Nozomi
Nozomi ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Sumitomo Chemical, das als Spezialherbizid vor allem im Weinbau, Hopfenanbau, Spargelanbau sowie im Obstbau und auf Nichtkulturland eingesetzt wird. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit dem bewährten Wirkstoff Flumioxazin (500 g/kg), zeichnet sich das Produkt durch eine ausgeprägte Boden- und Blattwirkung aus. Es bietet eine zuverlässige und langanhaltende Kontrolle gegen eine breite Palette von Schaderregern, darunter einjährige ein- und zweikeimblättrige Unkräuter sowie Moose.
Besonders im Hopfenanbau nimmt Nozomi eine Schlüsselrolle ein, da es dort auch für das sogenannte "Hopfenputzen" (die chemische Entblätterung der bodennahen Triebe) zugelassen ist. Durch die Kombination aus schneller Kontaktheizung bei direkt getroffenen Pflanzenteilen und einem stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche verhindert das Pflanzenschutzmittel über Wochen hinweg den Auflauf unerwünschter Begleitvegetation wie Vogel-Sternmiere oder Schwarzen Nachtschatten. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen, sauberen Anbausystemen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Nozomi enthaltene Wirkstoff Flumioxazin gehört zur chemischen Gruppe der N-Phenylphthalimide und ist im HRAC-System in die Gruppe 14 (früher Gruppe E) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung des Enzyms Protoporphyrinogen-Oxidase (PPO). Diese Blockade führt in den Pflanzenzellen zu einer Akkumulation von Porphyrinen, was unter Lichteinfluss eine Kettenreaktion auslöst: Es entstehen hochreaktive Singulett-Sauerstoff-Radikale, welche die Zellmembranen zerstören (Lipidperoxidation). Die betroffenen Schaderreger zeigen nach der Keimung oder dem Kontakt rasche Nekrosen und sterben innerhalb weniger Tage ab. Da Flumioxazin stark an Bodenkolloide gebunden wird, bildet es einen stabilen Wirkstofffilm an der Bodenoberfläche. Keimende Unkräuter nehmen den Wirkstoff primär über die Hypokotyle und Keimblätter auf, noch bevor sie die Bodenoberfläche durchstoßen, was eine hervorragende Dauerwirkung im Vorauflauf sichert.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Ziel-Schaderregern zu minimieren, sollte Nozomi stets in ein integriertes Herbizidmanagement eingebunden werden. Da Flumioxazin als PPO-Inhibitor (HRAC-Gruppe 14) wirkt, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. Gruppe 15 oder Gruppe 9) dringend zu empfehlen. Die Anwendung sollte auf maximal eine Behandlung pro Saison auf derselben Fläche beschränkt werden, um den Selektionsdruck auf unkrautreiche Populationen gering zu halten. Zudem fördert die Kombination mit mechanischen Pflegemaßnahmen die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs.
Mischbarkeit & Tankmischung
Nozomi ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Boden- und Blattherbiziden mischbar, sofern die jeweiligen Zulassungsbestimmungen dies erlauben. Bei der Ausbringung im Nachauflauf kann die Zugabe eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Netzmittels oder Additivs die Benetzung und somit die Kontaktheizwirkung auf bereits aufgelaufene Unkräuter deutlich verbessern. Es wird empfohlen, eine ausreichende Wassermenge zu verwenden, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens bzw. der Zielflächen zu gewährleisten. Vor dem Ansetzen größerer Mischungen sollte stets ein physikalischer Mischbarkeitstest in einem separaten Gefäß durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als modernes Pflanzenschutzmittel erfordert der Umgang mit Nozomi die strikte Einhaltung der vorgeschriebenen Anwenderschutzmaßnahmen, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Granulats. Aufgrund der spezifischen Eigenschaften von Flumioxazin ist das Mittel als giftig für Wasserorganismen eingestuft. Daher sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (BVL-Auflagen) zwingend einzuhalten. Für Honigbienen ist das Produkt bei sachgerechter Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Ziergehölze | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 300 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Hopfenputzen | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Moose | — | 1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Moose | — | 1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gleisanlagen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Vogel-Sternmiere | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Schwarzer Nachtschatten | — | 300 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 300 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 600 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Nozomi im Weinbau?
Im Weinbau sollte die Anwendung vorzugsweise im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb der Reben (BBCH-Stadium 00 bis 09) auf den unkrautfreien oder mechanisch vorgereinigten Boden erfolgen. Dies stellt sicher, dass der Herbizidfilm optimal etabliert wird und keine Wirkstoffpartikel auf grüne Pflanzenteile der Rebe gelangen, was zu Phytotoxizität führen könnte.
Wie funktioniert das "Hopfenputzen" mit Nozomi in der Praxis?
Beim Hopfenputzen wird Nozomi gezielt im Nachauflauf auf die bodennahen Triebe und Blätter des Hopfens appliziert. Der Wirkstoff Flumioxazin zerstört durch seine starke Kontaktwirkung das grüne Gewebe der getroffenen Triebe rasch, was zu einer sauberen chemischen Entblätterung führt und gleichzeitig den Neuaustrieb von Unkräutern im Hopfenband unterdrückt.
Welche Bodenbedingungen sind für eine optimale Bodenwirkung von Nozomi erforderlich?
Für eine langanhaltende Wirkung im Vorauflauf ist ein feuchtes, feinkrümeliges und möglichst unkrautfreies Saatbett ideal. Niederschläge kurz nach der Behandlung aktivieren den Wirkstofffilm im Boden, während extreme Trockenheit oder ein hoher Anteil an organischem Material (wie Mulchauflagen) die herbizide Dauerwirkung abschwächen können.
Kann Nozomi auch auf sandigen Böden im Spargelanbau eingesetzt werden?
Ja, Nozomi ist im Spargel zugelassen, jedoch sollte auf sehr leichten, sandigen Böden mit geringem Humusgehalt vorsichtig dosiert werden. Um Auswaschungen in tiefere Bodenschichten und damit Schäden an den Spargelkronen zu vermeiden, empfiehlt sich die Anwendung strikt vor dem Durchstoßen der Spargelstangen (Vorauflauf).
Wie verhält sich der Wirkstoff Flumioxazin bei Frost oder niedrigen Temperaturen im Frühjahr?
Die Bodenwirkung von Flumioxazin wird durch kühle Frühjahrstemperaturen nicht negativ beeinflusst, da der Wirkstoff stabil im Boden verbleibt. Die Kontaktheizwirkung auf bereits aufgelaufene Unkräuter verzögert sich jedoch bei kühler, bewölkter Witterung leicht, da der Wirkungsmechanismus auf Licht und aktiven Pflanzenmetabolismus angewiesen ist.
Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen einjährige Unkräuter?
Nutzen Sie hierzu die globale Such- und Filterfunktion im Hub. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der Kategorie "Herbizide" und wählen Sie unter "Schaderreger" die Option "Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter" aus, um alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und Kombinationspartner anzuzeigen.