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Padelli

BVL Zul.-Nr. 00B226-00

Padelli ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl vorbeugende (protektive) als auch heilende (kurative) Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Arten, Rosten, Echtem Mehltau und Fusarium.

Die Formulierung als Emulsionskonzentrat (EC) sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Aufnahme der Wirkstoffe in das Pflanzengewebe. Dies garantiert eine hohe Regenfestigkeit kurz nach der Anwendung und sorgt dafür, dass die Wirkstoffe auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen schnell dorthin gelangen, wo sie benötigt werden.

Dank des breiten Zulassungsspektrums und der Flexibilität im Anwendungsfenster ist Padelli ein zentraler Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien zur Ertragssicherung und Qualitätsoptimierung im professionellen Getreideanbau.

Wirkstoffe

Prothioconazol
160 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Padelli basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Prothioconazol gehört zur Gruppe der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3, SBI: Klasse I) und hemmt die Demethylierung in der Sterol-Biosynthese (DMI). Dies führt zu einer Störung der Membranintegrität des Pilzes und stoppt das Myzelwachstum effektiv. Spiroxamine, ein Vertreter der chemischen Klasse der Spiroketalamine (FRAC-Gruppe 5, SBI: Klasse II), greift an zwei anderen Stellen der Sterol-Biosynthese ein (Hemmung der Delta14-Reduktase und Delta8->Delta7-Isomerase). Spiroxamine wirkt zudem als Penetrationsbeschleuniger, der die Aufnahme von Prothioconazol in die Kultur beschleunigt und somit eine schnelle, kurative Initialwirkung (Knock-down-Effekt) insbesondere gegen Echten Mehltau gewährleistet.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, nutzt Padelli die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Klassen (Gruppe 3 und Gruppe 5). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden oder Strobilurinen) in der Spritzfolge sowie die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von Wirkstoffen aus denselben Wirkstoffgruppen ist zu vermeiden, um die Sensitivität der Schaderreger langfristig zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Padelli zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Es wird empfohlen, die Mischbarkeit vorab in einem Kleingebinde zu testen und die Mischungspartner stets nacheinander unter ständigem Rühren in den teilweise befüllten Spritztank zu geben. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um Stress für die Kultur zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Padelli ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Das Produkt ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt einzuhalten sind, um aquatische Organismen zu schützen. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern sollte die Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen, obwohl das Mittel bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerroggenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintertriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintergersteFusarium-Arten30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommertriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterroggenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommertriticaleFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommertriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Haferkronenrost (Puccinia coronata)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Haferkronenrost (Puccinia coronata)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintertriticaleFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommergersteFusarium-Arten30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–691.25 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintertriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE42T
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Halmbruchkrankheit mit Padelli?

Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte idealerweise im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt können die Wirkstoffe die Basis der Kultur optimal schützen, bevor der Pilz tief in das Gewebe eindringt und die Standfestigkeit gefährdet.

Wie unterstützt Spiroxamine die Wirkung von Prothioconazol in der Praxis?

Spiroxamine wirkt nicht nur selbst stark gegen Echten Mehltau, sondern fungiert auch als sogenannter Penetrationsförderer. Es setzt die Oberflächenspannung herab und erleichtert das Eindringen des systemischen Partners Prothioconazol in das Blattgewebe. Dies führt zu einer schnelleren Regenfestigkeit und einer beschleunigten kurativen Wirkung gegen bereits etablierte Infektionen.

Kann Padelli zur Abschlussbehandlung gegen Ährenfusarium eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung im BBCH-Stadium 59 bis 69 (Ende des Ährenschiebens bis Ende der Blüte) ist hochwirksam gegen Fusarium-Arten. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollte die Behandlung gezielt in die Blüte hinein erfolgen, idealerweise kurz vor oder direkt nach einem Infektionsereignis (Niederschlag während der Blüte).

Welche Rolle spielt die Wartezeit (PHI) bei der Planung der Ernte?

Die gesetzlich festgelegte Wartezeit von 42 Tagen muss zwischen der letzten Anwendung von Padelli und der Ernte zwingend eingehalten werden. Dies stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände im Erntegut weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Planen Sie späte Anwendungen in der Blüte daher präzise ein.

Wie lässt sich das Risiko von Resistenzen bei Septoria tritici minimieren?

Da Septoria tritici ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen gegenüber Azolen aufweist, sollte Padelli im Rahmen einer Spritzfolge eingesetzt werden. Kombinieren oder wechseln Sie das Mittel mit Fungiziden, die andere Wirkmechanismen besitzen, wie beispielsweise Kontaktfungizide (z. B. Folpet) oder Carboxamide (SDHI), und nutzen Sie stets die volle zugelassene Aufwandmenge.

Ist der Einsatz von Padelli auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen sinnvoll?

Ja, dank des enthaltenen Wirkstoffs Spiroxamine zeigt Padelli auch bei niedrigeren Temperaturen im zeitigen Frühjahr (ab ca. 5–8 °C) eine gute und schnelle Anfangswirkung. Dies macht das Produkt besonders flexibel für frühe Behandlungen gegen Mehltau und Halmbruch, wenn andere reine Azol-Fungizide noch temperaturbedingt eingeschränkt wirken.