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Kultur

Koriander

Coriandrum sativum
CORSA

Der Echte Koriander (Coriandrum sativum, EPPO-Code: `CORSA`) ist eine einjährige Gewürz- und Arzneipflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Kultur wird in Mitteleuropa sowohl zur Blattnutzung (Schnittkoriander) als auch zur Körnergewinnung (Koriandersaat) angebaut. Während für die Blattnutzung raschwüchsige, schossfeste Typen bevorzugt werden, verlangt der Körneranbau gleichmäßig abreifende, standfeste Sorten mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen.

Physiologisch stellt die Kultur moderate Ansprüche an das Klima, reagiert jedoch empfindlich auf Spätfröste in der frühen Jugendphase sowie auf Staunässe. Die Keimung erfolgt relativ langsam, weshalb ein sauberes, feinkrümeliges Saatbett und eine effektive Unkrautregulierung in der Auflaufphase entscheidend für den Kulturerfolg sind. Der Anbau hat sich in den letzten Jahren in Deutschland aufgrund der steigenden Nachfrage im Frischkräutersegment und der Lebensmittelindustrie stetig ausgeweitet.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte März bis Anfang August (Blattnutzung); April (Körnernutzung)
Erntefenster
Juni bis Oktober (fortlaufend bei Blatternte); August bis September (Körnerernte)
Reihenabstand
15–30 cm (Blattnutzung); 25–45 cm (Körnernutzung)
Typischer Ertrag
1,0–2,0 t/ha (Körner); 15–25 t/ha (Frischmasse)
Wärmesumme (GDD)
1500
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Koriander bevorzugt mittelschwere, tiefgründige Lehm- und Lössböden mit guter Wasserführung und einem ausgeglichenen Nährstoffhaushalt. Sandige Böden neigen zu schneller Austrocknung, was bei der Kultur zu vorzeitigem Schossen führt, während schwere Tonböden die Keimung behindern und Staunässe fördern. Die Grundbodenbearbeitung sollte bereits im Herbst erfolgen, um im Frühjahr ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett zu gewährleisten. Eine moderate Stickstoffdüngung von insgesamt 60 bis 80 kg N/ha ist meist ausreichend, wobei eine Überdüngung die Standfestigkeit mindert und den Ölgehalt der Samen negativ beeinflusst. Auf Kali- und Phosphorversorgung ist insbesondere bei der Körnernutzung zu achten, um eine gleichmäßige Reife zu unterstützen.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz stellt die Bekämpfung von Unkräutern in der langsamen Jugendentwicklung die größte Herausforderung dar, weshalb der Einsatz von Vorauflauf-Herbiziden oder mechanischem Hacken frühzeitig erfolgen muss. Zu den bedeutendsten Schaderregern zählen pilzliche Erreger wie der Echte Mehltau und die Septoria-Blattfleckenkrankheit sowie bakterielle Dolden- und Stängelfäulen. Ein Befall mit der Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) kann insbesondere in feuchten Jahren zu Ertragsverlusten führen und erfordert eine sorgfältige Überwachung der Bestände. Der Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln muss streng auf die jeweilige Nutzungsrichtung (Blatt- oder Körnernutzung) abgestimmt werden, um Rückstände zu vermeiden und die Wartezeiten einzuhalten. Eine weite Fruchtfolge von mindestens 3 bis 4 Jahren zu anderen Apiaceen ist zur Vorbeugung von bodenbürtigen Krankheiten zwingend erforderlich.

Sorten

Marino

mittelfrüh

Sehr hoher Ertrag an Frischmasse durch schnellen Wiederaustrieb.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Bakterielle Blattfleckenkrankheit

Sehr schossfeste Blattsorte mit dichtem Wuchs und aromatischem Laub. Ideal für den mehrfachen Schnitt und den Ganzjahresanbau unter Glas oder Vlies.

Caribe

spät

Hoher, stabiler Ertrag im Sommeranbau.

Resistent gegen: Schossen, Echter Mehltau

Anfällig für: Staunässe

Hervorragende Schossfestigkeit auch unter sommerlichen Langtagbedingungen. Kompakter Wuchs mit dunkelgrünen, stark gefiederten Blättern.

Thüringer

mittelfrüh

Gute, gleichmäßige Kornerträge von ca. 1,5–1,8 t/ha.

Resistent gegen: Lagerung

Anfällig für: Doldenbrand, Möhrenfliege

Traditionelle, standfeste Landsorte primär für die Körnergewinnung. Zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen (Linalool) aus.

Cruiser

früh

Hoher Erstschnitt-Ertrag im frühen Freilandanbau.

Resistent gegen: Spätfrost

Anfällig für: Echter Mehltau

Aufrecht wachsende Blattsorte mit dicken Stängeln, was die maschinelle Ernte und Bündelung erleichtert. Sehr gute Kältetoleranz im frühen Frühjahr.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Aliette WG
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-00
Alitis Spezial-Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-65
ASKON
Syngenta Agro GmbH
006902-00
Ballet
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034028-62
Bandur
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034145-00
Bayer Garten Spezial-Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-62
Bayer Garten Spezial-Pilzfrei Aliette
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-63
Centium 36 CS
Cheminova Deutschland GmbH
024798-00
Corail
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034028-64
CRANE
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034028-67
DEMETRINA 25 EC
Gowan Crop Protection Limited
008485-60
DiPel DF
SUMITOMO CHEMICAL
00A304-00
Folicur
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034028-00
Follow 333
Corteva Agriscience Germany GmbH
008116-00
Fosetyl Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-61
Gamit 36 AMT
Cheminova Deutschland GmbH
024798-60
GENOLANE Delta 45
Gowan Crop Protection Limited
008485-61
Horizon
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034028-60
Hutton
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034028-63
LAGERLAND Elite 45
Gowan Crop Protection Limited
008485-62
Limane
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034028-66
Lynx
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034028-61
MAVITA 250 EC
Syngenta Agro GmbH
024353-61
NEXSUBA
Corteva Agriscience Germany GmbH
005314-61
PROFI ACLO 600 SC
Bayer CropScience Deutschland GmbH
034145-60
SCATTO
Gowan Crop Protection Limited
008485-00
SCORE
Syngenta Agro GmbH
024353-00
Spezial-Pilzfrei
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-64
Spezial-Pilzfrei Aliette
Bayer CropScience Deutschland GmbH
043099-60
SpinTor
Corteva Agriscience Germany GmbH
005314-00
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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Bestandsführung zwischen Blatt- und Körnerkoriander?

Während beim Blattkoriander eine hohe Pflanzdichte (bis zu 80 Pflanzen/m²) und eine kontinuierliche Stickstoff- und Wasserversorgung für zartes Laub wichtig sind, erfordert der Körneranbau weitere Reihenabstände (ca. 30–45 cm) und eine reduzierte Stickstoffgabe ab der Blüte, um die Standfestigkeit zu sichern und die gleichmäßige Samenreife zu fördern.

Wann ist der optimale Erntezeitpunkt für Körnerkoriander zur Vermeidung von Ausfallverlusten?

Die Ernte erfolgt im BBCH-Stadium 89, wenn sich etwa 60–70 % der Dolden braun gefärbt haben und die Samen beim Reiben das typische Aroma verströmen. Da Koriander ungleichmäßig abreift und zum Ausfallen neigt, wird meist in den frühen Morgenstunden bei leichtem Tau gedroschen, um mechanische Verluste zu minimieren.

Welche Rolle spielen bakterielle Erreger beim Korianderanbau und wie beugt man ihnen vor?

Bakteriosen wie Pseudomonas syringae verursachen Blattflecken und Doldenbrand, besonders bei feucht-warmer Witterung. Da direkte chemische Pflanzenschutzmittel fehlen, sind vorbeugende Maßnahmen wie gesundes, zertifiziertes Saatgut, die Vermeidung von Überkopfberegnung in den Abendstunden und eine weite Fruchtfolge entscheidend.

Wie wird die Keimverzögerung bei Koriander im Feld praxisnah überwunden?

Koriandersamen besitzen eine harte Schale und keimen oft erst nach 2 bis 3 Wochen. Ein gut rückverfestigtes Saatbett mit direktem Bodenschluss und eine konstante, flache Saattiefe von 1,5 bis 2 cm sichern die Keimfeuchtigkeit; in trockenen Frühjahren kann ein leichtes Anwalzen nach der Saat den Feldaufgang beschleunigen.

Wie finde ich im Agronomie-Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger im Koriander?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub, filtern Sie nach der Kultur „Koriander“ (oder der entsprechenden Indikationsgruppe für frische Kräuter) und wählen Sie den spezifischen Schaderreger (z. B. Poa annua oder Chamaepsila rosae). Achten Sie darauf, ob die Zulassung explizit für die Blattnutzung oder die Samennutzung erteilt wurde, da sich die Wartezeiten drastisch unterscheiden.