende Sorten oder der Anbau von Fangstreifen (z. B. mit Rübsen, die früher blühen) können den Hauptbefall vom eigentlichen Rapsbestand ablenken. Natürliche Gegenspieler wie Schlupfwespen spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Larvenpopulationen und sollten durch eine schonende Bewirtschaftung gefördert werden. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist das Resistenzmanagement von zentraler Bedeutung: Aufgrund weit verbreiteter Resistenzen gegen Pyrethroide der Klasse II (IRAC-Gruppe 3A) müssen Wirkstoffe aus anderen IRAC-Klassen (wie z. B. Indoxacarb oder systemische Insektizide, sofern regional zugelassen) bevorzugt und im Wechsel angewendet werden, um eine weitere Selektion resistenter Populationen zu verhindern.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Warum ist der Rapsglanzkäfer ab der Vollblüte (BBCH 65) kein Schädling mehr?

Sobald sich die Blüten öffnen, gelangen die Käfer mühelos an den Pollen, ohne die Blütenknospen aufbeißen zu müssen. Sie ernähren sich dann vom freiliegenden Pollen und Nektar, was die Blütenorgane schont und sogar einen geringen Beitrag zur Bestäubung leisten kann. Eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln ist ab diesem Zeitpunkt wirtschaftlich und ökologisch nicht mehr sinnvoll.

Wie unterscheidet sich die Schadschwelle bei trocken-warmer versus feucht-kühler Witterung?

Bei feucht-kühler Witterung verzögert sich das Strecken der Rapsbestände und das Öffnen der Blüten, während die Käfer weiterhin an den geschlossenen Knospen fressen. In solchen Phasen ist die Schadschwelle niedriger anzusetzen (ca. 2–3 Käfer pro Pflanze), da die Kultur länger im empfindlichen Stadium verweilt. Bei rascher Erwärmung und schnellem Knospenwachstum toleriert der Raps hingegen deutlich höhere Käferzahlen.

Welche Rolle spielen Schlupfwespen bei der Regulierung des Rapsglanzkäfers?

Schlupfwespen der Gattungen Tersilochus und Phradis sind hochwirksame Parasitoide, die ihre Eier in die Larven des Rapsglanzkäfers legen. Sie können Parasitierungsraten von über 50 % erreichen. Um diese Nützlinge zu schonen, sollte eine Bodenbearbeitung nach der Rapsernte möglichst flach oder verzögert erfolgen, da sich die Parasitoidenkokons im Boden verpuppen und dort überwintern.

Wie gehe ich vor, wenn in meiner Region Pyrethroid-Resistenzen nachgewiesen wurden?

Bei nachgewiesener Resistenz (IRAC-Gruppe 3A) ist der Einsatz von Pyrethroiden wirkungslos und verstärkt das Resistenzproblem. Weichen Sie konsequent auf alternative Wirkstoffklassen aus, beispielsweise auf Oxadiazine (Indoxacarb) oder andere zugelassene systemische Insektizide. Achten Sie auf den Wirkstoffwechsel gemäß den lokalen Richtlinien des Pflanzenschutzdienstes.

Wie finde ich im Agronomy-Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Rapsglanzkäfer?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktion im Hub, indem Sie nach der Kultur 'Winterraps' und dem Schaderreger 'Rapsglanzkäfer' filtern. Das System listet Ihnen alle aktuell in Ihrem Land registrierten Pflanzenschutzmittel auf, inklusive der zugelassenen Aufwandmengen, maximalen Anwendungen pro Saison, BBCH-Anwendungsfenster und der gesetzlich vorgeschriebenen Wartezeit.