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Sonstige · Albaugh TKI d.o.o.

Flame

BVL Zul.-Nr. 028854-00

Flame ist ein hochselektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Winter- und Sommergetreidekulturen. Als wasserlösliches Granulat formuliert, bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Handhabung und lässt sich flexibel in deine bestehende Pflanzenschutzstrategie integrieren. Es unterstützt dich dabei, deine Bestände in der kritischen Phase der Ertragsbildung unkrautfrei zu halten.

Mit dem bewährten Wirkstoff Tribenuron (500 g/kg) erfasst Flame treffsicher wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Vogel-Sternmiere, Acker-Senf, Kornblume und Acker-Vergissmeinnicht. Durch die niedrige Aufwandmenge pro Hektar ist das Produkt nicht nur anwenderfreundlich, sondern schont auch die Umwelt bei gleichzeitig hoher biologischer Wirksamkeit.

Die breite Zulassung erstreckt sich über wichtige Kulturen wie Winter- und Sommerweichweizen, Winter- und Sommergerste, Roggen sowie Triticale. Dank des weiten Anwendungsfensters vom Dreiblattstadium (BBCH 13) bis zum Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 39) kannst du die Behandlung optimal an die Witterung und das Auflaufen der Unkräuter anpassen.

Wirkstoffe

Tribenuron
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Flame enthaltene Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und wird gemäß HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 2 (früher Gruppe B) eingestuft. Er wirkt als potenter Inhibitor des Enzyms Acetolactatsynthase (ALS). Dieses Enzym ist im pflanzlichen Stoffwechsel für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unverzichtbar. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs wird die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter sofort gestoppt. Nach der Anwendung nehmen die Schaderreger den Wirkstoff primär über die Blätter, in geringem Maße auch über die Wurzeln auf. Tribenuron wird systemisch in der Pflanze transportiert und verteilt sich bis in die Wachstumszonen. Obwohl das Wachstum empfindlicher Unkräuter bereits wenige Stunden nach der Behandlung stagniert, zeigen sich sichtbare Symptome wie Verfärbungen, Nekrosen und das anschließende Absterben der Pflanzen erst nach ein bis drei Wochen, je nach Witterung und Wirkungsbedingungen.

Resistenzmanagement

Da Tribenuron der HRAC-Gruppe 2 angehört, besteht bei einseitiger Anwendung ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen, insbesondere bei Unkrautarten wie der Vogel-Sternmiere. Um die langfristige Wirksamkeit von Flame zu sichern, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Wuchsstoffen oder Bodenherbiziden mit anderen Wirkungsmechanismen) einsetzen. Achte zudem darauf, mechanische Regulierungsmaßnahmen in deine Strategie zu integrieren und die Entstehung von Monokulturen bei der Unkrautbekämpfung zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Flame zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Mischungen mit anderen Produkten solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei trockener Witterung oder einer dickeren Wachsschicht der Unkräuter, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels (Formulierungs-Hilfsstoffs) sinnvoll sein. Vermeide Tankmischungen unter extremen Stressbedingungen wie Frost oder starker Hitze, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Flame ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe) unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen musst du Abdrift auf angrenzende Flächen unbedingt vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe angegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden, insbesondere wenn blühende Unkräuter im Bestand vorhanden sind oder Bienen aktiv auf Nahrungssuche gehen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterhartweizenAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommerhartweizenZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommerroggenZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommergersteZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Flame im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Frühjahr, sobald die Unkräuter aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium der Unkräuter). Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufnahmefähigkeit der Blätter am höchsten, was eine maximale Wirkung von Flame garantiert, solange die Temperaturen tagsüber stabil über 5 °C liegen.

Wie verhält sich Flame bei niedrigen Temperaturen oder Nachtfrösten?

Flame kann bereits bei kühleren Temperaturen ab ca. 5 °C eingesetzt werden, da der Wirkstoff auch dann von den Unkräutern aufgenommen wird. Du solltest die Behandlung jedoch verschieben, wenn starke Nachtfröste angekündigt sind oder die Kultur durch extreme Temperaturschwankungen unter Stress steht, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann.

Kann ich Flame mit Gräserherbiziden mischen, um Zeit zu sparen?

Ja, Mischungen mit vielen Gräserherbiziden sind möglich, um das Wirkungsspektrum gegen Windhalm oder Flughafer zu erweitern. Beachte jedoch, dass bei manchen Mischungen eine leichte antagonistische Wirkung auftreten kann; stimme die Mischungspartner daher genau auf den Entwicklungszustand deiner Kultur ab und halte dich an die empfohlenen Mischungsreihenfolgen.

Welche Nachbauauflagen muss ich nach dem Einsatz von Flame beachten?

Nach dem regulären Einsatz von Flame im Getreide und der Ernte im Herbst können in der Regel alle üblichen Ackerkulturen ohne Einschränkungen nachgebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, empfiehlt es sich, den Boden tief zu pflügen und vorzugsweise wieder Getreide einzusäen, um Schäden an empfindlichen Folgekulturen zu vermeiden.

Wie kann ich die Wirkung von Flame bei langanhaltender Trockenheit absichern?

Bei trockener Witterung bilden Unkräuter oft eine dickere Wachsschicht (Kutikula) aus, was die Wirkstoffaufnahme erschwert. In solchen Phasen solltest du Flame idealerweise in den frühen Morgenstunden bei höherer Luftfeuchtigkeit ausbringen und die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels (Additivs) in Erwägung ziehen, um die Benetzung der Blätter zu verbessern.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter?

Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach dem Schaderreger „Zweikeimblättrige Unkräuter“ oder spezifischen Arten wie „Vogel-Sternmiere“ filtern. Kombiniere diesen Filter mit deiner jeweiligen Kultur (z. B. Winterweichweizen), um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen zu erhalten.