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OTHER · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Plantaclean Label XL

BVL Zul.-Nr. 006173-61

Plantaclean Label XL ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie zur Sikkation und Beseitigung von Ausfallkulturen und Kartoffeldurchwuchs. Als flüssiges Konzentrat formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus. Es wird vor allem im Ackerbau, auf Stilllegungsflächen und im Vorauflauf- sowie Nachernteverfahren eingesetzt, um saubere Feldbedingungen für Folgekulturen zu schaffen.

Durch die hohe Wirkstoffkonzentration von 486 g/l Glyphosat bietet das Produkt eine effiziente Flächenleistung und reduziert Transport- sowie Lagerkapazitäten für den landwirtschaftlichen Betrieb. Die Formulierung ist darauf ausgelegt, auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen eine zuverlässige Benetzung der Blattoberflächen zu gewährleisten, was die Wirkstoffaufnahme optimiert und das Risiko von Abwaschungsverlusten minimiert.

Wirkstoffe

Glyphosat
486 g/L

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (Hemmung der EPSP-Synthase). Nach der Applikation wird der Wirkstoff primär über die grünen Kulturen und Unkräuter aufgenommen und systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem bis in die Wurzelspitzen, Rhizome und Ausläufer transportiert. Dort blockiert er das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS), welches ein Schlüsselenzym im Shikimatweg zur Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren darstellt. Dieser Entzug führt zu einer Unterbrechung des Proteinstoffwechsels und letztlich zum Absterben der behandelten Schaderreger. Da der Wirkungsmechanismus spezifisch für Pflanzen, Pilze und einige Mikroorganismen ist, zeigt das Mittel eine gezielte Wirkung auf die Vegetation. Erste Symptome wie Chlorosen und Welkeerscheinungen zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen, während das vollständige Absterben meist nach ein bis zwei Wochen abgeschlossen ist.

Resistenzmanagement

Obwohl für Glyphosat (HRAC-Gruppe 9) in Europa ein vergleichsweise geringes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen im klassischen Ackerbau besteht, erfordert ein nachhaltiges Resistenzmanagement eine integrierte Strategie. Um der Selektion resistenter Biotypen (insbesondere bei Weidelgras-Arten oder Ackerfuchsschwanz) vorzubeugen, sollte die Anwendung von Plantaclean Label XL stets mit mechanischen Bodenbearbeitungsmaßnahmen und dem gezielten Wechsel von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen in der Fruchtfolge kombiniert werden. Zudem ist darauf zu achten, stets die vollen registrierten Aufwandmengen zu nutzen, um das Überleben teilresistenter Individuen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Plantaclean Label XL ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei verholzten Unkräutern oder unter trockenen Bedingungen, kann die Zugabe eines zugelassenen Nicht-Ionen-Tensids oder von Ammoniumsulfat (AMS) zur Konditionierung des Spritzwassers vorteilhaft sein. Da hartes Wasser die Aktivität von Glyphosat durch Kationenbindung (z. B. Calcium und Magnesium) beeinträchtigen kann, empfiehlt sich bei entsprechendem Wasserhärtegrad die vorherige Aufbereitung des Spritzwassers. Vor jeder Tankmischung sollte ein physikalischer Mischbarkeitstest durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Plantaclean Label XL sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Glyphosat als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) penibel beachtet werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen, um unnötige Expositionen zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
WinterweichweizenSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
LeinSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE14T
NadelholzZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
LaubholzZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
StilllegungsflächenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
RapsSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE7T
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenAusfallkulturen, Kartoffeldurchwuchs, Zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
SommerweichweizenSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
HartweizenSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
WinterhaferSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Witterung direkt nach der Applikation die Wirkung von Plantaclean Label XL?

Für eine optimale Wirkung sollte nach der Behandlung eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden eingehalten werden, damit der Wirkstoff vollständig in die Blätter eindringen kann. Warme, wüchsige Wetterbedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit beschleunigen die systemische Verteilung im Saftstrom der Pflanze, während extreme Trockenheit oder Kälte den Transport verlangsamen und die Wirkung verzögern können.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Bekämpfung von Kartoffeldurchwuchs mit diesem Produkt?

Die Behandlung von Kartoffeldurchwuchs sollte erfolgen, wenn die Kartoffelpflanzen eine ausreichende Blattmasse gebildet haben (idealerweise ab einer Höhe von 15–20 cm), aber noch vor dem Einsetzen der Knollenbildung. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom stark abwärts gerichtet, was den Transport des Glyphosats in die Mutterknolle und die neu gebildeten Stolonen maximiert und so ein Wiederaustreiben verhindert.

Kann Plantaclean Label XL auch zur gezielten Horstbehandlung oder auf Teilflächen eingesetzt werden?

Ja, das Pflanzenschutzmittel eignet sich hervorragend für die gezielte Flecken- oder Horstbehandlung, um Nester von Problemunkräutern wie Ackerkratzdistel oder Quecke zu bekämpfen, ohne den gesamten Bestand zu belasten. Hierbei ist auf eine präzise Düseneinstellung und die Vermeidung von Abdrift auf benachbarte Kulturen zu achten.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Zubereitung der Spritzbrühe und wie kann man gegensteuern?

Sehr hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen, die sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme blockieren können. Um diese Inaktivierung zu verhindern, sollte bei hartem Wasser zuerst ein Wasseraufbereiter wie Ammoniumsulfat (AMS) in den Tank gegeben und vollständig aufgelöst werden, bevor Plantaclean Label XL hinzugefügt wird.

Wie lange muss nach der Anwendung gewartet werden, bevor eine mechanische Bodenbearbeitung stattfinden darf?

Um sicherzustellen, dass der Wirkstoff vollständig bis in die Wurzeln und Rhizome (z. B. bei der Queckenbekämpfung) transportiert wurde, sollte nach der Applikation eine Wartezeit von mindestens 5 bis 7 Tagen eingehalten werden, bevor gepflügt oder gegrubbert wird. Bei einjährigen Unkräutern reicht oft schon eine Spanne von 2 bis 3 Tagen aus.

Was ist bei der Anwendung zur Sikkation im Getreide kurz vor der Ernte besonders zu beachten?

Eine Sikkation darf nur in Beständen durchgeführt werden, die ungleichmäßig abreifen oder stark verunkrautet sind, um die Ernte überhaupt zu ermöglichen. Der Kornfeuchtegehalt muss zum Zeitpunkt der Spritzung unter 30 % liegen (BBCH-Stadium 89), um Ertragseinbußen und unzulässige Rückstände im Erntegut zu vermeiden. Zudem ist die gesetzliche Wartezeit bis zur Ernte strikt einzuhalten.