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EUSKATEL 250

BVL Zul.-Nr. 00A895-00

EUSKATEL 250 ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in Getreide und Winterraps. Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol, bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern und sichert die Qualität des Ernteguts.

In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Triticale und Dinkel zeigt EUSKATEL 250 eine herausragende Wirkung gegen Septoria-Arten, Rostpilze, Netzflecken und Fusarium. Im Winterraps steht die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum sowie der Wurzelhals- und Stängelfäule im Vordergrund. Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten ist das Produkt ein unverzichtbarer Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Sterol-Biosynthese der Pilze. Ohne die Produktion von Ergosterol verliert die Zellmembran des Schaderregers ihre strukturelle Integrität, was das Wachstum des Myzels stoppt und letztlich zum Absterben des Pilzes führt. Nach der Behandlung dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in der Kultur. Diese systemische Verteilung gewährleistet, dass auch der Neuzuwachs geschützt wird und bereits latente Infektionen im Inneren des Blattes effektiv gestoppt werden.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Pilzstämme vorzubeugen, muss EUSKATEL 250 im Rahmen eines vorausschauenden Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, sollte die Anwendung stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen erfolgen, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus aufweisen – beispielsweise mit SDHI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11). Zudem ist die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmenge und die Begrenzung der maximalen Anzahl an Behandlungen pro Saison entscheidend, um die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Wirkstoffs zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

EUSKATEL 250 zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Komponenten nacheinander vollständig im Tank gelöst werden, wobei EUSKATEL 250 in der Regel als eine der ersten Komponenten hinzugefügt wird. Für eine optimale Benetzung der Kulturen wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Extreme Spritzbrühtemperaturen sowie Applikationen unter direkter Sonneneinstrahlung oder bei starkem Wind sollten vermieden werden, um Abdrift und phytotoxische Reaktionen zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen bei der Befüllung und Ausbringung, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die länderspezifischen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollten Behandlungen zum Schutz von Bestäubern vorzugsweise außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden durchgeführt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
WintertriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum60–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium in Weizen?

Die gezielte Bekämpfung von Fusarium-Arten in Weizen sollte idealerweise während der Hauptblüte (BBCH-Stadium 61 bis 65) erfolgen. Eine Behandlung in diesem engen Zeitfenster schützt die Ähre direkt vor der Infektion, die besonders bei feucht-warmer Witterung während der Blüte auftritt, und minimiert das Risiko einer Mykotoxinbelastung im Erntegut.

Wie unterstützt EUSKATEL 250 die Bestandsgesundheit im Winterraps?

Im Winterraps wird das Pflanzenschutzmittel vor allem zur Bekämpfung von Sclerotinia (Weißstängeligkeit) und Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule) eingesetzt. Eine Anwendung zur Vollblüte (BBCH 63–65) schützt die Rapspflanzen vor dem gefürchteten Stängelbruch, sichert die Standfestigkeit und verhindert ein vorzeitiges Abreifen der Schoten.

Warum ist der Wirkstoff Prothioconazol so wichtig für das Resistenzmanagement?

Obwohl Triazole (FRAC-Gruppe 3) ein mittleres Resistenzrisiko aufweisen, gilt Prothioconazol aufgrund seiner hohen inhärenten Wirksamkeit gegen ein breites Spektrum von Schaderregern als stabiler Baustein. Um Resistenzen vorzubeugen, sollte es dennoch stets im Wechsel oder in Kombination mit anderen Wirkstoffklassen wie SDHIs (Gruppe 7) oder Strobilurinen (Gruppe 11) eingesetzt werden.

Welche Rolle spielt die Systemik von EUSKATEL 250 bei der Bekämpfung von Septoria tritici?

Dank der systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Aufnahme akropetal in der Kultur. Dies ermöglicht es, auch bereits infiziertes Gewebe kurativ zu schützen (Abstoppeffekt) und neu zuwachsende Blätter für einen gewissen Zeitraum vor einer Neuinfektion durch die Septoria-Blattdürre zu bewahren.

Wie beeinflussen Wasserqualität und Wassermenge die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Das Wasser sollte einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert aufweisen, da stark alkalische Bedingungen den Abbau des Wirkstoffs in der Spritzbrühe beschleunigen können. Eine feine bis mittlere Tropfenapplikation sichert die homogene Verteilung auf den Blättern.