Alle Mittel
OTHER · GLOBACHEM NV

Chanon

BVL Zul.-Nr. 00A472-00

Chanon ist ein hochwirksames, selektives Bodenherbizid zur Bekämpfung einer breiten Palette von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten Wirkstoff Aclonifen, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Flexibilität und ist für den Einsatz in zahlreichen Kulturen wie Kartoffeln, Hülsenfrüchten (z. B. Ackerbohnen, Erbsen, Linsen, Sojabohnen) sowie verschiedenen Getreidearten zugelassen. Es zeichnet sich durch eine langanhaltende Bodenwirkung aus, die die Kultur in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei hält.

Das Produkt wird im Vorauflauf angewendet und bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche. Durch die breite Zulassung und das ausgeprägte Wirkungsspektrum gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie den Weißen Gänsefuß und den Winden-Knöterich stellt Chanon ein wichtiges Fundament im modernen Ackerbau dar, um Erträge und Qualitäten von Anfang an zu sichern.

Wirkstoffe

Aclonifen
600 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Chanon enthaltene Wirkstoff Aclonifen gehört zur chemischen Gruppe der Diphenylether und ist in die HRAC-Gruppe 32 (Inhibitoren der Carotinoid-Biosynthese) eingestuft. Der Wirkstoff wird von den keimenden Unkräutern vor allem über das Hypokotyl, die Kotyledonen oder die Koleoptile aufgenommen, während die Aufnahme über die Wurzeln eine untergeordnete Rolle spielt. Nach der Aufnahme blockiert Aclonifen die Synthese von Carotinoiden, was unter Lichteinfluss zu einer Zerstörung des Chlorophylls führt. Dieser lichtabhängige Prozess äußert sich visuell durch ein starkes Ausbleichen (Bleaching) der betroffenen Unkräuter, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Keimlinge innerhalb weniger Tage nach dem Auflaufen. Da der Wirkstoff einen stabilen Belag auf der Bodenoberfläche bildet, werden auch später keimende Schaderreger beim Durchstoßen dieser Schicht zuverlässig erfasst.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Chanon (HRAC-Gruppe 32) stets in ein integriertes Unkrautbekämpfungskonzept eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 5) in der Fruchtfolge sowie mechanische Regulierungsmaßnahmen. Durch den spezifischen Wirkungsmechanismus von Aclonifen eignet sich das Mittel hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement, insbesondere in Spritzfolgen oder als Mischungspartner, um Selektionsdruck auf problematische Unkrautpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Chanon ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Vorauflaufherbiziden mischbar, um das Wirkungsspektrum gegen spezifische Ungräser oder schwer bekämpfbare Unkräuter abzurunden. Vor der Herstellung einer Tankmischung wird jedoch dringend empfohlen, eine physikalische Mischbarkeitsprüfung (Kübeltest) durchzuführen. Für eine optimale Wirkung ist eine gleichmäßige Benetzung des Bodens erforderlich; daher sollte die Anwendung mit einer Wassermenge von 200–400 l/ha auf ein gut abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett erfolgen. Eine Einarbeitung des Mittels in den Boden ist zu unterlassen, da dies den Herbizidfilm zerstört.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Chanon sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (BVL-Auflagen) genau zu beachten. Da der Wirkstoff als giftig für aquatische Organismen eingestuft ist, muss ein Eintrag des Mittels in Gewässer durch Abdrift oder Abschwemmung konsequent verhindert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelWeißer Gänsefuß0–82 LITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–131 LITER_PER_HECTARE90T
WintergersteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–71.35 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–71.35 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–82 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–71.35 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–82 LITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–71.5 LITER_PER_HECTARE90T
WintertriticaleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–71.35 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–71.35 LITER_PER_HECTARE
SojabohneWinden-Knöterich, Weißer Gänsefuß0–81.5 LITER_PER_HECTARE
PastinakEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–131 LITER_PER_HECTARE90T
SpeiselinseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–82 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Effizienz von Chanon aus?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach ist vorteilhaft, da sie die Aktivierung des Wirkstoffs im Bodenkeimhorizont unterstützt. Chanon wirkt jedoch im Vergleich zu anderen Bodenherbiziden relativ unabhängig von extremer Bodenfeuchte, da der Wirkstoff stabil an den Bodenteilchen haftet und primär beim Durchstoßen des Herbizidfilms durch die Unkrautkeimlinge aufgenommen wird.

Warum ist die Bodenstruktur für den Erfolg der Behandlung so entscheidend?

Da Chanon einen gleichmäßigen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche bilden muss, ist ein feinkrümeliges, klumpenfreies Saatbett ohne grobe Ernterückstände essenziell. Große Erdschollen beschatten den Boden und zerfallen später durch Regen, wodurch unbehandelte Bodenstellen freigelegt werden, auf denen Unkräuter ungehindert keimen können.

Kann Chanon auch im Nachauflauf der Unkräuter eingesetzt werden?

Nein, Chanon ist ein reines Vorauflaufherbizid. Die Unkräuter müssen den Wirkstoff während des Keimprozesses beim Durchstoßen der Bodenoberfläche aufnehmen. Haben sich die Unkräuter bereits etabliert, ist die Wirkung unzureichend, da die Aufnahme über das Blattwerk voll entwickelter Pflanzen für eine sichere Bekämpfung nicht ausreicht.

Welche Rolle spielt das Sonnenlicht bei der Wirkung von Aclonifen?

Aclonifen ist ein lichtabhängiger Wirkstoff. Nach der Aufnahme durch das keimende Unkraut führt die Einwirkung von Tageslicht zur Aktivierung des Herbizids in den Pflanzenzellen. Dies löst den typischen Bleicheffekt (Chlorose) und das anschließende Absterben der Schaderreger aus.

Was muss bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur beachtet werden?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch der mit Chanon behandelten Kultur notwendig werden (z. B. durch Frost- oder Hagelschaden), ist vor der Neuansaat von Folgekulturen eine gründliche, tiefe Bodenbearbeitung (vorzugsweise pflügen) durchzuführen. Dies verdünnt die Wirkstoffkonzentration in der Keimzone und schützt die nachfolgende Kultur vor phytotoxischen Schäden.

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei Starkregen kurz nach der Applikation?

Starkregen direkt nach der Anwendung kann zu einer vertikalen Verlagerung des Wirkstoffs in die Keimzone der Kultur führen, was insbesondere bei flach gesäten Kulturen vorübergehende Wachstumshemmungen oder Chlorosen verursachen kann. Zudem besteht auf Hanglagen das Risiko von Abschwemmungen. Die Anwendung sollte daher nicht vor angekündigten Starkniederschlägen erfolgen.