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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

AGIL-S

BVL Zul.-Nr. 034107-00

AGIL-S ist ein hochwirksames, selektives und systemisches Graminizid zur gezielten Ausschaltung von einjährigen und ausdauernden einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern). Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine extrem schnelle Aufnahme über das Blattwerk der Schadpflanzen aus. Es wird vor allem in zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln sowie verschiedenen Leguminosen und Sonderkulturen eingesetzt, in denen eine selektive Gräserbekämpfung ohne Beeinträchtigung der Hauptkultur erforderlich ist.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Band wirtschaftlich bedeutender Ungräser. Hierzu zählen insbesondere das weit verbreitete Ausfallgetreide, der ertragsmindernde Acker-Fuchsschwanz, der Gemeine Windhalm sowie hartnäckige, ausdauernde Arten wie die Gemeine Quecke. Dank seiner hervorragenden Kulturverträglichkeit bietet AGIL-S Landwirten eine hohe Flexibilität bei der Terminierung der Nachauflaufbehandlung.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (bekannt als „Fops“) und ist als ACCase-Hemmer in die HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockierung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Ohne diese Fettsäuren können keine neuen Zellmembranen gebildet werden, was das Wachstum der Gräser abrupt stoppt. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff innerhalb kürzester Zeit in das Blattgewebe ein und wird systemisch sowohl akropetal als auch basipetal (über Phloem und Xylem) in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) der Triebe und Wurzeln transportiert. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen der jüngsten Blätter und Herzblätter treten nach wenigen Tagen auf, gefolgt vom vollständigen Absterben der gesamten Schadpflanze innerhalb von zwei bis vier Wochen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen – insbesondere bei ohnehin gefährdeten Schaderregern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Gemeinen Windhalm – wirksam vorzubeugen, muss AGIL-S in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche ist strikt zu vermeiden. Stattdessen sollten Wirkstoffe mit unterschiedlichen Mechanismen (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder Bodenherbizide im Vorauflauf) in der Fruchtfolge abgewechselt werden. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und eine sorgfältige mechanische Bodenbearbeitung die langfristige Wirksamkeit des Mittels.

Mischbarkeit & Tankmischung

AGIL-S weist eine gute Mischbarkeit mit zahlreichen Fungiziden und Insektiziden auf. Bei geplanten Tankmischungen mit Breitblatt-Herbiziden (insbesondere Sulfonylharnstoffen oder Wuchsstoffen) ist jedoch Vorsicht geboten, da antagonistische Effekte auftreten können, welche die Gräserwirkung spürbar reduzieren. In solchen Fällen ist eine getrennte, zeitlich versetzte Anwendung (Splitting) zu bevorzugen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sind günstige Witterungsbedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen im wüchsigen Bereich entscheidend; auf den Zusatz von separaten Netzmitteln kann aufgrund der bereits optimierten Formulierung meist verzichtet werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von AGIL-S sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz und zur Schonung der Umwelt strikt einzuhalten. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation ist die persönliche Schutzausrüstung (PPE) gemäß Sicherheitsdatenblatt zu tragen. Zum Schutz von Oberflächengewässern und aquatischen Organismen müssen die vom BVL definierten Abstandsauflagen und gegebenenfalls verlustmindernde Technik berücksichtigt werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Abdrift in blühende Bestände oder angrenzende Biotope konsequent vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ErbseGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE40T
PhaceliaEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
SpeisezwiebelEinkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
PhaceliaGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter9–990.75 LITER_PER_HECTARE
PfirsichGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
Wurzel- und KnollengemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
RohrschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE35T
KernobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
BlumenkohleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter15–191 LITER_PER_HECTARE28T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.8 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
Luzerne-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
KernobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
LaubholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE90T
Deutsches WeidelgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
SonnenblumeGemeine Quecke12–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
ZuckerrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereGemeine Quecke11–971.5 LITER_PER_HECTARE35T
NadelholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
WiesenschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
MöhreGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke0–591.5 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0–590.75 LITER_PER_HECTARE
Schaf-SchwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
PfirsichEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
Luzerne-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
NadelholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter21–390.75 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
LeinGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE120T
PerlzwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
KartoffelGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE30T
Klee-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
WurzelpetersilieGemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
Klee-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE45T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
WiesenlieschgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
Wiesen-RispengrasAusfallgetreide, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras21–290.2 LITER_PER_HECTARE
SchalotteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
SojabohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
LaubholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE40T
FutterrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter11–190.75 LITER_PER_HECTARE
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE30T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ausfallgetreide mit AGIL-S?

Der beste Bekämpfungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Ungräser, idealerweise wenn das Ausfallgetreide das 2-Blatt- bis Bestockungsstadium (BBCH 12–29) erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt sind die Pflanzen voll im Wachstum und nehmen den systemischen Wirkstoff besonders effizient auf.

Wie beeinflusst die Witterung die biologische Wirksamkeit von AGIL-S?

AGIL-S entfaltet seine beste Wirkung bei wüchsigem Wetter mit milden Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da dies den Stoffwechsel der Ungräser anregt. Bei extremer Trockenheit, Frost oder einer stark ausgeprägten Wachsschicht auf den Blättern ist die Aufnahme verzögert; unter solchen Stressbedingungen sollte die Behandlung verschoben werden.

Was muss bei der Bekämpfung der Gemeinen Quecke speziell beachtet werden?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke ist eine höhere Aufwandmenge (bis zu 2,0 l/ha) erforderlich. Die Quecke sollte zum Spritzzeitpunkt eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht haben, damit genügend Blattfläche vorhanden ist, um den Wirkstoff aufzunehmen und systemisch bis in die unterirdischen Rhizome zu transportieren.

Kann AGIL-S in Tankmischung mit anderen Herbiziden ausgebracht werden?

Mischungen mit Fungiziden sind meist problemlos. Bei Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (z. B. Sulfonylharnstoffen) kann jedoch ein Antagonismus auftreten, der die Wirkung gegen Gräser abschwächt. Im Zweifel wird eine Solo-Anwendung von AGIL-S mit einem zeitlichen Abstand von mindestens 3–5 Tagen empfohlen.

Wie schnell ist das Pflanzenschutzmittel nach der Ausbringung regenfest?

Dank der modernen Formulierung dringt der Wirkstoff Propaquizafop sehr rasch in das Blatt ein. AGIL-S ist in der Regel bereits eine Stunde nach der Anwendung regenfest, sodass nachfolgende Niederschläge die Wirksamkeit nicht mehr negativ beeinflussen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Mittel gegen Acker-Fuchsschwanz?

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