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Kultur

Schaf-Schwingel

Festuca ovina
FESOV

Festuca ovina (EPPO-Code: FESOV), im deutschen Sprachraum als Schaf-Schwingel bekannt, ist ein ausdauerndes, horstbildendes Süßgras von hoher ökologischer und ökonomischer Bedeutung. Die Kultur zeichnet sich durch eine extreme Trockenheitsresistenz, Frosthärte und Genügsamkeit aus, weshalb sie vor allem auf mageren, sandigen Standorten sowie im Bereich der Landschaftsrasen, Böschungsbegrünungen und extensiven Weiden eingesetzt wird.

Im professionellen Saatgutanbau stellt der Schaf-Schwingel besondere Anforderungen an die Unkrautbekämpfung und Erntetechnik. Da die Kultur im ersten Jahr langsam anjugendelt, ist ein sauberes Saatbett essenziell, um den Konkurrenzdruck durch annuelle Schaderreger zu minimieren. Die generative Nutzung zur Saatguterzeugung erfordert eine präzise Steuerung der Stickstoffdüngung und den gezielten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Ertragssicherung.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis April (Frühjahrssaat) oder August bis Anfang September (Spätsommersaat)
Erntefenster
Juli (im Folgejahr der Aussaat, zur Saatguternte)
Reihenabstand
12,5–25 cm (Drillsaat für Saatguterzeugung)
Typischer Ertrag
300–600 kg/ha (gereinigtes Saatgut)
Wärmesumme (GDD)
1450
Boden-pH
5,0–6,5 (toleriert auch sehr saure Böden)

Bodenmanagement

Der Schaf-Schwingel stellt extrem geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung und gedeiht hervorragend auf leichten, sandigen und flachgründigen Böden. Für eine erfolgreiche Etablierung im Saatgutanbau ist jedoch ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett unerlässlich, da die feinen Samen eine geringe Ablagetiefe von maximal 1,0–1,5 cm erfordern. Eine moderate Stickstoffgabe im zeitigen Frühjahr (ca. 40–60 kg N/ha) fördert die Triebdichte und den Blütenansatz im Erntejahr, während Überdüngung zu starkem Lager führt. Nach der Saatguternte im Sommer empfiehlt sich ein tiefer Schnitt und die zügige Abfuhr des Strohs, um die Bestockung für das Folgejahr anzuregen. Kalkungen sind in der Regel nur bei extrem niedrigen pH-Werten unter 4,5 erforderlich, da die Kultur eine hohe Toleranz gegenüber Bodenversauerung aufweist.

Schaderreger-Management

Aufgrund der langsamen Jugendentwicklung im Aussaatjahr ist die chemische oder mechanische Regulierung von konkurrierenden Schaderregern wie Elymus repens (Gemeine Quecke) oder Apera spica-venti (Gemeiner Windhalm) von entscheidender Bedeutung. Der Einsatz von selektiven Herbiziden im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf sichert den Stand gegen breitblättrige Unkräuter und Fremdgräser. Gegen pilzliche Schaderreger wie Rostpilze (Puccinia spp.) oder den Erreger des Schneeschimmels kann bei feucht-warmer Witterung in den BBCH-Stadien 31 bis 55 eine gezielte Fungizidbehandlung notwendig werden. Eine regelmäßige Feldbegehung zur Überwachung von saugenden Schädlingen wie Thripsen, die Weißährigkeit verursachen können, sichert die Keimfähigkeit des Ernteguts. Die Einhaltung von Fruchtfolgen mit blattfruchtbetonten Vorfrüchten minimiert das Risiko von bodenbürtigen Krankheitserregern und Durchwuchs aus Vorjahreskulturen.

Sorten

Bornito

mittelspät

Konstanter, moderater Saatgutertrag bei sehr hoher Reinheit.

Resistent gegen: Trockenheit, Frost

Anfällig für: Rost

Hervorragende Sorte für trockenheitsgefährdete Gebrauchsrasen und extensive Begrünungen. Zeichnet sich durch eine sehr feine Blatttextur und dichte Narbenbildung aus.

Grasina

mittelfrüh

Überdurchschnittlicher Ertrag im Saatgutanbau unter mitteleuropäischen Bedingungen.

Resistent gegen: Blattkrankheiten, Schneeschimmel

Anfällig für: Lagerung

Sehr ausdauernde Sorte mit guter Konkurrenzkraft im Ansaatjahr. Bevorzugt für Landschafts- und Böschungsrasen.

Triana

spät

Mäßiger, aber qualitativ hochwertiger Saatgutertrag.

Resistent gegen: Rotfadenkrankheit, Trockenstress

Anfällig für: Unkrautkonkurrenz

Zierrasensorte mit extrem feiner Blattstruktur und langsamer vertikaler Zuwachsrate, was den Mähaufwand reduziert.

Lika

früh

Gute Ertragsstabilität auch auf extrem nährstoffarmen Standorten.

Resistent gegen: Bodenversauerung, Kahlfrost

Anfällig für: Rost

Robuste Sorte für die landwirtschaftliche Nutzung auf mageren Standorten und zur Böschungsbefestigung.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich die Gemeine Quecke (Elymus repens) im Schaf-Schwingel-Saatgutanbau effektiv regulieren?

Da Elymus repens im Schaf-Schwingel-Saatgutanbau als extrem schwer bekämpfbarer Schaderreger gilt, muss die Regulierung primär präventiv über die Fruchtfolge und eine sorgfältige mechanische Stoppelbearbeitung vor der Aussaat erfolgen. Selektive Graminizide sind in der stehenden Kultur oft nur eingeschränkt verträglich oder nicht zugelassen, weshalb verseuchte Flächen für die Saatguterzeugung strikt gemieden werden sollten.

Welchen Einfluss hat das BBCH-Stadium auf den optimalen Erntezeitpunkt zur Saatguterzeugung?

Der optimale Erntezeitpunkt liegt in der Regel im Übergang von der Gelbreife (BBCH 87) zur Vollreife (BBCH 89). Da Schaf-Schwingel zu starkem Samenausfall neigt, muss die Ernte eingeleitet werden, sobald sich die Rispen bräunlich verfärben und die Samen bei leichtem Ausstreichen ausfallen; ein zu langes Warten führt zu massiven Ernteverlusten.

Warum ist die Stickstoffdüngung beim Schaf-Schwingel im Vergleich zu anderen Futtergräsern stark reduziert?

Eine übermäßige Stickstoffversorgung induziert bei Festuca ovina ein starkes vegetatives Wachstum auf Kosten der generativen Triebbildung und erhöht das Risiko von Lager im BBCH-Stadium 70 massiv. Eine moderate Gabe von maximal 40 bis 60 kg N/ha im zeitigen Frühjahr reicht völlig aus, um eine optimale Balance zwischen Halmstabilität und Samenertrag zu gewährleisten.

Wie kann man die langsame Jugendentwicklung der Kultur im Aussaatjahr pflanzenbaulich kompensieren?

Um den langsamen Auflauf und das zögerliche Wachstum im BBCH-Stadium 10 bis 19 auszugleichen, empfiehlt sich eine präzise Spätsommeraussaat (August) in ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett. Dies nutzt die Restwärme des Bodens für eine schnellere Keimung und reduziert den Unkrautdruck im Vergleich zur Frühjahrssaat erheblich.

Welche Rolle spielen Thripse im Schaf-Schwingel-Anbau und wie erfolgt die Schadschwellenüberwachung?

Thripse verursachen durch ihre Saugtätigkeit im Bereich der Blattscheiden das Phänomen der Weißährigkeit, was zu tauben Ährchen und drastischen Ertragseinbußen führt. Die Überwachung erfolgt durch das Abklopfen der Triebe ab Beginn des Schossens (BBCH 30); bei Überschreiten der Schadschwelle ist eine gezielte Anwendung zugelassener Insektizide vor dem Ährenschieben erforderlich.

Wo finde ich aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für Schaf-Schwingel in der Datenbank?

Da Schaf-Schwingel oft unter die Kategorie der 'Samen- und Vermehrungsflächen von Gräsern' fällt, können Sie im Pflanzenschutz-Hub gezielt nach Indikationen für diese Kulturgruppe filtern. Achten Sie dabei stets auf die spezifischen Auflagen zur Wartezeit und die maximal zulässige Anzahl der Anwendungen pro Saison.