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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

PROFI SLIGA

BVL Zul.-Nr. 034107-62

PROFI SLIGA ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen sowie im Feldsaatgutbau. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine rasche systemische Verteilung in der gesamten Schadpflanze aus. Es bietet Landwirten eine flexible und verlässliche Lösung zur Bereinigung von verunkrauteten Beständen im Nachauflauf.

Das breite Anwendungsspektrum umfasst bedeutende landwirtschaftliche Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben und Leguminosen. PROFI SLIGA erfasst zuverlässig sowohl einjährige einkeimblättrige Unkräuter wie Ausfallgetreide, Windhalm und Acker-Fuchsschwanz als auch ausdauernde Problemgräser wie die Gemeine Quecke. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen, anspruchsvollen Fruchtfolgen zur Sicherung von Ertrag und Qualität.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (allgemein als "Fops" bekannt) und ist im HRAC-System in die Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase). Dieses Enzym ist für die Fettsäurebiosynthese und damit für den Aufbau von Zellmembranen in einkeimblättrigen Pflanzen essenziell. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine strukturell andere ACCase, weshalb sie gegenüber dem Wirkstoff vollständig tolerant sind. Nach der Applikation wird der Wirkstoff innerhalb kürzester Zeit über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal sowie basipetal in die meristematischen Gewebe der Knoten, Knospen und Wurzeln transportiert. Bereits wenige Tage nach der Behandlung stockt das Wachstum der Schadgräser. Die jüngsten Blätter verfärben sich vom Herzblatt her nekrotisch und sterben ab, bis schließlich nach etwa zwei bis vier Wochen die gesamte Pflanze vollständig abstirbt.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus der HRAC-Gruppe 1 besteht bei wiederholter Anwendung ein hohes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei weit verbreiteten Schaderregern wie dem Acker-Fuchsschwanz. Um die langfristige Wirksamkeit von PROFI SLIGA zu sichern, muss das Produkt in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Bodenherbiziden im Herbst) sowie die Nutzung pflanzenbaulicher Maßnahmen wie einer vielseitigen Fruchtfolge, angepasster Aussaatzeiten und mechanischer Bodenbearbeitung.

Mischbarkeit & Tankmischung

PROFI SLIGA zeigt sich im Allgemeinen gut verträglich und mischbar mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden. Bei geplanten Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter ist jedoch Vorsicht geboten, da hierbei antagonistische Effekte auftreten können, welche die Gräserwirkung spürbar reduzieren. Um die optimale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten, sollte die Anwendung bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen. Auf den Zusatz von separaten Netzmitteln kann in der Regel verzichtet werden, da die Formulierung bereits auf eine optimale Benetzung ausgelegt ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PROFI SLIGA sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA), strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen bei der Applikation die vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern genau beachtet werden, um aquatische Ökosysteme zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes eine Anwendung in blühenden Beständen außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Schaf-SchwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
RohrschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE90T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
WurzelpetersilieGemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
LaubholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE45T
Klee-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
PfirsichEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
LeinGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE120T
WiesenlieschgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
Wiesen-RispengrasAusfallgetreide, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras21–290.2 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter11–190.75 LITER_PER_HECTARE
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.8 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE14T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0–590.75 LITER_PER_HECTARE
Luzerne-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
Deutsches WeidelgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
ErbseGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE40T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
Luzerne-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
PfirsichGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
KernobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
Klee-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
KernobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
KartoffelGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE30T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter21–390.75 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE35T
SpeisezwiebelEinkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
BaumschulgehölzpflanzenGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke0–591.5 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
LaubholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE30T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
Wurzel- und KnollengemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE40T
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
NadelholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
WiesenschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
PerlzwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
SonnenblumeGemeine Quecke12–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
SchalotteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
NadelholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
MöhreGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter9–990.75 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
PhaceliaGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereGemeine Quecke11–971.5 LITER_PER_HECTARE35T
BlumenkohleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter15–191 LITER_PER_HECTARE28T
SojabohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
PhaceliaEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE90T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für PROFI SLIGA gegen Ausfallgetreide?

Der beste Zeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Ungräser, idealerweise wenn das Ausfallgetreide das 2- bis 3-Blatt-Stadium erreicht hat und sich im aktiven Wachstum befindet. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme über die Blattoberfläche am effizientesten, was eine schnelle und vollständige Wirkung garantiert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von PROFI SLIGA?

Eine warme, feuchte und wüchsige Witterung fördert den Stoffwechsel der Schadgräser und beschleunigt die Aufnahme sowie den Transport des Wirkstoffs in der Pflanze. Bei extremer Trockenheit, Frost oder starker Hitze sollte die Behandlung verschoben werden, da die Wachstumsruhe der Gräser die Herbizidwirkung erheblich mindern kann.

Kann PROFI SLIGA auch zur Bekämpfung von Quecken eingesetzt werden und was ist dabei zu beachten?

Ja, das Mittel ist hochwirksam gegen die Gemeine Quecke. Für einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg muss die Quecke zum Behandlungszeitpunkt genügend Blattmasse gebildet haben (ca. 15–20 cm Wuchshöhe). Nur so kann ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die unterirdischen Rhizome transportiert werden, um einen Wiederaustrieb zu verhindern.

Warum sollte man PROFI SLIGA nicht unmittelbar mit Breitband-Herbiziden mischen?

Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (z. B. Wuchsstoffen oder Sulfonylharnstoffen) können einen physiologischen Antagonismus hervorrufen. Dies führt häufig zu einer verminderten Gräserwirkung. Es wird empfohlen, zwischen den Anwendungen dieser unterschiedlichen Herbizidklassen einen zeitlichen Abstand von mehreren Tagen einzuhalten.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei der Anwendung?

Da PROFI SLIGA eine hervorragende Selektivität in den zugelassenen zweikeimblättrigen Kulturen aufweist, richtet sich der Anwendungszeitpunkt primär nach dem Entwicklungsstadium der Schadgräser. Dennoch müssen das registrierte BBCH-Anwendungsfenster der jeweiligen Kultur sowie die vorgeschriebenen Wartezeiten bis zur Ernte strikt eingehalten werden.

Wie verhält sich das Produkt bezüglich der Regenfestigkeit?

Dank der hochentwickelten EC-Formulierung dringt der Wirkstoff Propaquizafop sehr rasch in das Blattgewebe ein. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits ein bis zwei Stunden nach der Applikation regenfest, sodass ein später einsetzender Niederschlag die herbizide Leistung nicht mehr beeinträchtigt.