Assynt
Assynt ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen, darunter Winter- und Sommerweichweizen, Winter- und Sommergerste, Roggen sowie Triticale. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit dem bewährten Wirkstoff Tribenuron (500 g/kg), bietet das Pflanzenschutzmittel eine flexible und wirtschaftliche Lösung für die Unkrautkontrolle im Frühjahr.
Das Wirkungsspektrum umfasst wichtige wirtschaftliche Schaderreger wie die Vogel-Sternmiere, die Kornblume, den Acker-Senf und das Acker-Vergissmeinnicht. Dank der sehr geringen Aufwandmenge von nur 30 g/ha zeichnet sich Assynt durch eine hervorragende Handhabung, geringe Transport- und Lagerkapazitäten sowie eine hohe Umweltverträglichkeit aus. Die Aufnahme erfolgt primär über die Blätter der Unkräuter, gefolgt von einer raschen systemischen Verteilung in der gesamten Pflanze.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Assynt enthaltene Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System der Gruppe 2 (ehemals Klasse B) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Nach der Aufnahme über das Blattwerk wird der Wirkstoff rasch in die Spross- und Wurzelmeristeme transportiert. Dort führt die Blockade der ALS zu einem sofortigen Wachstumsstopp der sensitiven Schaderreger. Erste sichtbare Symptome wie Vergilbungen (Chlorosen) und anschließende Nekrosen an den Vegetationspunkten zeigen sich je nach Witterung nach ein bis drei Wochen, während die Unkräuter bereits kurz nach der Behandlung keine Konkurrenz mehr für die Kultur darstellen.
Resistenzmanagement
Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus von ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2) besteht ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei weit verbreiteten Schaderregern wie der Vogel-Sternmiere. Zur Vermeidung von Resistenzbildungen sollte Assynt stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies umfasst den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. Wuchsstoffen der Gruppe 4) in der Fruchtfolge sowie die mechanische Unkrautbekämpfung und den Anbau konkurrenzstarker Kulturen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Assynt zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreidefungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) aus. Bei Mischungen mit Gräserherbiziden (Graminiziden) ist auf mögliche antagonistische Effekte zu achten; hier empfiehlt sich im Zweifel eine zeitlich versetzte Anwendung. Für eine optimale Benetzung der Unkrautblätter sollte eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha gewählt werden. Die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans) kann die Wirkstoffaufnahme insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen und bei verholzten Wachsschichten der Unkräuter signifikant verbessern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Assynt sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen und Bienenflug vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterhartweizen | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht | 13–39 | 0.03 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Assynt im Frühjahr?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Unkräuter im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium (Keim- bis 4-Blatt-Stadium) befinden. Warme, wüchsige Witterung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und den systemischen Transport in der Pflanze.
Kann Assynt auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, Assynt wirkt auch bei niedrigeren Temperaturen ab ca. 5 bis 8 °C, solange die Unkräuter physiologisch aktiv sind und wachsen. Bei starkem Frost oder extrem langanhaltender Trockenheit sollte die Anwendung jedoch verschoben werden, da der verlangsamte Pflanzenstoffwechsel die Wirkung beeinträchtigen kann.
Wie lange nach der Anwendung von Assynt darf es nicht regnen?
Assynt ist nach etwa zwei Stunden regenfest. Regenereignisse nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die Herbizidwirkung nicht mehr, da der Wirkstoff bis dahin vollständig in das Blattgewebe der Schaderreger eingedrungen ist.
Welche Einschränkungen gibt es beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Assynt?
Da Tribenuron im Boden relativ schnell durch mikrobiellen Abbau und Hydrolyse inaktiviert wird, bestehen bei normalem Kulturwechsel im Herbst oder im folgenden Frühjahr keine Einschränkungen für den Nachbau zweikeimblättriger Kulturen. Nach einem vorzeitigen Umbruch der Kultur sollten vor der Neuansaat bodenwendende Maßnahmen wie Pflügen durchgeführt werden.
Ist der Zusatz eines Netzmittels (Adjuvans) bei der Anwendung von Assynt ratsam?
Ja, insbesondere bei ungünstigen Bedingungen wie langanhaltender Trockenheit oder bei Unkräutern mit starker Wachsschicht (z. B. weißer Gänsefuß) verbessert die Zugabe eines nicht-ionischen Netzmittels die Benetzung und beschleunigt das Eindringen des Wirkstoffs in das Blatt.
Warum ist die Anwendung auf das BBCH-Stadium 39 (Fahnenblattstadium) begrenzt?
Die Begrenzung bis BBCH 39 stellt sicher, dass keine phytotoxischen Schäden an den sich entwickelnden Ähren oder Rispen des Getreides auftreten. Zudem ist eine späte Anwendung physiologisch weniger effektiv, da größere Unkräuter schwerer vollständig zu bekämpfen sind und bereits erhebliche Ertragskonkurrenz ausgeübt haben.