Alle Mittel
OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

PHYTAVIS NILAM

BVL Zul.-Nr. 034107-61

PHYTAVIS NILAM ist ein hochwirksames, selektives Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und ausdauernden Schadgräsern. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel von ADAMA Deutschland GmbH basiert es auf dem Wirkstoff Propaquizafop und ist als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert. Diese Formulierung gewährleistet eine schnelle Aufnahme über die Blätter der Schadgräser und eine exzellente Regenfestigkeit bereits kurze Zeit nach der Applikation.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über eine Vielzahl zweikeimblättriger Kulturen wie Kartoffeln, Rüben, Karotten sowie Leguminosen und Sonderkulturen, in denen Schadgräser eine erhebliche Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe darstellen. PHYTAVIS NILAM erfasst zuverlässig problematische Schaderreger wie Acker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeinen Windhalm sowie die hartnäckige Gemeine Quecke.

Durch die flexible Anwendungsmöglichkeit in verschiedenen BBCH-Stadien der Kulturen lässt sich das Herbizid optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es sichert die Erträge und die Qualität der Ernteprodukte, indem es die Konkurrenz durch Ungräser frühzeitig und nachhaltig ausschaltet.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate ("Fops") und ist systemisch wirksam. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff rasch in die Wachstumspunkte (Meristeme) der Schadgräser transportiert. Dort blockiert er das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), was der HRAC-Gruppe 1 (früher Gruppe A) entspricht. Diese Blockade unterbindet die Fettsäuresynthese, wodurch die Bildung neuer Zellmembranen verhindert wird. Innerhalb weniger Tage nach der Behandlung stoppt das Wachstum der Schadgräser. Die betroffenen Blätter verfärben sich rötlich bis nekrotisch, und die Herzblätter lassen sich leicht herausziehen, bis die gesamte Pflanze schließlich vollständig abstirbt.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen, insbesondere bei ohnehin gefährdeten Schaderregern wie dem Acker-Fuchsschwanz, muss PHYTAVIS NILAM strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da der Wirkstoff der HRAC-Gruppe 1 angehört, sollte ein wiederholter, alleiniger Einsatz in derselben Saison vermieden werden. Ein regelmäßiger Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung sind essenziell, um die Selektion resistenter Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

PHYTAVIS NILAM zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden aus. Bei geplanten Tankmischungen mit Breitblatt-Herbiziden ist jedoch Vorsicht geboten, da antagonistische Effekte die Gräserwirkung reduzieren können; hier empfiehlt sich oft eine Splitting-Anwendung oder ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und feintropfige Applikation geachtet werden. Die Zugabe von speziellen Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimierte Netzmitteleigenschaften besitzt.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PHYTAVIS NILAM ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb strenge Abdrifterminderungsauflagen und Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern (BVL-Anwendungsbestimmungen) zwingend einzuhalten sind. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von aquatischen Ökosystemen, müssen die vorgegebenen Düsenklassen und Pufferzonen exakt beachtet werden. Das Mittel wird als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch dennoch nicht in blühende Bestände während des Bienenflugs appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
WiesenlieschgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
MöhreGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
Deutsches WeidelgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
PfirsichEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
Klee-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
Schaf-SchwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
SonnenblumeGemeine Quecke12–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE30T
WiesenschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE14T
LeinGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE120T
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
LaubholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0–590.75 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
Wiesen-RispengrasAusfallgetreide, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras21–290.2 LITER_PER_HECTARE
NadelholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter9–990.75 LITER_PER_HECTARE
KernobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter11–190.75 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE45T
Klee-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
SpeisezwiebelEinkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
ErbseGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE40T
RohrschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter21–390.75 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereGemeine Quecke11–971.5 LITER_PER_HECTARE35T
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke0–591.5 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
NadelholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
Luzerne-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
PerlzwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
SojabohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE90T
PfirsichGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE40T
LaubholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE35T
KernobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
Luzerne-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
ZuckerrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
BlumenkohleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter15–191 LITER_PER_HECTARE28T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE30T
PhaceliaGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.8 LITER_PER_HECTARE90T
WurzelpetersilieGemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
PhaceliaEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
WinterrapsGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE90T
Wurzel- und KnollengemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
FutterrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
SchalotteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ausfallgetreide mit PHYTAVIS NILAM?

Der beste Bekämpfungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Schadgräser, idealerweise wenn das Ausfallgetreide das 2-Blatt- bis Bestockungsstadium (BBCH 12 bis 29) erreicht hat und aktiv wächst. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme über die Blattfläche am effizientesten.

Wie wirkt sich kühle Witterung auf die Effektivität des Herbizids aus?

Da Propaquizafop ein systemischer Wirkstoff ist, erfordert er für eine optimale Verteilung in der Pflanze aktiven Stoffwechsel. Bei extremen Temperaturen (unter 8 °C oder über 25 °C) sowie bei langanhaltender Trockenheit ist die Wirkung verzögert. Ideale Bedingungen sind wüchsige Wetterlagen mit moderaten Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit.

Kann PHYTAVIS NILAM auch zur Bekämpfung von Quecken eingesetzt werden und was ist dabei zu beachten?

Ja, das Pflanzenschutzmittel ist hochwirksam gegen die Gemeine Quecke. Für eine erfolgreiche Bekämpfung muss die Quecke jedoch genügend Blattmasse gebildet haben (ca. 15–20 cm Wuchshöhe), damit ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die unterirdischen Rhizome transportiert werden kann. Hierbei ist stets die höhere registrierte Aufwandmenge zu wählen.

Warum sollte zwischen einer Behandlung mit PHYTAVIS NILAM und einem Dikotylen-Herbizid ein zeitlicher Abstand eingehalten werden?

Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter können zu einem Antagonismus führen, der die Gräserwirkung von Propaquizafop spürbar herabsetzt. Um die volle Selektivität und Wirkung zu sichern, wird empfohlen, zwischen den Anwendungen einen Sicherheitsabstand von mindestens 3 bis 5 Tagen einzuhalten.

Ist PHYTAVIS NILAM in Wasserschutzgebieten uneingeschränkt anwendbar?

Die Anwendung in Wasserschutzgebieten unterliegt den spezifischen regionalen Auflagen und den BVL-Anwendungsbestimmungen zum Grundwasserschutz. Es ist zwingend darauf zu achten, dass keine Abschwemmungen in Oberflächengewässer oder Dränagesysteme erfolgen und die lokalen Gewässerschutzauflagen (z. B. NG-Auflagen) strikt eingehalten werden.

Wie schnell ist das Produkt nach der Anwendung regenfest?

Dank der hochentwickelten Formulierung dringt der Wirkstoff Propaquizafop sehr schnell in das Blattgewebe ein. Bereits etwa eine Stunde nach der Applikation ist das Mittel regenfest, sodass nachfolgende Niederschläge die herbizide Wirkung nicht mehr beeinträchtigen.