CLAYTON RELIC
CLAYTON RELIC ist ein hochwirksames Insektizid auf Basis des bewährten Wirkstoffs Spinosad (480 g/l), das als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist. Durch seine biologische Herkunft – gewonnen aus dem Bodenbakterium Saccharopolyspora spinosa – verbindet das Pflanzenschutzmittel die hervorragende Wirksamkeit synthetischer Wirkstoffe mit den Vorteilen eines naturnahen Ansatzes. Es nimmt daher eine Schlüsselrolle im integrierten Pflanzenschutz ein.
Das Anwendungsspektrum in Deutschland umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Kulturen wie Kohlgemüse (u.a. Kopfkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl), Kernobst (Apfel, Birne, Quitte), Erdbeeren, Lauch und Zierpflanzen. CLAYTON RELIC bekämpft dabei zielsicher ein breites Spektrum an Schaderregern, darunter beißende Raupen wie die Kohlschabe, Kohlweißlings-Arten und die Kohleule, Wickler-Arten im Obstbau sowie hartnäckige saugende Schädlinge wie den Kalifornischen Blütenthrips und den Zwiebelthrips.
Dank seiner schnellen Anfangswirkung und den vorteilhaften, kurzen Wartezeiten von 1 bis 7 Tagen bietet dir das Produkt maximale Flexibilität in der Bestandsführung – selbst in späten Wachstumsstadien kurz vor der Ernte, um die geforderte Marktqualität deiner Erzeugnisse abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in CLAYTON RELIC enthaltene Wirkstoff Spinosad gehört zur chemischen Klasse der Spinosyne und ist in die IRAC-Gruppe 5 eingestuft. Er wirkt sowohl als Kontakt- als auch als Fraßgift. Der biochemische Mechanismus basiert auf einer gezielten Aktivierung der nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) im Nervensystem der Zielschädlinge, jedoch an einer völlig anderen Bindungsstelle als beispielsweise Neonicotinoide oder Spinetoram. Zusätzlich zeigt der Wirkstoff Effekte auf die GABA-Rezeptoren. Diese dauerhafte Aktivierung führt dazu, dass die spannungsabhängigen Ionenkanäle geöffnet bleiben, was eine kontinuierliche, unkontrollierte Übertragung von Nervenimpulsen auslöst. Die betroffenen Schaderreger zeigen rasch unwillkürliche Muskelkontraktionen, Zittern und Lähmungserscheinungen. In der Folge stellen die Schädlinge bereits kurz nach der Aufnahme die Nahrungsaufnahme ein, was zu einem schnellen und zuverlässigen Bekämpfungserfolg führt.
Resistenzmanagement
Um die hervorragende Wirksamkeit von CLAYTON RELIC langfristig zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, musst du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Da Spinosad der IRAC-Gruppe 5 angehört, solltest du pro Saison die maximale Anzahl der Anwendungen strikt einhalten und das Produkt konsequent im Wechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Pyrethroiden aus Gruppe 3A oder Diamiden aus Gruppe 28) einsetzen. Vermeide es unbedingt, aufeinanderfolgende Generationen desselben Schädlings ausschließlich mit Wirkstoffen der Gruppe 5 zu behandeln.
Mischbarkeit & Tankmischung
CLAYTON RELIC ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Blattdüngern und Netzmitteln mischbar. Da die physikalische und chemische Stabilität von Tankmischungen jedoch von vielen Faktoren wie der Wasserhärte und der Wassertemperatur abhängt, solltest du vor jeder großflächigen Anwendung eine Probe auf physikalische Verträglichkeit (Kübeltest) durchführen. Achte darauf, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich liegt, um einen vorzeitigen Abbau des Wirkstoffs zu verhindern. Befülle den Spritztank zuerst zu zwei Dritteln mit Wasser, rühre CLAYTON RELIC ein und füge erst danach die weiteren Mischpartner hinzu.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CLAYTON RELIC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und festem Schuhwerk zu tragen. Zum Schutz von nützlichen Insekten und Bestäubern solltest du die Anwendung nicht in blühenden Beständen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Behandlung stattdessen bevorzugt in die späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an aquatischen Organismen zu vermeiden, sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässerstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Chinakohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Blumenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Rosenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Brokkoli | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 0.012 MILLILITER_PER_PLANT | — |
| Rosenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Apfel | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Brokkoli | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zwiebelgemüse | Zwiebelthrips | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Chinakohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Rosenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Chinakohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Blumenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Brokkoli | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Porree | Zwiebelthrips | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Quitte | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Erdbeere | Kalifornischer Blütenthrips | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 1T |
| Birne | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Blumenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Holzapfel | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Große Kohlfliege | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
Häufige Fragen
Wie schnell stoppt CLAYTON RELIC den Fraßschaden an meinen Kulturen?
Nach der Aufnahme des Wirkstoffs durch Fraß oder Kontakt setzt die Wirkung extrem rasch ein. Die Schädlinge stellen bereits innerhalb weniger Stunden ihre Fraß- und Saugtätigkeit ein, sodass deine Kulturen sofort vor weiteren Schäden geschützt sind. Der eigentliche Bekämpfungserfolg (Absterben der Insekten) ist nach 1 bis 2 Tagen abgeschlossen.
Kann ich CLAYTON RELIC auch bei hohen Sommertemperaturen anwenden?
Ja, der Wirkstoff Spinosad ist temperaturstabil und zeigt auch bei warmem Wetter eine hervorragende Wirkung. Dennoch solltest du extreme Hitzeperioden über 25 °C für die Applikation meiden, um Verdunstungsverluste der Spritzbrühe zu verhindern und das Risiko von Kulturunverträglichkeiten zu minimieren. Nutze am besten die kühleren Morgen- oder Abendstunden.
Warum ist die Zugabe eines Netzmittels bei der Thripsbekämpfung in Lauch ratsam?
Lauch (Porree) besitzt eine sehr ausgeprägte, wasserabweisende Wachsschicht, und Thripse verstecken sich bevorzugt tief in den Blattscheiden. Ein geeignetes Netzmittel verbessert die Benetzung der glatten Blattoberfläche erheblich und sorgt dafür, dass die Spritzbrühe besser in die engen Blattwinkel eindringt, wodurch die Wirkstoffaufnahme durch die Schädlinge optimiert wird.
Wie integriere ich CLAYTON RELIC am besten in mein integriertes Pflanzenschutzkonzept?
Nutze das Produkt gezielt dann, wenn die Schadschwellen der Zielschädlinge (z. B. Kohlschabe oder Wickler) überschritten sind. Da Spinosad ein natürliches Fermentationsprodukt ist, schont es bei gezielter Anwendung am Abend viele wichtige Nützlinge im Bestand besser als viele klassische Breitbandinsektizide, was den natürlichen Regulationsprozess in deiner Kultur unterstützt.
Gibt es Einschränkungen bezüglich der Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe?
Spinosad ist in einem breiten pH-Bereich stabil, jedoch sind extrem alkalische Spritzwasser-Bedingungen (pH-Wert über 8) zu vermeiden, da sie den Wirkstoffabbau beschleunigen können. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Wassers (pH 6 bis 7) ist ideal, um die maximale Stabilität und Dauerwirkung im Tank und auf der Pflanze zu gewährleisten.