ERA
ERA von CAC Chemical GmbH ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (300 g/l), formuliert als flüssiges Konzentrat, bietet das Fungizid sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig in kritischen Wachstumsphasen vor ertragsmindernden Schaderregern.
Das Anwendungsspektrum im Getreide umfasst bedeutende Blatt- und Ährenkrankheiten wie Septoria-Arten, Roste, Netzflecken sowie Fusarium-Arten. Im Raps (Winter- und Sommerraps) steht die Bekämpfung von Sclerotinia-Stängelfäule und der Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) im Vordergrund. Dank seiner systemischen Verteilung in der Kultur bietet ERA einen langanhaltenden Schutz für neu zuwachsende Pflanzenteile.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb des FRAC-Codes der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Er greift gezielt in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Baustein der Pilzzellmembran. Durch die Hemmung der C14-Demethylase wird der Aufbau funktionsfähiger Zellmembranen gestört, was das Wachstum der Pilzhyphen stoppt und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Dank seiner ausgeprägten systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff nach der Anwendung rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet eine gleichmäßige Wirkstoffkonzentration im gesamten Blattapparat und schützt auch nachfolgenden Zuwachs effektiv vor einer Neuinfektion.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte ERA stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen (wie beispielsweise SDHI oder Strobilurinen) in der Spritzfolge. Zudem wird dringend empfohlen, die registrierten Aufwandmengen voll auszuschöpfen, um die Selektion weniger sensitiver Pilzstämme im Feld zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
ERA zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern aus. Bei geplanten Tankmischungen ist jedoch stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner zu beachten und vorab eine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Kultur empfiehlt sich die Anwendung mit ausreichenden Wassermengen (in der Regel 200 bis 400 l/ha), insbesondere bei dichten Beständen, um eine homogene Wirkstoffverteilung zu sichern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit ERA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, obligatorisch. Da der Wirkstoff Prothioconazol als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Behandlungen auch während des Bienenflugs in blühenden Beständen durchgeführt werden können.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Roggen | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 20–59 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 16–19 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Getreide?
Die Bekämpfung von Fusarium-Arten in Weizen und anderen Getreidearten sollte gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Eine Applikation in diesem Zeitfenster schützt die Ähre direkt vor Infektionen, die häufig durch feucht-warme Witterung während der Blüte begünstigt werden, und reduziert zudem die Mykotoxinbelastung im Erntegut.
Wie wirkt sich die Temperatur auf die Anwendung von ERA aus?
ERA kann in einem breiten Temperaturbereich eingesetzt werden. Für eine optimale systemische Aufnahme und Verteilung in der Kultur sind wüchsige Bedingungen bei Temperaturen ab ca. 8 bis 10 °C ideal. Extreme Hitze oder Frostperioden direkt nach der Spritzung sollten vermieden werden, um Stress für die Kultur zu minimieren.
Warum ist die Blütenbehandlung im Raps mit ERA so wichtig?
Die Blütenbehandlung im Raps (meist um BBCH 63 bis 65) zielt primär auf die Verhinderung von Sclerotinia-Stängelfäule ab. Die Sporen des Pilzes infizieren die Kultur meist über abfallende Blütenblätter, die in den Blattachseln hängen bleiben. Eine protektive Spritzung schützt diese Eintrittspforten effektiv.
Kann ERA in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden?
Ja, der Einsatz ist generell möglich, sofern keine spezifischen regionalen Auflagen oder Anwendungsverbote für Prothioconazol-haltige Pflanzenschutzmittel in Wasserschutzgebieten vorliegen. Es sind jedoch stets die spezifischen Gewässerabstandsauflagen (NW-Auflagen des BVL) genauestens zu beachten.
Wie lässt sich ERA am besten in ein Antiresistenzmanagement integrieren?
Da Prothioconazol zur FRAC-Gruppe 3 gehört, sollte es in einer Spritzfolge mit Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen kombiniert werden. Ein idealer Partner oder Folgespritzungspfad sind SDHI-Fungizide (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11), um einseitigen Selektionsdruck zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von ERA?
ERA ist gegenüber unterschiedlichen Wasserhärten weitgehend unempfindlich. Dennoch empfiehlt es sich, bei sehr hartem Wasser einen geeigneten pH-Puffer oder Konditionierer zuzusetzen, um die Stabilität der Spritzbrühe und die Penetration des Wirkstoffs durch die Wachsschicht der Blätter zu optimieren.