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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

LAGERLAND Challenger

BVL Zul.-Nr. 00A606-62

LAGERLAND Challenger ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums zweikeimblättriger Unkräuter in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Das flüssige Pflanzenschutzmittel ist speziell für den Einsatz im Frühjahr formuliert und deckt sowohl Winter- als auch Sommergetreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale ab. Durch die Kombination von drei bewährten Wirkstoffen bietet das Produkt eine hervorragende Flexibilität und eine breite Wirkungssicherheit gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger im Ackerbau.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk der Unkräuter aus. Sie erfasst zuverlässig schwer bekämpfbare Arten wie Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere sowie verschiedene Kamille-Arten und Ausfallraps. Dank des breiten Anwendungsfensters im Frühjahr können Landwirte die Behandlung optimal an die Befallssituation und die Befahrbarkeit der Flächen anpassen.

Mit seiner ausgewogenen Wirkstoffkombination schließt LAGERLAND Challenger wichtige Lücken in der Unkrautbekämpfung und sichert das Ertragspotenzial der Kulturen in der kritischen Schossphase. Es stellt somit einen wertvollen Baustein in modernen, ertragsorientierten Pflanzenschutzstrategien dar.

Wirkstoffe

Clopyralid
80 g/L · Wirkstoff
Florasulam
2.5 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
144 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von LAGERLAND Challenger basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher biochemischer Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Florasulam gehört zur HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren). Er blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase, welches für die Synthese lebenswichtiger Aminosäuren in den Pflanzen verantwortlich ist. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Schaderreger, gefolgt von einer allmählichen Nekrose des Gewebes. Ergänzt wird dieser Mechanismus durch Clopyralid und Fluroxypyr, die beide zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine / Wuchsstoffe) gehören. Diese Wirkstoffe greifen in den Hormonhaushalt der Unkräuter ein und imitieren das pflanzliche Wachstumshormon Auxin. Dies führt zu einem unkontrollierten, asymmetrischen Zellwachstum (Epinastie), wodurch die Leitungsbahnen der Unkräuter verstopfen und die Pflanzen schließlich vollständig absterben. Diese Kombination sorgt für eine schnelle visuelle Wirkung und eine nachhaltige Systemleistung bis in die Wurzeln.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern wie der Vogel-Sternmiere oder Kamille-Arten, wirksam vorzubeugen, nutzt LAGERLAND Challenger ein integriertes Multi-Site-Konzept. Durch die Kombination von ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2) mit synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe 4) werden unterschiedliche physiologische Zielorte in der Pflanze gleichzeitig attackiert. Dennoch sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge und im Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen eingesetzt werden, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen langfristig zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

LAGERLAND Challenger weist eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit mit vielen praxisüblichen Fungiziden, Halmverkürzern und flüssigen Stickstoffdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritzbrühe kontinuierlich gerührt wird und das Produkt als eine der ersten Komponenten in den Tank gegeben wird. Für eine optimale Benetzung der Schaderreger wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Extrembedingungen wie Frost oder langanhaltende Trockenheit während der Behandlung sollten vermieden werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von LAGERLAND Challenger sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzmaßnahmen, einschließlich des Tragens von Schutzkleidung und Handschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die vom BVL festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen penibel zu beachten. Das Produkt ist so formuliert, dass bei sachgerechter Anwendung und unter Einhaltung der Windgeschwindigkeitsgrenzen das Risiko von Abdrift auf benachbarte Kulturen oder Biotope minimiert wird.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterhaferAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–321 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–391 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–391 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–391 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–391 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–321 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–391 LITER_PER_HECTARE
SommergersteAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–391 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–391 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–321 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–391 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleAusfallraps, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere13–391 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von LAGERLAND Challenger im Frühjahr?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald die Unkräuter zu wachsen beginnen und sich im Rosetten- bis frühen Streckungsstadium befinden. Obwohl die Zulassung ein breites BBCH-Fenster der Kultur abdeckt, erzielt eine frühe Behandlung bei wüchsigem Wetter die schnellste und nachhaltigste Wirkung.

Wie beeinflusst kühle Witterung die Wirkung des Herbizids?

Da die Wirkstoffe systemisch transportiert werden, ist aktives Pflanzenwachstum für den Bekämpfungserfolg entscheidend. Bei Temperaturen unter 8 °C oder bei Nachtfrösten verlangsamt sich der Stoffwechsel der Schaderreger, was den Wirkungseintritt verzögern kann. Ideal sind milde, wüchsige Tage mit Temperaturen über 10 °C.

Kann LAGERLAND Challenger zusammen mit Wachstumsreglern ausgebracht werden?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern ist in der Regel gut verträglich. Um jedoch phytotoxische Reaktionen an den Kulturen zu vermeiden, sollte bei extremen Temperaturschwankungen, starker Sonneneinstrahlung oder gestressten Beständen auf solche Tankmischungen verzichtet werden.

Welche Rolle spielt die Wirkstoffkombination beim Resistenzmanagement von Kletten-Labkraut?

Kletten-Labkraut neigt bei einseitiger Nutzung von ALS-Hemmern zur Resistenzbildung. Durch die Kombination von Florasulam (ALS-Hemmer) mit den Wuchsstoffen Fluroxypyr und Clopyralid (HRAC-Gruppe 4) bietet LAGERLAND Challenger ein eingebautes Resistenzmanagement, das die Selektion resistenter Biotypen effektiv verhindert.

Gibt es Einschränkungen für die Nachfolgekulturen in der Fruchtfolge nach dem Einsatz dieses Mittels?

Aufgrund des enthaltenen Wirkstoffs Clopyralid müssen bei der Planung von Nachfolgekulturen im selben oder folgenden Jahr die Abbauzeiten beachtet werden. Insbesondere empfindliche Kulturen wie Leguminosen, Phacelia oder Umstellerkulturen sollten erst nach einer tiefen, wendenden Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen) angebaut werden, um eventuelle Rückstandsschäden zu vermeiden.

Wie verhält sich das Produkt bei Regen kurz nach der Applikation?

LAGERLAND Challenger ist dank seiner modernen Formulierung relativ schnell regenfest. In der Regel reicht eine regenfreie Zeit von etwa 1 bis 2 Stunden nach der Behandlung aus, damit die Wirkstoffe ausreichend von den Blättern der Schaderreger aufgenommen werden können.