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Kultur

Patisson

Cucurbita melopepo
CUUPM

Der Patisson (Cucurbita melopepo), im deutschen Sprachraum auch als Melonenkürbis oder Bischofsmütze bekannt, ist eine markante Kultur aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Unter dem EPPO-Code CUUPM geführt, zeichnet sich diese Kultur durch ihre charakteristischen, scheibenförmigen Früchte mit gewelltem Rand aus. Im professionellen Anbau wird der Patisson meist als Sommerkürbis kultiviert und unreif geerntet, da die Schale und die Samen im jungen Stadium noch weich und essbar sind.

Für den erfolgreichen Erwerbsanbau in Mitteleuropa sind ein rasches Jugendwachstum und eine kontinuierliche Ernte entscheidend. Da die Kultur sehr frostempfindlich ist, erfolgt die Pflanzung oder Direktsaat erst nach den letzten Spätfrösten im Frühjahr. Die Kultur stellt hohe Ansprüche an die Wärme und die Nährstoffversorgung, weshalb sie besonders gut auf humosen, warmen Böden gedeiht und stark von einer Mulchfolienkultur profitiert.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte April (Vorkultur im Gewächshaus) bis Mitte Juni (Direktsaat im Freiland)
Erntefenster
Juli bis Oktober (fortlaufende Ernte vor dem ersten Frost)
Reihenabstand
100–140 cm Reihenabstand, 60–80 cm in der Reihe
Typischer Ertrag
15–25 t/ha (je nach Ernteintervall und Fruchtgröße)
Wärmesumme (GDD)
1100–1300 °C
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Für einen optimalen Ertrag benötigt diese Kultur tiefgründige, humusreiche Böden mit einer raschen Erwärmbarkeit im Frühjahr. Da Patisson sehr empfindlich auf Staunässe reagiert, solltest du auf eine gute Bodenstruktur und ausreichende Drainage achten. Eine organische Grunddüngung mit Stallmist oder Kompost im Vorfeld der Pflanzung fördert das Bodenleben und sichert die kontinuierliche Nährstoffnachlieferung. Die Verwendung von schwarzer Mulchfolie oder biologisch abbaubarer Mulchfolie erhöht die Bodentemperatur im Wurzelraum, unterdrückt Unkraut und hält die Früchte sauber. Während der Hauptwachstums- und Fruchtbildungsphase ist eine gleichmäßige Wasserversorgung über eine Tröpfchenbewässerung ratsam, um Trockenstress und damit verbundene Fruchtdeformationen zu vermeiden.

Schaderreger-Management

Im integrierten Pflanzenschutz steht die Vorbeugung von Pilzkrankheiten im Vordergrund, wobei besonders Botrytis cinerea und Erreger des Echten Mehltaus die Kultur gefährden. Durch weite Pflanzabstände und eine gezielte Tröpfchenbewässerung hältst du das Laub trocken und minimierst das Infektionsrisiko für Schaderreger. Gegen tierische Schädlinge wie die Weiße Fliege (Bemisia tabaci) solltest du frühzeitig Nützlinge einsetzen oder zugelassene Pflanzenschutzmittel bei Überschreiten der Schadschwellen anwenden. Eine konsequente Feldhygiene und das Entfernen von infizierten Pflanzenteilen verhindern die Ausbreitung von Didymella-Stängelfäule. Achte bei jeder Behandlung auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Wartezeit und wechsle die Wirkstoffklassen, um Resistenzen vorzubeugen.

Sorten

Polo F1

früh (ca. 50–55 Tage)

Sehr hoch und gleichmäßig über die gesamte Saison.

Resistent gegen: Echter Mehltau

Anfällig für: Botrytis cinerea

Sehr ertragreiche, weiße F1-Hybride mit buschigem Wuchs, die sich hervorragend für den Frischmarkt eignet.

Sunburst F1

früh bis mittelfrüh (ca. 52 Tage)

Hoch, kontinuierlicher Fruchtansatz bei regelmäßigem Pflücken.

Anfällig für: Echter Mehltau, Viren

Leuchtend gelbe Früchte mit grünem Fleck am Blütenansatz. Sehr beliebt in der Gastronomie als Minigemüse.

Gagat

mittelfrüh (ca. 55–60 Tage)

Gut bis sehr gut, stabile Erträge auch bei kühlerer Witterung.

Anfällig für: Botrytis cinerea, Echter Mehltau

Dunkelgrüne, fast schwarze Früchte mit festem, weißem Fleisch. Sehr dekorativ und schmackhaft.

Patisson Blanc de l'Estérel

mittelfrüh (ca. 60 Tage)

Mittelhoch, stark witterungsabhängig.

Anfällig für: Echter Mehltau, Didymella

Traditionelle französische Sorte mit flachrunden, reinweißen Früchten. Benötigt ausreichend Wärme.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie bestimmst du den optimalen Erntezeitpunkt für Patisson im Erwerbsanbau?

Für den Frischmarkt solltest du die Früchte jung ernten, wenn sie einen Durchmesser von 5 bis 10 cm haben. In diesem Stadium ist die Schale noch weich, die Samen sind kaum ausgebildet und das Fruchtfleisch ist besonders zart. Warte nicht zu lange mit der Ernte, da überreife Früchte eine harte Schale entwickeln, stark an Geschmack verlieren und sich nicht mehr als Sommergemüse vermarkten lassen.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Bekämpfung von Botrytis cinerea?

Die kritische Phase für Infektionen durch Botrytis cinerea beginnt ab der Blüte (BBCH 61). Da der Pilz häufig über absterbende Blütenblätter in die junge Frucht eindringt, solltest du vorbeugende Behandlungen oder den Einsatz von biologischen Pflanzenschutzmitteln genau in diesem BBCH-Stadium einplanen, um eine spätere Fruchtfäule effektiv zu verhindern.

Wie kannst du die Weiße Fliege (Bemisia tabaci) im Freiland effektiv überwachen?

Hänge bereits ab dem BBCH-Stadium 12 (Zweiblattstadium) Gelbtafeln knapp über dem Pflanzenbestand auf. Kontrolliere diese wöchentlich, um den Zuflug von Bemisia tabaci frühzeitig zu erkennen, und untersuche besonders die Blattunterseiten auf Eiablagen und Larven, bevor du eine gezielte Behandlung einleitest.

Warum ist die Fruchtfolge bei der Vermeidung von Didymella-Infektionen so wichtig?

Der Erreger der Didymella-Stängelfäule überdauert auf infizierten Pflanzenresten im Boden. Um den Infektionsdruck zu senken, solltest du eine strikte Anbaupause von mindestens 3 bis 4 Jahren für alle Kürbisgewächse auf derselben Fläche einhalten und Ernterückstände nach der Saison tief und sauber unterpflügen.

Wie reagiert die Kultur auf Spätfröste und wie kannst du sie im frühen Stadium schützen?

Patisson ist extrem frostempfindlich und stellt das Wachstum bereits unter 8 °C ein. Wenn du eine frühe Pflanzung ab Mitte Mai anstrebst, solltest du die Kultur in den ersten Wochen mit einem Vlies oder einer Schlitzfolie abdecken, um das Mikroklima zu verbessern und Kälteschäden an den jungen Blättern zu vermeiden.

Wo findest du aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger beim Patisson?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere nach der Kultur 'Patisson' oder dem EPPO-Code CUUPM. Dort werden dir alle beim BVL registrierten Anwendungen inklusive der exakten Aufwandmenge, der maximalen Behandlungsanzahl und der einzuhaltenden Wartezeit übersichtlich angezeigt.