MON 79991
MON 79991 ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Gewächsen. Durch die Formulierung als wasserlösliches Granulat mit einem extrem hohen Wirkstoffgehalt an Glyphosat (792 g/kg) bietet das Pflanzenschutzmittel eine effiziente Handhabung, reduzierte Verpackungsmengen und eine hervorragende Löslichkeit im Spritztank. Es wird vor allem im Ackerbau, Obst- und Weinbau sowie auf Nichtkulturland eingesetzt, um Problemunkräuter wie die Acker-Winde oder Ausfallkulturen sicher zu kontrollieren.
Darüber hinaus eignet sich das Präparat hervorragend für die Sikkation zur Ernteerleichterung in spezifisch zugelassenen Kulturen sowie zur Vorsaatbehandlung. Da der Wirkstoff systemisch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und bis in die Wurzelspitzen transportiert wird, ist eine nachhaltige Wirkung gegen ausdauernde, tiefwurzelnde Unkräuter und Holzgewächse gewährleistet.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (Inhibitor der EPSP-Synthase). Nach der Aufnahme über die Blätter und grünen Triebe wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze, einschließlich der Wurzeln, Rhizome und Ausläufer, verteilt. Er blockiert spezifisch das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS), das eine Schlüsselrolle im Shikimatweg zur Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) spielt. Dieser biochemische Block führt zu einem schnellen Wachstumsstopp der behandelten Schaderreger. Sichtbare Symptome wie Gelbfärbung, Welken und anschließende Nekrose treten je nach Witterung nach 7 bis 14 Tagen auf. Da der Wirkstoff im Boden rasch inaktiviert und mikrobiell abgebaut wird, erfolgt keine Aufnahme über die Wurzeln nachfolgender Kulturen.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung bei den Ziel-Schaderregern zu minimieren, sollte MON 79991 stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen) sowie mechanische Kulturmaßnahmen wie die Stoppelbearbeitung und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge. Einseitig wiederholte Anwendungen auf derselben Fläche sind zu vermeiden, um die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren einkeimblättrigen Unkräutern, zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
MON 79991 ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder hartem Wasser, kann die Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) oder geeigneten Nicht-Ionen-Tensiden vorteilhaft sein. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühen wird dringend empfohlen, eine physikalische Mischbarkeitsprobe im kleinen Maßstab durchzuführen und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner strikt zu beachten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von MON 79991 sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens vorgeschriebener persönlicher Schutzausrüstung (PSA), strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Nichtziel-Flora sind die vom BVL festgelegten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungs-Szenarien zu berücksichtigen. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Gemüsekulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 42T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Ausfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter, Acker-Winde | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Gemüsekulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 42T |
| Nichtkulturland ohne Holzgewächse | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 42T |
| Gemüsekulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Schalenobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 42T |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von MON 79991 nach der Applikation?
Für eine optimale Wirkung sollte die Anwendung bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen, da die Schaderreger den Wirkstoff dann aktiv aufnehmen und transportieren. Regen innerhalb von 4 bis 6 Stunden nach der Behandlung kann den Wirkstoff abwaschen und die Effizienz mindern. Extreme Trockenheit oder Frost hemmen den Stoffwechsel der Pflanzen und verzögern den Wirkungseintritt.
Warum ist die Einhaltung der Wartezeit bei diesem Produkt so variabel?
Die Wartezeit (PHI) variiert stark zwischen 7 und 42 Tagen, da sie direkt von der jeweiligen Kultur und dem Anwendungszweck abhängt. Bei einer Spätbehandlung zur Sikkation kurz vor der Ernte gelten andere Sicherheitsabstände als bei einer Vorsaat- oder Stoppelbehandlung, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.
Kann MON 79991 auch zur Bekämpfung von Unkräutern unter Obstbäumen und Reben eingesetzt werden?
Ja, das Pflanzenschutzmittel ist für den Einsatz in Kulturen wie Kernobst, Steinobst und Weinreben zugelassen. Dabei muss jedoch strikt darauf geachtet werden, dass die Spritzbrühe nicht mit den grünen Teilen, Blättern oder jungen Trieben der Kultur in Kontakt kommt, da dies zu schweren Schäden an den Kulturpflanzen führen kann.
Was ist bei der Bekämpfung von tiefwurzelnden Holzgewächsen und der Acker-Winde zu beachten?
Diese schwer bekämpfbaren Schaderreger sollten zum Zeitpunkt der Behandlung ausreichend Blattmasse gebildet haben und sich in einer aktiven Wachstumsphase befinden. Nur so kann eine ausreichende Menge des Wirkstoffs aufgenommen und systemisch bis in die tiefen Wurzel- und Rhizomstrukturen transportiert werden, um einen Wiederaustrieb zu verhindern.
Wie verhält sich der Wirkstoff Glyphosat nach dem Erreichen des Bodens?
Glyphosat besitzt keine nennenswerte Bodenwirkung. Sobald der Wirkstoff auf den Boden trifft, wird er stark an Bodenpartikel (insbesondere Tonminerale) adsorbiert und dadurch inaktiviert. Mikroorganismen im Boden bauen den Wirkstoff anschließend rasch ab, weshalb keine Gefahr für nachfolgend auflaufende Kulturen besteht.
Kann ich MON 79991 mit flüssigen Stickstoffdüngern im Tank mischen?
Eine Mischung mit flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch Vorsicht. Während geringe Mengen Ammoniumsulfat die Wirkung unterstützen können, können hohe Konzentrationen von Stickstoffdüngern zu Verätzungen der Blattoberfläche führen. Dies blockiert den systemischen Transport des Herbizids in der Pflanze und mindert so die Gesamtwirkung gegen ausdauernde Unkräuter.