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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

ZETROLA

BVL Zul.-Nr. 034107-60

ZETROLA ist ein hochwirksames, selektives und systemisches Pflanzenschutzmittel von ADAMA Deutschland GmbH zur gezielten Bekämpfung von einjährigen und ausdauernden einkeimblättrigen Unkräutern (Gräsern). Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Herbizid durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine hervorragende Verteilung in der Pflanze aus. Es ist für den Einsatz in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Rüben, Leguminosen und verschiedenen Gemüsekulturen zugelassen.

Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie Acker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeine Quecke und den Gemeinen Windhalm. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch über die Blätter in die Schadgräser ein und wird systemisch bis in die Wurzel- und Sprossmeristeme transportiert, was zu einem schnellen Wachstumsstopp führt.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (bekannt als „Fops“) und fungiert als Inhibitor des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase). Im HRAC-System ist dieser Wirkmechanismus in die Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) eingeordnet. Durch die Blockade der ACCase wird die Fettsäuresynthese in den Schadgräsern unterbrochen, was die Bildung neuer Zellmembranen verhindert und somit das Wachstum in den meristematischen Geweben stoppt. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz gegenüber diesem Wirkmechanismus, da ihre ACCase strukturell anders aufgebaut ist. Nach der Behandlung zeigen empfindliche Gräser rasch erste Symptome: Das Wachstum stoppt, die jüngsten Blätter verfärben sich rötlich bis nekrotisch und sterben schließlich mitsamt den unterirdischen Ausläufern vollständig ab.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Schadgräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz, ist ein konsequentes Resistenzmanagement erforderlich. Da Propaquizafop der HRAC-Gruppe 1 angehört, sollte ZETROLA stets im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie HRAC-Gruppe 3 oder 15) eingesetzt werden. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, gezielte Bodenbearbeitung und der Wechsel von Sommer- und Winterungen die langfristige Sicherung der Wirkstoffwirksamkeit.

Mischbarkeit & Tankmischung

ZETROLA zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und spezifischen Nachauflauf-Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter. Bei Mischungen mit bestimmten Wuchsstoffen oder Sulfonylharnstoffen kann jedoch ein Antagonismus auftreten, der die Gräserwirkung abschwächt. In solchen Fällen empfiehlt sich eine Spritzfolge mit einem zeitlichen Abstand von einigen Tagen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine Applikation bei wüchsigem Wetter geachtet werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ZETROLA sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als bienenungefährlich eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in die Umwelt und Abdrift vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Klee-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
PfirsichGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
ZuckerrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
LaubholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
NadelholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
Schaf-SchwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE45T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter11–190.75 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
Wiesen-RispengrasAusfallgetreide, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras21–290.2 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelEinkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
RohrschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
WiesenschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
MöhreGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter21–390.75 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
Deutsches WeidelgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE35T
Luzerne-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
Klee-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
SonnenblumeGemeine Quecke12–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
BaumschulgehölzpflanzenGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke0–591.5 LITER_PER_HECTARE
LaubholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
KernobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE14T
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
LeinGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE120T
KernobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
WinterrapsGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE90T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.8 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE30T
NadelholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
WurzelpetersilieGemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
PfirsichEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
Wurzel- und KnollengemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
SchalotteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
PhaceliaEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE
SojabohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
ErdbeereGemeine Quecke11–971.5 LITER_PER_HECTARE35T
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE40T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter15–191 LITER_PER_HECTARE28T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
WiesenlieschgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE30T
PerlzwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
WinterrapsGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE90T
PhaceliaGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter9–990.75 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
ErbseGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE40T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0–590.75 LITER_PER_HECTARE
Luzerne-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
FutterrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ausfallgetreide mit ZETROLA?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Schadgräser, idealerweise wenn das Ausfallgetreide das 2-Blatt-Stadium bis zum Bestockungsende erreicht hat und aktiv wächst. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche ausreichend groß für die Wirkstoffaufnahme, und die Pflanzen befinden sich in einer vitalen Stoffwechselphase.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von ZETROLA?

Eine warme, wüchsige Witterung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit fördert die Wirkstoffaufnahme und den systemischen Transport in der Pflanze erheblich. Bei extremer Trockenheit, Frost oder starkem Wind sollte die Behandlung verschoben werden, da die Gräser ihren Stoffwechsel verlangsamen und die Wachsschicht der Blätter dicker wird, was die Wirkung mindern kann.

Was muss bei der Bekämpfung der Gemeinen Quecke beachtet werden?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke müssen die Pflanzen genügend Blattmasse gebildet haben (ca. 15–20 cm Wuchshöhe), damit ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die unterirdischen Rhizome transportiert werden kann. Eine Bodenbearbeitung sollte erst stattfinden, wenn die Quecke vollständig abgestorben ist (ca. 2–3 Wochen nach der Spritzung).

Kann ZETROLA bei niedrigen Temperaturen im Herbst eingesetzt werden?

Ja, ein Einsatz im Herbst (z. B. im Winterraps) ist möglich, solange die Schadgräser noch aktiv wachsen und kein Dauerfrost herrscht. Da die Wirkung bei kühleren Temperaturen langsamer eintritt, kann es etwas länger dauern, bis die typischen Absterbesymptome sichtbar werden.

Wie verhält sich ZETROLA bezüglich der Regenfestigkeit?

ZETROLA ist bereits etwa eine Stunde nach der Applikation regenfest. Niederschläge, die nach diesem Zeitraum fallen, beeinträchtigen die Herbizidwirkung nicht mehr, da der Wirkstoff Propaquizafop extrem schnell von der Wachsschicht der Blätter absorbiert wird.

Warum ist ein Wirkstoffwechsel bei der Gräserbekämpfung so wichtig?

Viele Schadgräser, insbesondere der Acker-Fuchsschwanz, neigen stark zur Resistenzbildung gegen ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1). Durch den gezielten Wechsel mit Bodenherbiziden im Vorauflauf oder Wirkstoffen anderer HRAC-Klassen wird der Selektionsdruck gesenkt und die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffgruppe erhalten.