Fosetyl Pilzfrei
Fosetyl Pilzfrei ist ein hochwirksames, voll-systemisches Pflanzenschutzmittel von Bayer CropScience zur Bekämpfung von bedeutenden Oomyceten-Erkrankungen. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit einem Wirkstoffgehalt von 800 g/kg Fosetyl, bietet dieses Produkt einen hervorragenden Schutz für eine Vielzahl von Kulturen. Es ist im professionellen Anbau fest etabliert, um empfindliche Kulturen wie Hopfen, Erdbeeren, Gurken und verschiedene Salatarten vor existenzbedrohenden Infektionen zu schützen.
Das Besondere an diesem Pflanzenschutzmittel ist seine außergewöhnliche Mobilität in der Kultur. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich sowohl akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) als auch basipetal (nach unten in die Wurzeln). Dadurch wird nicht nur der bestehende Blattbestand geschützt, sondern auch der empfindliche Neuzuwachs sowie das Wurzelsystem lückenlos erfasst.
Das breite Zulassungsspektrum umfasst aggressive Schaderreger wie Falsche Mehltaupilze (darunter Pseudoperonospora- und Bremia-Arten) sowie die Rote Wurzelfäule (Phytophthora fragariae) an Erdbeeren. Durch seine vorbeugenden und früh kurativen Eigenschaften sichert Fosetyl Pilzfrei die Ertragsleistung und die Qualität deiner Ernte in anspruchsvollen Anbausystemen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Fosetyl gehört zur FRAC-Gruppe 33 (Phosphonate) und zeichnet sich durch einen einzigartigen, dualen Wirkungsmechanismus aus. Zum einen wirkt er direkt auf die Schaderreger, indem er die Sporenkeimung sowie das Wachstum des Pilzmyzels hemmt. Zum anderen besitzt Fosetyl eine ausgeprägte indirekte Wirkung: Er fungiert als Elicitor und stimuliert die natürlichen, pflanzeneigenen Abwehrmechanismen der Kultur. Durch diese Induktion der systemisch erworbenen Resistenz (SAR) bildet die Kultur vermehrt Abwehrstoffe (Phytoalexine) und verstärkt ihre Zellwände, was das Eindringen und die Ausbreitung der Pilzhyphen massiv erschwert. Da dieser Abwehrmechanismus an verschiedenen physiologischen Prozessen der Kultur ansetzt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen als äußerst gering einzustufen.
Resistenzmanagement
Obwohl Fosetyl aufgrund seines komplexen Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe 33) ein sehr geringes Resistenzrisiko aufweist, solltest du im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Integriere das Produkt stets in ein Spritzprogramm, bei dem du Behandlungen mit Wirkstoffen aus anderen chemischen Klassen und mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (wie z. B. Carbonsäureamide oder Phenylamide) abwechselst. Vermeide Blockbehandlungen über mehrere Generationen der Schaderreger hinweg, um die langfristige Wirksamkeit dieses wertvollen Werkzeugs zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Fosetyl Pilzfrei ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Aufgrund der sauren Formulierung des Wirkstoffs darfst du das Produkt jedoch keinesfalls mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln oder bestimmten Blattdüngern (insbesondere stickstoff- oder mikronährstoffhaltigen Formulierungen) mischen, da dies zu schweren Blattschäden (Phytotoxizität) führen kann. Führe vor jeder geplanten Tankmischung eine physikalische Mischprobe durch und achte darauf, die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig auszubringen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Fosetyl Pilzfrei ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für den Anwenderschutz obligatorisch. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, musst du die Abdrift durch den Einsatz abdriftmindernder Technik minimieren. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern auf eine Anwendung in blühende Kulturen oder auf von Bienen beflogene Unkräuter verzichten und die Applikation bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Erdbeere | Phytophthora cactorum | — | 5 GRAM_PER_LITER_WATER | — |
| Zierpflanzen | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli) | — | 4.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Gurke | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Kürbis-Hybriden | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 4T |
| Gurke | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Endivien | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Zierpflanzen | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kümmel | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 59–65 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 50T |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Kopfsalat | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Zucchini | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 4T |
| Hopfen | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli) | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Erdbeere | Phytophthora fragariae | — | 50 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Echte Kamille | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 51–99 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Endivien | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| frische Kräuter | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 21T |
| Koriander | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 59–65 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 50T |
Häufige Fragen
Wie transportiert die Kultur den Wirkstoff Fosetyl?
Fosetyl ist einer der wenigen Wirkstoffe mit echter voll-systemischer Mobilität. Er wird nach der Aufnahme über die Blätter sowohl nach oben (akropetal) in die Triebspitzen als auch nach unten (basipetal) bis in die feinsten Wurzeln transportiert. Das ermöglicht einen umfassenden Schutz der gesamten Kultur inklusive des Neuzuwachses.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Falschen Mehltau?
Die Behandlung sollte grundsätzlich vorbeugend (präventiv) bei Infektionsgefahr oder nach entsprechenden Warndienstaufrufen erfolgen. Sobald die ersten Symptome sichtbar sind, ist der Pilz bereits tief im Gewebe etabliert; nutze daher das breite BBCH-Fenster ab Stadium 51 für einen rechtzeitigen Schutz.
Warum darf ich Fosetyl Pilzfrei nicht mit Kupferpräparaten mischen?
Fosetyl reagiert sauer in der Spritzbrühe. Bei einer Mischung mit Kupferprodukten werden schlagartig große Mengen an freien Kupferionen gelöst, was zu massiven Verätzungen und Phytotoxizität an den Blättern deiner Kulturen führt. Halte daher auch bei aufeinanderfolgenden Spritzungen ausreichende zeitliche Abstände ein.
Wie wirkt sich die Wartezeit bei diesem Produkt aus?
Die Wartezeit bis zur Ernte ist stark kulturabhängig und reicht von kurzen 3 Tagen bei schnell wachsendem Gemüse bis hin zu 50 Tagen bei Sonderkulturen. Prüfe vor der Anwendung unbedingt die spezifischen Zulassungsauflagen für deine Kultur, um Rückstände sicher zu vermeiden.
Kann ich Fosetyl Pilzfrei auch über das Gießwasser anwenden?
Ja, bei bestimmten Kulturen (wie Zierpflanzen oder im Gemüsebau) ist eine Gießanwendung zur Bekämpfung von bodenbürtigen Phytophthora-Arten zugelassen. Der Wirkstoff wird dann über die Wurzeln aufgenommen und systemisch nach oben transportiert. Beachte hierzu die genauen Aufwandmengen je Quadratmeter.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech alternative Produkte für mein Spritzprogramm?
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