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Kultur

Endivien

Cichorium endivia
CICEN

Die Endivie (Cichorium endivia, EPPO-Code: CICEN) ist eine bedeutende, ein- bis zweijährige Kultur aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die im mitteleuropäischen Raum vor allem für den herbstlichen und frühwinterlichen Frischmarkt angebaut wird. Man unterscheidet primär zwei Varietäten: die krause Endivie (Frisée) und die glatte Endivie (Eskariol). Als typischer Nachfolger im Gemüsebau stellt die Kultur hohe Ansprüche an eine gleichmäßige Wasserversorgung und eine präzise Nährstoffführung, um physiologische Störungen wie den gefürchteten Blattrandbrand zu vermeiden.

Aufgrund ihrer moderaten Frosttoleranz erstreckt sich die Ernteperiode im Freilandbau oft bis weit in den November hinein. Für einen erfolgreichen Anbau sind eine sorgfältige Standortwahl sowie eine angepasste Fruchtfolgeplanung entscheidend, da die Kultur empfindlich auf bodenbürtige Schaderreger reagiert. Eine gezielte Steuerung der Wachstumsbedingungen sichert dabei die geforderte Kopfqualität und minimiert das Risiko von Ertragsverlusten.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Juni bis August (Pflanzung ab Ende Juni bis Mitte August)
Erntefenster
August bis November
Reihenabstand
30–40 cm
Typischer Ertrag
25–35 t/ha
Wärmesumme (GDD)
950–1150 °Cd (Basis 0 °C)
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Endivien bevorzugen tiefgründige, mittelschwere Böden mit guter Struktur und hoher Humusversorgung, die ein gleichmäßiges Wurzelwachstum ermöglichen. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist essenziell, da Staunässe die Entstehung von Wurzelfäulen begünstigt, während Trockenheit zu Wachstumsstockungen und Blattrandbrand führt. Vor dem Auspflanzen sollte der Boden feinkrümelig vorbereitet werden, um einen optimalen Bodenschluss der Jungpflanzen zu gewährleisten. Die Kalkung sollte auf einen pH-Wert von 6,0 bis 7,2 ausgerichtet sein, um die Verfügbarkeit von Mikronährstoffen zu sichern. Eine moderate, bedarfsgerechte Stickstoffdüngung verhindert eine übermäßige Nitratakkumulation in den Blättern und stärkt das Gewebe gegen Schaderreger.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz der Endivie stehen pilzliche Schaderreger wie Rhizoctonia solani und Sclerotinia-Arten im Vordergrund, die insbesondere bei feucht-warmer Witterung Fäulnisprozesse an der Salatbasis auslösen. Vorbeugende Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge, die Einhaltung optimaler Pflanzabstände zur schnellen Abtrocknung des Bestandes und eine gezielte Tröpfchenbewässerung sind unerlässlich. Gegen Unkräuter wie Echinochloa crus-galli oder Amaranthus retroflexus ist eine mechanische Unkrautregulierung durch Hacken in der frühen Entwicklungsphase der Kultur sehr effektiv. Beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel ist streng auf die zugelassenen Anwendungen, die Einhaltung der Wartezeiten und das jeweilige BBCH-Stadium zu achten. Ein regelmäßiges Monitoring im Feld ermöglicht es, Infektionen durch Botrytis cinerea frühzeitig zu erkennen und gezielte Behandlungen einzuleiten.

Sorten

Wallonne

Mittelfrüh bis spät

Hoher Ertrag bei gleichmäßiger Sortierung.

Resistent gegen: Blattrandbrand

Anfällig für: Sclerotinia, Rhizoctonia

Sehr bewährte, stark geschlitzte krause Endivie (Frisée) für den Herbstbau. Zeichnet sich durch ein großes, schweres Herz und gute Selbstbleichung aus.

Eros

Mittelfrüh

Sehr ertragsstabile Sorte mit hohem Einzelgewicht.

Resistent gegen: Schoßen

Anfällig für: Sclerotinia

Glatte Endivie (Eskariol) mit aufrechtem Wuchs und gut gefülltem, hellem Herz. Hervorragend geeignet für den frühen Herbst- und Sommeranbau.

Bubikopf 2

Mittelfrüh

Zuverlässiger Ertrag im Freilandanbau.

Resistent gegen: Frost

Anfällig für: Blattrandbrand

Traditionelle, sehr beliebte Eskariol-Sorte mit breiten, dicken Blättern und gutem Gelbherz. Gut frosttolerant.

Myrna

Spät

Sichert späte Erträge bis in den Winter.

Resistent gegen: Kälte, Fäulnis

Robuste Eskariol-Sorte für die späte Ernte im Freiland. Sehr kältetolerant und fäulnisunempfindlich.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Aliette WG
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-00
Alitis Spezial-Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-65
Amylo-X WG
Mitsui AgriScience
00A825-00
Astro 400
Corteva Agriscience Germany GmbH
006220-63
Axcela TS
YOU Solutions Germany GmbH
00B150-00
Azoxystar XL
Hillfield Trading & Investments Ltd.
00A584-61
BAKATA
Bayer CropScience Deutschland GmbH
005908-60
Basamid Granulat
Kanesho Soil Treatment SPRL/BVBA
00A117-00
Bayer Garten Spezial-Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-62
Bayer Garten Spezial-Pilzfrei Aliette
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-63
Bio Plantella Arion gegen Schnecken
Doff Portland Limited
00A452-61
Boccacio Rosen Pilz-Frei
Syngenta Agro GmbH
024560-73
Boccarcio Rosen Pilz-Frei
Syngenta Agro GmbH
034560-73
Cadou SC
Bayer CropScience Deutschland GmbH
005908-00
CeraVita Azoxy
Life Scientific Limited
007180-62
CLAYTON AUGUSTA
Clayton Plant Protection Ltd.
00A894-00
COMPO Ortiva Rosen Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
024560-67
COMPO Ortiva Rosen-Pilzschutz
Syngenta Agro GmbH
024560-65
COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
034560-72
COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
024560-72
COMPO Ortiva Universal Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
024560-68
COMPO Universal Pilz-frei Duaxo
Syngenta Agro GmbH
034560-87
COMPO Universal Pilz-frei Duaxo N
Syngenta Agro GmbH
034560-88
Credence
Corteva Agriscience Germany GmbH
006220-62
Curamat AZ Rosen-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
034560-85
Curamat AZ Rosen-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
024560-85
Curamat AZ Universal-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
034560-86
Curamat AZ Universal-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
024560-86
Dagonis
BASF SE
008647-00
Detia Pflanzen Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
024560-70
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Häufige Fragen

Warum und wie werden Endivien vor der Ernte gebleicht?

Das Bleichen reduziert die Bitterstoffe (Intybin) im Herz der Kultur und macht die Blätter zarter. Moderne Sorten sind oft selbstbleichend, doch im professionellen Anbau kann durch das Zusammenbinden der Köpfe oder das Abdecken mit lichtundurchlässigen Folien ca. 10 bis 14 Tage vor der Ernte der Gelbanteil im Inneren gezielt erhöht werden. Dies darf nur bei absolut trockener Witterung geschehen, um Fäulnis zu vermeiden.

Wie lässt sich das vorzeitige Schossen (Blütenbildung) bei Endivien verhindern?

Endivien reagieren als Langtagpflanzen empfindlich auf niedrige Temperaturen in der Jugendphase (unter 16 °C), was zum Schossen führt. Im professionellen Anbau wird dieses Risiko minimiert, indem die Jungpflanzenanzucht konstant bei Temperaturen über 18–20 °C durchgeführt wird und die Auspflanzung erst ab Ende Juni erfolgt, wenn die Tage wieder kürzer werden.

Welche pflanzenbaulichen Maßnahmen verhindern den gefürchteten Blattrandbrand?

Blattrandbrand ist eine physiologische Störung, die durch Calciummangel in den schnell wachsenden Blatträndern verursacht wird, oft ausgelöst durch unregelmäßige Wasserversorgung oder zu hohe Luftfeuchtigkeit (mangelnde Transpiration). Neben einer gleichmäßigen Bewässerung und der Vermeidung von Überdüngung mit Stickstoff oder Kalium kann eine gezielte Blattapplikation von Calciumchlorid in Phasen schnellen Wachstums vorbeugend wirken.

Wie finde ich im Portal die passenden Pflanzenschutzmittel gegen Sclerotinia-Fäule bei Endivien?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Pflanzenschutz-Hub und filtern Sie nach der Kultur "Endivien" (oder dem EPPO-Code CICEN) und dem Schaderreger Sclerotinia sclerotiorum. Achten Sie bei den gelisteten Produkten besonders auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen, die maximalen Anwendungshäufigkeiten pro Saison sowie die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit vor der Ernte.

Welche Fruchtfolgestrategie empfiehlt sich zur Reduzierung bodenbürtiger Schaderreger?

Da Endivien stark anfällig für Rhizoctonia solani und Sclerotinia sind, sollte eine Anbaupause von mindestens 3 bis 4 Jahren zu anderen Korbblütlern (Asteraceae) wie Salat oder Zichorien eingehalten werden. Als hervorragende Vorfrüchte eignen sich Getreide, Lauch oder frühe Kohlgewächse, die den Druck bodenbürtiger Pilze im Boden nicht weiter aufbauen.