Promino 300 EC
Promino 300 EC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Es bietet sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften, was eine hohe Flexibilität im Behandlungsfenster ermöglicht.
Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Getreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale sowie Raps. Zu den Hauptschaderregern gehören ertragsmindernde Pilze wie Septoria-Arten, Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Netzflecken, Rhynchosporium secalis sowie Fusarium-Arten im Getreide. Im Raps schützt das Mittel zuverlässig vor Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) und der Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans).
Dank der hohen Konzentration des bewährten Wirkstoffs Prothioconazol (300 g/l) sichert Promino 300 EC die Vitalität der Kulturen in kritischen Wachstumsphasen. Dies trägt maßgeblich zur Ertragssicherung und zur Erhaltung einer hohen Korn- bzw. Saatgutqualität bei.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols, einem essenziellen Baustein der Pilzzellmembran. Ohne funktionierendes Ergosterol kommt es zu strukturellen und funktionellen Schäden der Zellmembranen, was das Wachstum des Keimschlauchs und die Myzelentwicklung des Schaderregers stoppt. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff schnell in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich akropetal (systemisch mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur. Dadurch werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt und bereits im Gewebe etablierte Infektionen effektiv gestoppt (kurative Wirkung).
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung der Schaderreger vorzubeugen, solltest du Promino 300 EC stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie einsetzen. Da Prothioconazol zur FRAC-Gruppe 3 gehört, ist es ratsam, Behandlungen mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) abzuwechseln oder in Tankmischung auszubringen. Halte dich an die empfohlenen Aufwandmengen und vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstoffs, um den Selektionsdruck auf die Pilzpopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Promino 300 EC ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die für die jeweiligen Kulturen zugelassen sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen empfiehlt es sich, vorab eine Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen, um physikalische Unverträglichkeiten auszuschließen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise leicht saurer bis neutraler pH-Wert) und fülle die Spritze zunächst mit Wasser, bevor du die einzelnen Komponenten unter ständigem Rühren hinzugibst. Die Anwendung sollte zügig nach dem Ansetzen der Spritzbrühe erfolgen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Promino 300 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zwingend erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden; nutze abdriftmindernde Düsentechnik und halte allgemeine Abstandsregelungen ein.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 20–59 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 16–19 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie stimmst du den optimalen Behandlungszeitpunkt gegen Fusarium-Arten im Weizen ab?
Für eine optimale Wirkung gegen Ährenfusarium solltest du die Behandlung gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) durchführen. Achte besonders auf warme, feuchte Witterungsbedingungen während dieses Zeitraums, da diese Infektionen begünstigen. Eine Applikation innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einem Regenereignis liefert die besten kurativen Ergebnisse.
Warum ist die systemische Eigenschaft von Promino 300 EC bei der Bekämpfung von Gelb- und Braunrost so wichtig?
Rostpilze breiten sich bei günstiger Witterung extrem schnell im Bestand aus. Dank der systemischen Verteilung (akropetaler Transport) schützt Promino 300 EC nicht nur die getroffenen Pflanzenteile, sondern auch den Neuzuwachs. Dies stoppt die Sporenbildung bereits infizierter Blätter und verhindert die Ausbreitung auf die oberen, ertragsbildenden Blattetagen.
Wie integrierst du Promino 300 EC am besten in deine Raps-Spritzfolge gegen Sclerotinia?
Die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) erfolgt idealerweise zur Vollblüte (BBCH 65), wenn die ersten Blütenblätter abfallen. Da der Pilz über herabfallende Blütenblätter in die Blattachseln gelangt, sorgt eine präventive Behandlung in dieser Phase für einen lückenlosen Schutzfilm auf den gefährdeten Stängelteilen.
Kannst du Promino 300 EC bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr anwenden?
Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist auch bei kühleren Temperaturen im Frühjahr (ab ca. 5–8 °C) gut wirksam, sofern die Kultur aktiv wächst und somit den Wirkstoff aufnehmen und transportieren kann. Vermeide jedoch Anwendungen bei Frostgefahr oder wenn die Kultur unter extremem Trocken- oder Kältestress steht.
Wie verhältst du dich, wenn du Promino 300 EC in einer Region mit bekannten Resistenzen gegen DMI-Fungizide einsetzen willst?
In Regionen mit nachgewiesenen Sensitivitätsverschiebungen bei Schaderregern wie Septoria tritici solltest du Promino 300 EC niemals solo ausbringen. Kombiniere es stattdessen mit einem Kontaktwirkstoff oder einem Fungizid mit einem völlig anderen Wirkungsmechanismus (wie SDHIs), um den Selektionsdruck zu streuen und die Wirksamkeit abzusichern.
Welche Rolle spielt die Wasseraufwandmenge für die Effizienz der Behandlung?
Für eine optimale Benetzung der Kultur – insbesondere bei dichten Getreidebeständen oder im Raps – solltest du eine Wasseraufwandmenge von mindestens 200 bis 400 l/ha wählen. Eine feine bis mittelfeine Tropfenapplikation stellt sicher, dass der Wirkstoff auch die unteren Blattetagen und den Stängelgrund erreicht, wo viele Schaderreger überdauern.