MAGANIC
MAGANIC von ADAMA ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in Getreide, Raps und Rüben. Als moderne, flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um die Kulturen in kritischen Wachstumsphasen optimal zu schützen. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe und eine langanhaltende Schutzwirkung aus.
Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Schaderreger wie die Septoria-Blattdürre, Rostpilze (Gelb- und Braunrost) sowie Fusarium-Arten im Getreide, die Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) im Raps sowie Cercospora beticola und Rübenrost in Zuckerrüben. Durch diese Vielseitigkeit etabliert sich MAGANIC als flexibler Baustein im integrierten Pflanzenschutz, der sowohl präventiv als auch kurativ eingesetzt werden kann.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirksamkeit von MAGANIC basiert auf der Kombination von Difenoconazol und Prothioconazol. Beide Wirkstoffe gehören zur Klasse der Triazole bzw. Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und wirken als Demethylierungs-Inhibitoren (DMI). Sie blockieren die Ergosterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Pilze, was zu strukturellen und funktionellen Schäden an den Zellwänden führt und das Wachstum des Pilzmyzels effektiv stoppt. Durch die systemische Verteilung in der Kultur wird das Pflanzenschutzmittel nach der Anwendung rasch akropetal (von unten nach oben) transportiert. Dies gewährleistet nicht nur den Schutz der bereits behandelten Pflanzenteile, sondern schützt auch den Neuzuwachs zuverlässig vor einer Infektion durch Schaderreger.
Resistenzmanagement
Da beide Wirkstoffe in MAGANIC der FRAC-Gruppe 3 angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Um das Risiko einer Resistenzbildung bei Schaderregern wie Septoria tritici oder Cercospora beticola zu minimieren, sollte MAGANIC im Rahmen einer Spritzfolge mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) abgewechselt werden. Zudem ist stets die volle registrierte Aufwandmenge zu nutzen, um die Selektion weniger sensitiver Pilzstämme im Feld zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
MAGANIC zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung der Kultur zu garantieren. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen optimieren. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird jedoch stets ein physischer Mischbarkeitstest im kleinen Maßstab empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit MAGANIC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) obligatorisch, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Aufgrund der Eigenschaften der Wirkstoffe sind strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern einzuhalten, um aquatische Organismen vor Drift zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Behandlungen auch während des Bienenflugs in blühenden Beständen durchgeführt werden können, sofern keine Mischungen mit bestimmten Insektiziden dies einschränken.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita) | 39–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 14–20 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 39–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) | 39–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita) | 39–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 39–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola | 31–49 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 39–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis | 39–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita) | 39–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis | 39–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola | 31–49 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 39–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita) | 39–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) | 39–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 39–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Weizen?
Die Bekämpfung von Fusarium-Arten mit MAGANIC sollte gezielt während der Blüte (BBCH-Stadium 59 bis 69) erfolgen. Eine präventive Behandlung kurz vor oder direkt zu Beginn des Pollenausschüttelns bietet den besten Schutz vor einer Infektion der Ähren, insbesondere bei feucht-warmer Witterung während der Blütephase.
Kann MAGANIC auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, MAGANIC kann bereits ab dem frühen Frühjahr (ab BBCH-Stadium 14) eingesetzt werden. Für eine optimale systemische Verteilung und schnelle Wirkstoffaufnahme in der Kultur sind jedoch aktive Wachstumsbedingungen und Temperaturen ab ca. 8–10 °C vorteilhaft.
Wie integriere ich MAGANIC am besten in die Spritzfolge bei Zuckerrüben?
In Zuckerrüben sollte MAGANIC beim ersten Auftreten von Symptomen wie Cercospora-Blattflecken oder Rübenrost eingesetzt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, empfiehlt sich ein Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Kupferpräparaten oder Strobilurinen) bei Folgespritzungen.
Welche Rolle spielt die Wartezeit von 42 Tagen bei der Ernteplanung?
Die gesetzliche Wartezeit von 42 Tagen stellt sicher, dass Rückstände der Wirkstoffe Difenoconazol und Prothioconazol bis zur Ernte unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Planen Sie die Abschlussbehandlung im Getreide oder Raps daher rechtzeitig ein, um diesen Zeitraum bis zum voraussichtlichen Erntetermin sicher einzuhalten.
Warum kombiniert MAGANIC zwei verschiedene Wirkstoffe aus derselben chemischen Klasse?
Obwohl sowohl Difenoconazol als auch Prothioconazol zu den DMIs (FRAC-Gruppe 3) gehören, weisen sie unterschiedliche Wirkungsoptima und Mobilitätseigenschaften in der Kultur auf. Die Kombination erweitert das Wirkungsspektrum erheblich und sorgt für eine synergistische, langanhaltende Wirkung gegen ein breiteres Spektrum an Schaderregern.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?
Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserem Hub, um gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Winterweizen oder Zuckerrübe) und dem spezifischen Schaderreger zu suchen. Dort erhalten Sie eine vollständige Übersicht aller in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und Kombinationspartner.