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Flame

BVL Zul.-Nr. 028854-00

Flame ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommergerste, Roggen sowie Triticale. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine einfache Handhabung, exzellente Löslichkeit und hervorragende Kulturverträglichkeit aus. Es wird vorrangig im Nachauflauf im Frühjahr eingesetzt, um konkurrenzstarke Schaderreger frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial der Kulturen abzusichern.

Das Wirkungsspektrum von Flame erfasst wichtige zweikeimblättrige Unkräuter, darunter wirtschaftlich bedeutende Arten wie die Vogel-Sternmiere, den Acker-Senf, das Acker-Vergissmeinnicht und die Kornblume. Durch die schnelle Aufnahme über das Blattwerk und die systemische Verteilung in der Pflanze wird das Wachstum der Unkräuter unmittelbar nach der Behandlung gestoppt, was zu einer raschen Entlastung der Kultur führt.

Wirkstoffe

Tribenuron
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Flame enthaltene Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist in die HRAC-Gruppe 2 (ehemals Klasse B) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln aufgenommen und in die meristematischen Gewebe der Schaderreger transportiert. Durch die Blockade der Aminosäuresynthese kommt die Zellteilung in den Wachstumszonen der Unkräuter innerhalb weniger Stunden zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen und das Absterben der Triebspitzen zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen bis Wochen, während die Konkurrenz für die Kultur sofort unterbunden wird.

Resistenzmanagement

Da Tribenuron als ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) ein inhärentes Risiko für die Resistenzentwicklung aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. Um der Selektion resistenter Biotypen (beispielsweise bei der Vogel-Sternmiere oder der Kornblume) vorzubeugen, sollte Flame stets im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (wie synthetischen Auxinen oder Photosynthesehemmern) eingesetzt werden. Zudem sind pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine ausgewogene Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung in das Gesamtkonzept zu integrieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Flame weist eine breite physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern auf. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei trockener Witterung oder stark ausgeprägten Wachsschichten der Unkräuter, wird der Zusatz eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels (Adjuvans) empfohlen. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wassermenge und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten; die Spritzbrühe sollte umgehend nach dem Ansetzen ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Flame sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug beim Ansetzen der Spritzbrühe) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern sowie der Einsatz driftmindernder Technik zu berücksichtigen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nützlingen nicht in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommerhartweizenZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommerroggenZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommergersteZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterhartweizenAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Senf, Vogel-Sternmiere, Acker-Vergissmeinnicht13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter13–390.03 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Flame im Frühjahr?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die zweikeimblättrigen Unkräuter noch klein sind (Keim- bis 4-Blatt-Stadium) und sich im aktiven Wachstum befinden. Die Kultur selbst kann flexibel ab dem 3-Blatt-Stadium (BBCH 13) bis zum Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 39) behandelt werden.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von Flame?

Flame wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen über 8 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da dies die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze begünstigt. Bei extremer Trockenheit, Frost oder stark geschwächten Beständen sollte von einer Behandlung abgesehen werden.

Ist nach der Anwendung von Flame mit Einschränkungen für die Nachfolgekultur zu rechnen?

Tribenuron wird im Boden relativ rasch durch mikrobiellen Abbau und Hydrolyse inaktiviert. Nach der regulären Ernte des behandelten Getreides können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst in der Regel problemlos Winterraps oder Wintergetreide angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch sind die spezifischen Hinweise der Gebrauchsanleitung zu beachten.

Warum wird die Zugabe eines Netzmittels (Adjuvans) zu Flame empfohlen?

Da Flame als wasserdispergierbares Granulat formuliert ist, verbessert ein zugesetztes Adjuvans die Benetzung der oft behaarten oder wachsartigen Blattoberflächen der Unkräuter. Dies beschleunigt die Wirkstoffaufnahme des Sulfonylharnstoffs erheblich und sichert die Wirkung auch unter suboptimalen Bedingungen ab.

Wie verhält sich Flame bezüglich der Regenfestigkeit?

Da der Wirkstoff Tribenuron rasch über das Blattgewebe aufgenommen wird, ist das Pflanzenschutzmittel in der Regel bereits zwei Stunden nach der Applikation regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die Herbizidwirkung nicht mehr.

Kann Flame auch in Triticale und Roggen eingesetzt werden?

Ja, Flame besitzt eine offizielle Zulassung des BVL für den Einsatz in Winter- und Sommerroggen sowie Winter- und Sommer-Triticale. Die Anwendung erfolgt analog zu den Weizen- und Gerstenkulturen im zugelassenen BBCH-Bereich von 13 bis 39.