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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

BATALIN

BVL Zul.-Nr. 034107-63

BATALIN ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) sowie der Gemeinen Quecke in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Winterraps, Kartoffeln, Ackerbohnen und Erdbeeren. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel im Segment der Graminizide zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine zuverlässige Verteilung innerhalb der Schadpflanze aus. Die Formulierung als Emulsionskonzentrat (EC) sorgt für eine optimale Benetzung der Blattoberflächen und eine hervorragende Regenfestigkeit bereits kurze Zeit nach der Anwendung.

Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Ausfallgetreide, Acker-Fuchsschwanz, Windhalm und einjährige Rispengräser. Durch die flexible Zulassung in zahlreichen landwirtschaftlichen, gartenbaulichen und forstlichen Kulturen stellt BATALIN ein vielseitiges Werkzeug zur Absicherung des Ertragspotenzials dar, insbesondere in engen Raps- und Getreidefruchtfolgen, in denen der Druck durch Ungräser stetig zunimmt.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in BATALIN enthaltene Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate ("Fops") und wird in die HRAC-Gruppe A (bzw. HRAC 1) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine unempfindliche Form dieses Enzyms, was die hervorragende Selektivität des Mittels erklärt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch im Phloem und Xylem zu den aktiven Wachstumszonen (Meristemen) der Wurzeln und Sprosse transportiert. Bereits wenige Tage nach der Behandlung stagniert das Wachstum der Schadgräser. Die Herzblätter verfärben sich gelblich bis rötlich, sterben allmählich ab und lassen sich leicht aus der Blattscheide herausziehen, bevor die gesamte Pflanze vollständig abstirbt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Schaderregern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Windhalm, wirksam vorzubeugen, muss BATALIN konsequent in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Da der Wirkstoff Propaquizafop der HRAC-Gruppe A angehört, sollte ein wiederholter Einsatz von ACCase-Hemmern auf derselben Fläche vermieden werden. Ein regelmäßiger Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. HRAC-Gruppe K3 oder N) sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, angepasste Bodenbearbeitung und die Förderung der Konkurrenzkraft der Kultur sind essenziell, um die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

BATALIN ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit Wuchsstoff-Herbiziden oder bestimmten breitblättrigen Herbiziden kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. In solchen Fällen wird ein zeitlicher Abstand von mindestens einigen Tagen zwischen den Behandlungen empfohlen. Für eine optimale Wirkung sollte die Anwendung bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen. Die Wasserqualität (insbesondere weiches bis mittelschweres Wasser) und eine ausreichende Wassermenge sichern eine gleichmäßige Benetzung der Zielflächen, wobei auf den Zusatz von separaten Netzmitteln meist verzichtet werden kann, da die Formulierung bereits optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von BATALIN sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz und zum Schutz des Naturhaushalts strikt zu beachten. Das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) während der Anmischung und Applikation ist obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid definierten Abstandsauflagen und driftmindernde Düsentechnik einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nutzinsekten nicht in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv fliegen, während des täglichen Bienenflugs ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE90T
Luzerne-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
ErdbeereGemeine Quecke11–971.5 LITER_PER_HECTARE35T
BlumenkohleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter15–191 LITER_PER_HECTARE28T
FuttererbseGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE40T
LaubholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
KernobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
WiesenlieschgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
PhaceliaGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE30T
ZuckerrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE14T
NadelholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
PfirsichGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
RohrschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
MöhreGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
Klee-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
NadelholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE90T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
Schaf-SchwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
SonnenblumeGemeine Quecke12–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
SchalotteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
LeinGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE120T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter21–390.75 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
Wurzel- und KnollengemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
ZuckerrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE45T
Deutsches WeidelgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
LaubholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
PerlzwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
KernobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0–590.75 LITER_PER_HECTARE
Wiesen-RispengrasAusfallgetreide, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras21–290.2 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke0–591.5 LITER_PER_HECTARE
PhaceliaEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter9–990.75 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE30T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE35T
PfirsichEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
WurzelpetersilieGemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter11–190.75 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
WiesenschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelEinkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
SojabohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
ErbseGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE40T
Luzerne-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.8 LITER_PER_HECTARE90T
Klee-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
BaumschulgehölzpflanzenGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ausfallgetreide mit BATALIN?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Ungräser, idealerweise wenn das Ausfallgetreide das 2- bis 3-Blatt-Stadium erreicht hat und aktiv wächst. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme über die Blattfläche am effizientesten, was zu einem schnellen Absterben führt, bevor das Getreide in Konkurrenz zur Kultur tritt.

Wie beeinflussen extreme Witterungsbedingungen die Wirkung von BATALIN?

Da BATALIN ein systemisches Herbizid ist, erfordert es für eine optimale Wirkung einen aktiven Stoffwechsel in den Schadgräsern. Bei extremer Trockenheit, Frost oder langanhaltender Kälte ist der Transport im Pflanzengewebe verlangsamt, was die Wirkung verzögern oder mindern kann. Die Behandlung sollte daher bei wüchsigem Wetter und Temperaturen über 8 °C durchgeführt werden.

Kann BATALIN auch zur Bekämpfung der Gemeinen Quecke eingesetzt werden und was ist dabei zu beachten?

Ja, BATALIN ist gegen die Gemeine Quecke zugelassen. Da es sich um ein ausdauerndes Gras mit Rhizomen handelt, ist eine höhere Aufwandmenge erforderlich als bei einjährigen Ungräsern. Die Quecke sollte zum Behandlungszeitpunkt eine Wuchshöhe von ca. 15–20 cm aufweisen, damit genügend Blattfläche für eine systemische Verteilung des Wirkstoffs bis in die Wurzeln vorhanden ist.

Gibt es Einschränkungen bei der Nachbaufrist nach dem Einsatz von BATALIN?

Da der Wirkstoff Propaquizafop im Boden relativ schnell abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturverlauf keine Einschränkungen für die nachfolgenden Kulturen in der Fruchtfolge. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einem Fehlschlag sollte vor der Einsaat von einkeimblättrigen Kulturen (wie Getreide oder Mais) eine Wartezeit eingehalten oder eine tiefe Bodenbearbeitung durchgeführt werden.

Warum sollte BATALIN nicht unmittelbar mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter gemischt werden?

Mischungen mit bestimmten Dikotylen-Herbiziden (insbesondere Wuchsstoffen oder Sulfonylharnstoffen) können einen Antagonismus hervorrufen. Dies führt dazu, dass die Aufnahme und systemische Wirkung von Propaquizafop im Gras blockiert wird. Um eine volle Wirksamkeit gegen Ungräser zu garantieren, empfiehlt sich eine Solo-Anwendung von BATALIN mit einem zeitlichen Sicherheitsabstand von mindestens 3 bis 5 Tagen zur Breitblatt-Herbizidbehandlung.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutzen Sie die zentrale Such- und Filterfunktion im Hub. Wählen Sie dort einfach Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterraps oder Kartoffel) und den Ziel-Schaderreger aus. Das System listet Ihnen daraufhin alle in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive der aktuellen Anwendungsbestimmungen auf.