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Kulturgruppe

Zwiebelgemüse

5 Mitgliedskulturen
NNNSZ

Die BVL-Kultur-Gruppe „Zwiebelgemüse“ (Code: NNNSZ) fasst botanisch eng verwandte Allium-Arten zusammen, um Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel zu vereinfachen und Lücken in der Indikation zu schließen. Zu dieser Gruppe gehören wirtschaftlich bedeutende Kulturen wie die Speisezwiebel (Allium cepa), Knoblauch (Allium sativum), Schalotten (Allium ascalonicum) sowie Spezialitäten wie die Perlzwiebel und die Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum). Da diese Kulturen eine sehr ähnliche Morphologie und Wachstumsdynamik aufweisen, lassen sich viele pflanzenbauliche und phytomedizinische Maßnahmen direkt übertragen.

Aus Sicht des Pflanzenschutzes ist die Gruppierung besonders wertvoll, da Zwiebelgewächse durch ihre aufrechte, schmale Blattform und die ausgeprägte Wachsschicht (Cuticula) spezifische Anforderungen an die Applikationstechnik stellen. Durch die Zusammenfassung im BVL-System können Zulassungen für Pflanzenschutzmittel oft für die gesamte Gruppe erteilt werden, was dir als Anbauer eine breitere Palette an rechtssicheren Behandlungsoptionen für kleinere Kulturen wie Knoblauch oder Schalotten eröffnet.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Der integrierte Pflanzenschutz im Zwiebelgemüse erfordert aufgrund der langsamen Jugendentwicklung und der geringen Konkurrenzkraft der Kulturen ein wachsames Unkrautmanagement. Ungräser wie die Einjährige Rispe (*Poa annua*) oder die Hühnerhirse (*Echinochloa crus-galli*) sowie zweikeimblättrige Unkräuter wie das Gemeine Greiskraut (*Senecio vulgaris*) müssen frühzeitig reguliert werden, um Ertragseinbußen zu verhindern. Bei Herbizidmaßnahmen ist die Wachsschicht der Blätter zu beachten, um Phytotoxizität zu vermeiden. Im Krankheitsbereich stehen pilzliche Schaderreger wie *Botrytis cinerea* und *Botryotinia squamosa* (Blattflecken) sowie bodenbürtige Pilze wie *Stromatinia cepivora* (Mehlkrankheit) im Fokus. Ein konsequentes Resistenzmanagement nach FRAC, IRAC und HRAC ist unerlässlich. Da für Zwiebelgemüse oft nur eine begrenzte Anzahl an Wirkstoffklassen zugelassen ist, musst du Behandlungsfolgen strikt so planen, dass Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen abgewechselt werden. Dies gilt besonders für Fungizide gegen Botrytis-Arten und Insektizide gegen Schädlinge wie die Lauchmotte (*Acrolepiopsis assectella*). Achte zudem auf eine exakte Applikationstechnik mit geeigneten Düsen, um eine optimale Benetzung der extrem wasserabweisenden Allium-Blätter zu gewährleisten.

Kulturen in dieser Gruppe

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie beeinflusst das BBCH-Stadium der Kulturen die Anwendung von Herbiziden im Zwiebelgemüse?

Die Verträglichkeit von Herbiziden hängt stark von der Ausbildung der schützenden Wachsschicht ab. In sehr frühen Stadien (z. B. im Peitschenstadium, BBCH 10 bis 11) reagieren Kulturen wie Speisezwiebeln extrem empfindlich. Warte mit Nachauflaufbehandlungen idealerweise, bis das erste oder zweite Laubblatt voll entwickelt ist (ab BBCH 12), und vermeide Spritzungen direkt nach Regenfällen, da die Wachsschicht dann dünner und die Kultur anfälliger für Schäden ist.

Wie finde ich im Portal heraus, ob ein Pflanzenschutzmittel für alle meine Zwiebelgemüse-Kulturen zugelassen ist?

Achte in den Produktdetails auf die genaue Zulassungsindikation. Wenn ein Mittel explizit für die BVL-Gruppe „Zwiebelgemüse“ (NNNSZ) registriert ist, darfst du es auf allen Mitgliedskulturen wie Knoblauch, Schalotten und Speisezwiebeln anwenden. Ist das Mittel jedoch nur für „Speisezwiebel“ zugelassen, gilt diese Zulassung nicht automatisch für die anderen Gruppenmitglieder, es sei denn, es liegt eine entsprechende Genehmigung für kleinere Kulturen (Lückenindikation nach Art. 51) vor.

Was muss ich beim Resistenzmanagement gegen Botrytis-Arten im Zwiebelgemüse beachten?

Da Erreger wie *Botrytis cinerea* und *Botryotinia squamosa* ein hohes Risiko für Resistenzbildungen aufweisen, solltest du Fungizide aus unterschiedlichen FRAC-Klassen (z. B. SDHI, Strobilurine und Triazole) im Wechsel einsetzen. Verwende Kombinationspräparate oder wechsle den Wirkmechanismus bei jeder aufeinanderfolgenden Behandlung konsequent ab. Verlasse dich niemals auf nur eine Wirkstoffgruppe pro Saison.

Sollte ich bei Behandlungen im Zwiebelgemüse immer ein Netzmittel hinzufügen?

Das hängt stark vom Pflanzenschutzmittel ab. Die aufrechte Blattform und die dicke Wachsschicht der Allium-Kulturen lassen Spritzbrühe leicht abperlen. Während bei vielen Fungiziden und Insektiziden ein Netzmittel die Benetzung und damit die Wirkung deutlich verbessert, kann der Zusatz bei Herbiziden die Selektivität gefährlich herabsetzen und zu schweren Verbrennungen an der Kultur führen. Beachte daher immer strikt die Gebrauchsanleitung des jeweiligen Mittels.

Wie gehe ich mit bodenbürtigen Schaderregern wie der Mehlkrankheit (Stromatinia cepivora) um?

Gegen *Stromatinia cepivora* gibt es kaum hochwirksame chemische Pflanzenschutzmittel für eine direkte Bekämpfung im Feld. Hier musst du auf vorbeugende Maßnahmen setzen: Halte eine weite Fruchtfolge von mindestens 4 bis 5 Jahren zwischen Allium-Kulturen ein, verwende ausschließlich zertifiziertes, gesundes Pflanzgut (besonders bei Knoblauch und Schalotten) und entferne infizierte Pflanzen sofort aus dem Bestand, um eine Ausbreitung der langlebigen Sklerotien im Boden zu verhindern.

Wann und wie sollte ich auf die Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella) kontrollieren?

Hänge ab dem Frühjahr (ca. April/Mai) Pheromonfallen auf, um den Flug der Falter zu überwachen. Sobald du einen kontinuierlichen Zuflug feststellst, solltest du die Kulturen auf Eiablage und erste Miniergänge an den Blättern kontrollieren. Eine Behandlung mit zugelassenen Insektiziden ist dann am effektivsten, wenn die jungen Larven schlüpfen, aber noch nicht tief in den Schaft oder die Zwiebel eingedrungen sind.