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Kultur

Pastinak

Pastinaca sativa
PAVSA

Die Pastinake (Pastinaca sativa, EPPO-Code: `PAVSA`) ist eine traditionsreiche, zweijährige Kultur, die im professionellen Feldgemüsebau in Mitteleuropa eine bedeutende Renaissance erlebt. Als klassisches Wurzelgemüse zeichnet sie sich durch eine hervorragende Frosthärte und einen charakteristisch süßlich-würzigen Geschmack aus. Die Kultur stellt aufgrund ihrer sehr langen Keimphase und der langsamen Jugendentwicklung besonders hohe Ansprüche an das Unkrautmanagement und die Bodenvorbereitung.

Im Vergleich zu Karotten ist die Pastinake deutlich unempfindlicher gegenüber Frost, weshalb sie oft bis weit in den Winter hinein auf dem Feld verbleiben kann. Für den Erwerbsanbau ist eine präzise Steuerung der Bestandesdichte entscheidend, um gleichmäßige, marktfähige Rübenformen zu erzielen. Ein tiefer, lockerer Boden ist die Grundvoraussetzung, um Beinigkeit und unerwünschte Verzweigungen der Rüben zu verhindern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Mitte Mai
Erntefenster
Oktober bis März
Reihenabstand
35–45 cm
Typischer Ertrag
30–50 t/ha
Wärmesumme (GDD)
2200
Boden-pH
6,0–7,0

Bodenmanagement

Für den erfolgreichen Anbau dieser Kultur ist ein tiefgründig gelockerter, humoser und steinfreier Sand- oder Lehmboden essenziell. Schwere oder steinige Böden führen unweigerlich zu deformierten, beinigen Rüben, was den Marktwert drastisch senkt. Häufig wird die Kultur auf Dämmen mit einem Reihenabstand von etwa 45 cm angebaut, um die Erwärmung des Bodens zu fördern und die mechanische Unkrautregulierung zu erleichtern. Eine gleichmäßige Wasserversorgung, insbesondere während des Hauptdickenwachstums im Spätsommer, verhindert das Aufplatzen der Rüben. Frisch organisch gedüngte Flächen solltest du unbedingt vermeiden, da dies den Befall mit bodenbürtigen Schaderregern begünstigt.

Schaderreger-Management

Aufgrund der sehr langsamen Jugendentwicklung ist eine konsequente Unkrautregulierung in den ersten Wochen entscheidend, wobei sowohl mechanische Verfahren als auch zugelassene Herbizide zum Einsatz kommen. Zu den bedeutendsten tierischen Schaderregern gehört die Möhrenfliege, deren Larven tiefe Fraßgänge in den Rüben verursachen; hier helfen Kulturschutznetze und eine gezielte Standortwahl. Pilzliche Schaderreger wie Sclerotinia sclerotiorum und Rhizoctonia solani können erhebliche Fäulnisschäden im Feld sowie im Lager verursachen. Ein weiter Fruchtfolgeabstand von mindestens 4 bis 5 Jahren zu anderen Doldenblütlern ist die wirksamste vorbeugende Maßnahme. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müssen die spezifischen Zulassungen und Wartezeiten für diese Kultur strikt beachtet werden.

Sorten

Mitra

Mittelfrüh bis spät

Sehr hoher Ertrag an marktfähiger Ware.

Resistent gegen: Wurzelkropf

Anfällig für: Möhrenfliege, Sclerotinia

Sehr bewährte, ertragreiche Standardsorte für den mitteleuropäischen Anbau mit gleichmäßig weißer Außenhaut und gutem Geschmack.

Javelin F1

Mittelfrüh

Hoher und sehr homogener Ertrag.

Resistent gegen: Krebsfäule, Echter Mehltau

Anfällig für: Möhrenfliege

Wüchsige F1-Hybride mit schlanken, gleichmäßigen Rüben und guter Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.

Gladiator F1

Früh bis mittelfrüh

Überdurchschnittlich hoher Ertrag bereits bei früher Ernte.

Resistent gegen: Krebsfäule

Anfällig für: Rhizoctonia

Sehr raschwüchsige Hybride, die sich hervorragend für den frühen Markt eignet. Zeigt eine schöne, glatte Haut.

Aromata

Spät

Solider, stabiler Ertrag mit hohem Zuckergehalt.

Anfällig für: Echter Mehltau, Sclerotinia

Aromatische, samenfeste Sorte mit halblangen, kräftigen Rüben. Hervorragend für die späte Ernte und Einlagerung geeignet.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie kannst du die langsame Keimung der Pastinake im Feld beschleunigen?

Da die Samen dieser Kultur bis zu drei Wochen zur Keimung benötigen, solltest du auf ein optimal rückverfestigtes, feuchtes Saatbett achten. Eine flache Saatgutablage von maximal 1,5 bis 2 cm und das anschließende Walzen sichern den notwendigen Bodenschluss. In trockenen Frühjahren kann eine gezielte Beregnung den Feldaufgang entscheidend absichern.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Unkrautbekämpfung?

Die kritischste Phase liegt zwischen BBCH 10 (Keimblattentfaltung) und BBCH 19 (9 oder mehr Laubblätter entfaltet). Da die Kultur in dieser Zeit extrem langsam wächst, ist der Unkrautdruck hoch. Herbizidanwendungen oder mechanische Behandlungen müssen frühzeitig und präzise auf diese Stadien abgestimmt werden, um Kulturschäden zu vermeiden.

Wie schützt du deine Kultur effektiv vor der Möhrenfliege?

Neben dem Aufstellen von Gelbtafeln zur Überwachung des Zuflugs ist das lückenlose Abdecken der Dämme mit engmaschigen Kulturschutznetzen (Maschenweite maximal 0,8 mm) ab dem Auflaufen die sicherste Methode. Vermeide zudem windgeschützte Lagen und halte weite Abstände zu den Vorjahresflächen ein.

Warum ist die Stickstoffdüngung bei dieser Kultur mit Vorsicht zu dosieren?

Ein Überangebot an Stickstoff fördert ein übermäßiges Laubwachstum auf Kosten der Rübenentwicklung und erhöht die Anfälligkeit für Schaderreger wie Sclerotinia-Fäule. Zudem sinkt die Lagerfähigkeit der Rüben drastisch. Eine bedarfsgerechte Düngung basierend auf einer Nmin-Bodenanalyse im Frühjahr ist daher zwingend ratsam.

Wie verhältst du dich bei der Ernte im Winter, um Qualitätsverluste zu vermeiden?

Obwohl die Rüben frosthart sind, solltest du sie nicht im gefrorenen Zustand roden, da sie dann extrem stoßempfindlich sind und im Lager schnell faulen. Warte frostfreie Perioden ab oder nutze Strohabdeckungen, um den Boden offen zu halten, damit du die Rüben schonend und beschädigungsfrei ernten kannst.

Wo findest du zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger bei Pastinaken?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub, um gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln für die Kultur Pastinake zu filtern. Achte dabei stets auf die aktuellen BVL-Zulassungsdaten, die spezifischen Aufwandmengen sowie die vorgeschriebenen Wartezeiten vor der Ernte.