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Sonstige · GLOBACHEM NV

Bigalo

BVL Zul.-Nr. 00A702-00

Bigalo ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in verschiedenen Sonderkulturen, Gemüse- und Beerenobstkulturen. Formuliert als wasserlösliches Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um einen langanhaltenden Schutz sowie eine hervorragende kurative und protektive Wirkung zu erzielen. Es zeigt eine herausragende Leistung gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Botrytis cinerea, Echte Mehltaupilze und Sclerotinia-Arten.

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen bietet Bigalo eine exzellente vorbeugende Wirkung, die das Keimen der Sporen und das Eindringen des Pilzmyzels in das Pflanzengewebe der Kultur verhindert. Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften verteilt sich der Schutz optimal in der Kultur, sodass auch Neuzuwachs und schwer erreichbare Pflanzenteile geschützt werden.

Die Zulassung erstreckt sich über eine Vielzahl von Kulturen wie Erdbeeren, Möhren, Salat, verschiedene Kohlarten und Ackerbohnen. Dies macht Bigalo zu einem äußerst flexiblen Werkzeug im professionellen Anbau, das sich hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren lässt, um Ertrag und Qualität abzusichern.

Wirkstoffe

Boscalid
267 g/kg · Wirkstoff
Pyraclostrobin
67 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Bigalo basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten. Boscalid gehört zur Gruppe der Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Es hemmt das Enzym Succinat-Dehydrogenase im Komplex II der mitochondrialen Atmungskette der Pilze. Dadurch wird der Citratzyklus unterbrochen, was dem Schaderreger die lebensnotwendige Energiequelle entzieht und das Myzelwachstum sowie die Sporenbildung stoppt. Pyraclostrobin ergänzt diese Wirkung als Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (QoI, FRAC-Gruppe 11). Es greift ebenfalls in die Energieproduktion des Pilzes ein, indem es den Elektronentransport im Komplex III der Atmungskette blockiert. Diese duale Hemmung der Zellatmung an zwei unterschiedlichen Stellen führt zu einem schnellen und nachhaltigen Absterben der Schadpilze. Zudem fördert Pyraclostrobin physiologische Effekte in der Kultur, wie eine verbesserte Stresstoleranz und einen ausgeprägten Greening-Effekt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt Bigalo bereits die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppe 7 und 11). Dennoch solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts im Wechsel mit Fungiziden einsetzen, die andere Wirkungsmechanismen aufweisen. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den Zulassungsvorgaben und vermeide den ausschließlichen Einsatz von SDHI- oder Strobilurin-haltigen Produkten, um die Sensitivität der Schaderreger langfristig zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bigalo ist im Allgemeinen gut mit gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen zu gewährleisten, und setze die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen an. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber bei Kulturen mit starker Wachsschicht die Benetzung verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Bigalo ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Vermeide jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer und halte dich an die allgemeinen Gewässerschutzauflagen, um aquatische Organismen und die Umwelt zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Weißer Rost (Albugo candida)1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
BlumenkohlAlternaria Arten (Alternaria sp.)1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)1 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
Schwarze JohannisbeereBotrytis cinerea60–991.5 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
SalateSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea, Rhizoctonia solani1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria Arten (Alternaria sp.)1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchte Mehltaupilze, Erdbeeranthraknose (Colletotrichum acutatum)1.8 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
RosenkohlWeißer Rost (Albugo candida)1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
RosenkohlRingfleckenkrankheit (Mycosphaerella brassicicola)1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
AckerbohneBotrytis fabae1 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
BlumenkohlRingfleckenkrankheit (Mycosphaerella brassicicola)1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
ErdbeereBotrytis cinerea58–971.8 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
SalateSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea, Rhizoctonia solani1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Ringfleckenkrankheit (Mycosphaerella brassicicola)1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
Schwarze JohannisbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
ErdbeereEchte Mehltaupilze, Erdbeeranthraknose (Colletotrichum acutatum)1.8 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Schwarze JohannisbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)0–931.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
MöhreEchte Mehltaupilze0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
ErdbeereBotrytis cinerea58–971.8 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
MöhreSclerotinia sclerotiorum1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Bigalo gegen Botrytis in Erdbeeren?

Um deine Erdbeeren optimal gegen Botrytis cinerea (Grauschimmel) zu schützen, solltest du die erste Behandlung vorbeugend ab Beginn der Blüte (BBCH 61) durchführen. Da der Pilz vor allem über absterbende Blütenorgane infiziert, sichert eine frühe Applikation die jungen Fruchtansätze am effektivsten ab.

Wie verhält sich Bigalo bei unbeständigem Wetter und Regen nach der Anwendung?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme und der ausgeprägten Haftung auf der Wachsschicht der Blätter ist Bigalo bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. Dennoch solltest du darauf achten, dass die Kultur zum Zeitpunkt der Applikation trocken ist, um ein Abschwemmen zu verhindern.

Kann ich Bigalo auch vorbeugend gegen Möhrenschwärze einsetzen?

Ja, die vorbeugende Anwendung ist der Schlüssel zum Erfolg. Du solltest Bigalo bei ersten Infektionsbedingungen oder nach Warndienstaufrufen spritzen, noch bevor die ersten Symptome von Alternaria dauci auf den Blättern der Möhren sichtbar werden, um den Blattapparat gesund zu erhalten.

Warum enthält Bigalo zwei verschiedene Wirkstoffe und was bedeutet das für meine Spritzfolge?

Die Kombination aus Boscalid und Pyraclostrobin mindert das Risiko von Resistenzbildungen erheblich, da der Pilz an zwei verschiedenen Stellen der Zellatmung attackiert wird. Für deine Spritzfolge bedeutet dies, dass du nachfolgend Fungizide aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Triazole oder Kontaktmittel) einplanen solltest.

Wie finde ich heraus, ob Bigalo für meine spezifische Kultur und den Schaderreger in der laufenden Saison zugelassen ist?

Nutze hierzu einfach die Such- und Filterfunktionen direkt auf agronomy.farmable.tech. Gib den Namen deiner Kultur oder des Schaderregers ein, um die aktuellsten Zulassungsdaten des BVL, inklusive der spezifischen Aufwandmengen und Wartezeiten für deine Region, einzusehen.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachten?

Die Wartezeit von Bigalo variiert je nach Kultur stark zwischen 3 und 21 Tagen. Du musst diesen Zeitraum unbedingt in deiner Ernteplanung berücksichtigen, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Rückstände auf dem Erntegut verbleiben.