Nozomi
Nozomi von SUMITOMO CHEMICAL ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das vor allem im Weinbau, Hopfenbau sowie in ausgewählten Sonderkulturen und im Zierpflanzenbau eingesetzt wird. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit dem bewährten Wirkstoff Flumioxazin, zeichnet sich das Produkt durch eine ausgeprägte Boden- und Blattwirkung aus. Es dient der zuverlässigen Bekämpfung von einjährigen ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern, Moosen sowie spezifischen Problemunkräutern wie der Vogel-Sternmiere und dem Schwarzen Nachtschatten.
Neben der klassischen Unkrautbekämpfung übernimmt Nozomi eine wichtige Rolle im Hopfenanbau, wo es gezielt für das sogenannte „Hopfenputzen“ (die chemische Entlaubung der bodennahen Triebe) eingesetzt wird. Durch diese vielseitige Einsetzbarkeit etabliert sich das Mittel als flexibler Baustein im modernen Kulturmanagement, der sowohl zur Sauberhaltung des Unterwuchses als auch zur Erntevorbereitung und Bestandsführung beiträgt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Nozomi enthaltene Wirkstoff Flumioxazin gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und ist im HRAC-System in die Gruppe 14 (Hemmer der Protoporphyrinogen-Oxidase, kurz PPO) eingestuft. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile oder die Wurzeln blockiert der Wirkstoff das Enzym PPO in den Chloroplasten. Dies führt zu einer unkontrollierten Akkumulation von Protoporphyrin IX im Zytoplasma der Pflanzenzellen. Unter dem Einfluss von Licht und Sauerstoff kommt es in der Folge zur Bildung von hochreaktivem Singulett-Sauerstoff. Dieser löst eine Kettenreaktion aus, die die Lipidmembranen der Zellen zerstört (Lipidperoxidation). Die Zellmembranen werden undicht, was zu einer schnellen Austrocknung, Nekrosebildung und schließlich zum Absterben der behandelten Pflanzenteile oder Schaderreger führt. Da Licht für diesen Prozess zwingend erforderlich ist, zeigt sich die Wirkung bei sonnigem Wetter besonders rasch.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzentwicklung bei den Ziel-Schaderregern wirksam vorzubeugen, solltest du Nozomi stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da Flumioxazin der HRAC-Gruppe 14 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen dringend zu empfehlen. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von PPO-Inhibitoren auf derselben Fläche und nutze stattdessen Tankmischungen oder Spritzfolgen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen, um die Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei schwer bekämpfbaren Unkräutern – nachhaltig zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Nozomi lässt sich für ein breiteres Wirkungsspektrum im Unterblattspritzen gut mit anderen zugelassenen Herbiziden kombinieren. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung, insbesondere bei der Bekämpfung von Moosen oder beim Hopfenputzen. Die Zugabe von geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Additiven kann die Haftung und das Eindringen des Wirkstoffs bei schwierigen Benetzungsverhältnissen optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Nozomi steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage während der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, konsequent vermeiden und die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen. Achte zudem darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder sensible Saumbioptope gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Flora zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Ziergehölze | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 300 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Hopfenputzen | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Moose | — | 1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Moose | — | 1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gleisanlagen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Vogel-Sternmiere | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Schwarzer Nachtschatten | — | 300 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 300 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt sich das Wetter auf die Schnelligkeit der Wirkung von Nozomi aus?
Da der Wirkstoff Flumioxazin Licht benötigt, um den zerstörerischen Singulett-Sauerstoff in den Pflanzenzellen zu bilden, ist die Wirkung stark lichtabhängig. An sonnigen, warmen Tagen wirst du bereits nach wenigen Stunden erste Welkesymptome und Verfärbungen an den Schaderregern sehen. Bei bedecktem Himmel oder kühlen Temperaturen verzögert sich der sichtbare Effekt entsprechend, die Endwirkung bleibt jedoch bei ausreichender Benetzung stabil.
Was musst du beim Einsatz von Nozomi im Weinbau beachten, um die Kultur nicht zu schädigen?
Da Nozomi eine starke Kontaktwirkung auf grünes Gewebe besitzt, musst du bei der Anwendung im Weinbau unbedingt darauf achten, dass die Spritzbrühe nicht mit den grünen Teilen der Rebe (Blätter, junge Triebe, Gescheine) in Kontakt kommt. Verwende daher stets eine präzise Unterstock-Spritzeinrichtung mit Abdriftschutz (z. B. Spritzschirme), um Schäden an der Kultur zu vermeiden.
Warum ist Nozomi beim sogenannten „Hopfenputzen“ so effektiv?
Beim Hopfenputzen geht es darum, die bodennahen Blätter und Triebe des Hopfens chemisch zu entfernen, um die Luftzirkulation im Bestand zu verbessern und den Infektionsdruck durch Pilzkrankheiten wie Peronospora zu senken. Nozomi wirkt hier als hervorragendes Kontaktherbizid, das die getroffenen Pflanzenteile schnell austrocknen lässt, ohne die tieferen Wurzeln oder die Hauptrebe des Hopfens systemisch zu schädigen.
Kann ich Nozomi auch auf feuchtem Boden anwenden?
Ja, eine gewisse Bodenfeuchtigkeit ist für die Entfaltung der Bodenwirkung (Vorauflaufwirkung) von Nozomi sogar vorteilhaft, da der Wirkstoff so einen gleichmäßigen Film auf der Bodenoberfläche bilden kann. Vermeide jedoch die Anwendung bei staunassem Boden oder unmittelbar vor Starkregenereignissen, um ein Abschwemmen des Wirkstoffs in tiefere Bodenschichten oder Nachbarkulturen zu verhindern.
Wie verhält sich Nozomi im Boden und gibt es Einschränkungen für Nachfolgekulturen?
Flumioxazin wird im Boden relativ schnell durch Mikroorganismen abgebaut. Dennoch besitzt das Mittel eine spürbare Dauerwirkung gegen keimende Unkräuter. Wenn du nach dem Umbruch einer mit Nozomi behandelten Fläche empfindliche Nachfolgekulturen anbauen möchtest, solltest du den Boden gründlich und tief lockern (z. B. durch Pflügen), um eventuelle Wirkstoffrückstände zu verdünnen und das Risiko von phytotoxischen Schäden zu minimieren.
Wie reinigst du die Pflanzenschutzspritze nach der Anwendung von Nozomi am besten?
Da Flumioxazin-Rückstände in der Spritze bei nachfolgenden Behandlungen in empfindlichen Kulturen Schäden verursachen können, ist eine gründliche Reinigung unerlässlich. Spüle den Tank, die Leitungen und die Düsen unmittelbar nach der Arbeit gründlich mit Wasser und einem speziellen Spritzenreiniger aus. Achte darauf, das Spülwasser vorschriftsmäßig auf einer unbewachsenen Fläche oder über ein zugelassenes Entsorgungssystem auszubringen.