Butisan
Butisan ist ein bewährtes, bodenwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und gleichmäßig in der Spritzbrühe verteilen. Es hat sich als verlässliche Standardlösung im Rapsanbau sowie in verschiedenen Gemüsekulturen etabliert, um unerwünschte Begleitvegetation bereits im Keimblattstadium oder kurz nach dem Auflaufen effektiv zu unterdrücken.
Durch sein breites Wirkungsspektrum erfasst Butisan wichtige Leitunkräuter und sorgt für einen unkrautfreien Start der Kultur. Die Anwendung erfolgt flexibel im Vorauflauf oder im frühen Nachauflauf (BBCH 00 bis 18), was dir eine hohe Flexibilität bei der Terminierung der Feldarbeiten im Spätsommer oder Herbst ermöglicht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Metazachlor gehört zur HRAC-Gruppe 15 (ehemals K3) und wirkt als Hemmstoff der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA-Inhibitor). Dieser biochemische Mechanismus greift gezielt in die Zellteilung und das Streckungswachstum der keimenden Unkräuter ein. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln, den Keimling sowie das Hypokotyl bzw. die Koleoptile der Schaderreger, wodurch diese bereits vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche absterben. Da die Wirkung maßgeblich über den Boden transportiert wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung und Verteilung des Wirkstoffdepots im oberen Bodenhorizont entscheidend. Bei optimalen Bedingungen bildet sich ein stabiler Herbizidfilm, der auflaufende Unkrautwellen über einen längeren Zeitraum hinweg zuverlässig erfasst.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen Gräsern und Unkräutern vorzubeugen, solltest du Butisan stets in ein integriertes Herbizidkonzept einbinden. Dies bedeutet, dass du Wirkstoffe aus der HRAC-Gruppe 15 im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge einsetzt. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von Metazachlor auf derselben Fläche und nutze, wenn möglich, mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger nachhaltig zu senken.
Mischbarkeit & Tankmischung
Butisan zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Nachauflauf-Herbiziden, Graminiziden und Insektiziden aus. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Mischungspartner nacheinander vollständig im Tank gelöst werden, wobei Butisan als Suspensionskonzentrat idealerweise zuerst zugegeben wird. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem hartes oder sehr kaltes Wasser, um die physikalische Stabilität der Spritzbrühe nicht zu gefährden. Eine Anwendung auf feuchtem Boden optimiert die Wirkung, während extreme Trockenheit die Effizienz mindern kann.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da der Wirkstoff Metazachlor ein Gefährdungspotenzial für Gewässerorganismen aufweist, musst du Abdrift auf angrenzende Oberflächengewässer strikt vermeiden und abdriftmindernde Düsentechnik einsetzen. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern sollte die Anwendung nicht in blühende Kulturen oder auf aktiv von Bienen beflogene Flächen erfolgen; verlege die Behandlung bei Bedarf in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–18 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–18 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Markstammkohl | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–16 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Markstammkohl | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Krambe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Leindotter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–16 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–16 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–16 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Meerrettich | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Butisan im Raps?
Der beste Zeitpunkt liegt im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kultur (BBCH 00 bis 18). Ideal ist eine Behandlung kurz nach der Saat auf ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett, da der Wirkstoff Metazachlor über die Bodenfeuchtigkeit aktiviert werden muss, um die keimenden Unkräuter direkt im Boden zu erfassen.
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?
Da Metazachlor ein Bodenwirkstoff ist, benötigt er Feuchtigkeit, um sich im oberen Bodenbereich zu lösen und von den Keimlingen aufgenommen zu werden. Bei anhaltender Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; sobald jedoch Niederschläge fallen, wird das im Boden stabile Depot reaktiviert und erfasst auch später keimende Schaderreger.
Kann ich Butisan mit einem Gräserherbizid (Graminizid) mischen?
Ja, eine Tankmischung mit vielen zugelassenen Graminiziden ist möglich und oft sinnvoll, um das Wirkungsspektrum gegen ausfallendes Getreide oder stärkere Gräserbesätze zu erweitern. Achte bei der Erstellung der Spritzbrühe darauf, Butisan zuerst vollständig im Wasser zu verteilen, bevor du den Mischungspartner hinzugibst.
Was muss ich beim Nachbau nach dem Einsatz von Butisan beachten?
Nach dem regulären Einsatz von Butisan in der Fruchtfolge können im folgenden Frühjahr fast alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen und empfindliche Folgekulturen zu schützen.
Warum ist eine feinkrümelige Bodenstruktur für den Behandlungserfolg so wichtig?
Grobe Kluten und Steine werfen 'Spritzschatten', unter denen Unkrautsamen keimen können, ohne mit dem Herbizidfilm in Kontakt zu kommen. Ein feines, gut rückverfestigtes Saatbett sorgt für eine lückenlose Verteilung des Wirkstoffs auf der Bodenoberfläche und maximiert so den Bekämpfungserfolg.
Wie verhindere ich eine Wirkstoffverlagerung bei Starkregen?
Um Auswaschungen oder Abschwemmungen des Wirkstoffs in tiefere Bodenschichten oder benachbarte Gewässer zu vermeiden, solltest du die Anwendung nicht auf staunassen Böden oder unmittelbar vor angekündigten Starkregenereignissen durchführen. Ein gut abgesetztes Saatbett mindert zudem das Risiko von Erosionsschäden.