Alle Mittel
OTHER · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Clinic Grade

BVL Zul.-Nr. 006173-62

Clinic Grade ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Ausfallkulturen. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem bewährten Wirkstoff Glyphosat. Es wird vor allem im Ackerbau auf Stoppelfeldern, vor der Saat oder gezielt zur Sikkation in zugelassenen Kulturen wie Getreide und Raps eingesetzt.

Durch seine systemische Wirkung erfasst das Produkt nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile, sondern transportiert den Wirkstoff bis tief in das Wurzelsystem ausdauernder Unkräuter. Dies macht Clinic Grade zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die Vorsaat- und Stoppelhygiene sowie zur Beseitigung von hartnäckigem Kartoffeldurchwuchs und Ausfallgetreide vor der Folgesaat.

Wirkstoffe

Glyphosat
486 g/L

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (Hemmung der EPSP-Synthase). Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze, einschließlich der Wurzeln und Rhizome, verteilt. Dort blockiert er spezifisch das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist eine Schlüsselkomponente im Shikimatweg, der für die Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) verantwortlich ist. Durch die Blockade bricht der Proteinstoffwechsel der Pflanze zusammen, was zu einem Wachstumsstopp und dem allmählichen Absterben des Schaderregers führt.

Resistenzmanagement

Obwohl Glyphosat (HRAC-Gruppe 9) ein vergleichsweise geringes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen aufweist, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement unerlässlich. Um die langfristige Wirksamkeit zu sichern, sollte die Anwendung stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit mechanischen Bodenbearbeitungsverfahren, eine abwechslungsreiche Fruchtfolgegestaltung sowie den gezielten Einsatz von Herbiziden mit anderen Wirkmechanismen in den Folgekulturen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Clinic Grade ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Herbiziden und Bodenhilfsstoffen mischbar. Bei der Zubereitung von Tankmischungen sollte jedoch stets die Wasserqualität berücksichtigt werden: Sehr hartes Wasser kann die Wirksamkeit von Glyphosat beeinträchtigen, weshalb der Zusatz eines geeigneten Wasserkonditionierers oder von Ammoniumsulfat empfohlen wird. Die Anwendung sollte auf trockenem Laub und bei aktiver Vegetation erfolgen; extreme Trockenheit oder Frost schränken die Wirkstoffaufnahme ein.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Clinic Grade sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und Gewässerorganismen müssen die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen exakt eingehalten werden. Das Mittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollten die lokalen Bestimmungen zum Schutz von Bestäubern beachtet werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
HartweizenSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
AckerbaukulturenAusfallkulturen, Kartoffeldurchwuchs, Zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
StilllegungsflächenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
NadelholzZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
SommergersteSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
LaubholzZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
LeinSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE14T
WinterweichweizenSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
SommerhaferSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
RapsSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Stoppelbehandlung gegen ausdauernde Unkräuter?

Für eine maximale systemische Wirkung müssen die Unkräuter ausreichend Blattfläche gebildet haben, um den Wirkstoff aufzunehmen. Bei der Gemeinen Quecke ist die Behandlung beispielsweise am effektivsten, wenn sie etwa 3–4 neu ausgetriebene Blätter (ca. 10–15 cm Höhe) aufweist, da dann der Transport des Wirkstoffs in die Rhizome am stärksten ist.

Wie lange muss ich nach der Anwendung mit der Bodenbearbeitung warten?

Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs bis in die Wurzelspitzen zu gewährleisten, sollte nach der Behandlung eine Wartezeit eingehalten werden. Bei einjährigen Unkräutern und Ausfallgetreide reicht meist eine Ruhephase von 3–4 Tagen; bei tiefwurzelnden, ausdauernden Arten wie der Quecke oder der Ackerwinde sollte die Bodenbearbeitung erst 7–10 Tage nach dem Spritzen erfolgen.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von Clinic Grade?

Calcium- und Magnesiumionen in hartem Wasser können sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme durch die Pflanze blockieren. Um diesen antagonistischen Effekt zu minimieren, empfiehlt es sich, zuerst Ammoniumsulfat oder einen geeigneten Wasseraufbereiter in den Spritztank zu geben, bevor das Herbizid eingemischt wird.

Unter welchen Bedingungen ist eine Spätanwendung im Herbst noch sinnvoll?

Eine Anwendung im Spätherbst ist möglich, solange die Zielpflanzen noch aktiv assimilieren und keinen starken Frostschäden ausgesetzt waren. Bei Temperaturen unter 10 °C verlangsamt sich der Stoffwechsel der Pflanzen, wodurch der Wirkungseintritt deutlich verzögert wird, die finale Abtötung bei ausreichender Wirkstoffaufnahme aber dennoch erfolgt.

Welche gesetzlichen Einschränkungen gelten für die Sikkation vor der Ernte in Deutschland?

Die Sikkation mit glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln ist in Deutschland stark reglementiert. Sie darf nur auf Teilflächen und ausschließlich zur Ernteerleichterung bei extremem Unkrautdurchwuchs oder lagerndem Getreide eingesetzt werden, wenn eine Druschernte sonst unmöglich wäre. Eine Anwendung zur Steuerung des Erntetermins oder zur gleichmäßigen Abreife ist unzulässig.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech alternative Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserer Datenbank, um gezielt nach der gewünschten Kultur und dem spezifischen Schaderreger zu suchen. Sie erhalten eine Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive Wirkstoffen, Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen für einen direkten Vergleich.