STEFES CCC 21
STEFES CCC 21 ist ein hochkonzentriertes, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur Wachstumsregulierung (Formulierungstyp: wasserlösliches Konzentrat, SL) in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Chlormequat (720 g/l) dient das Präparat primär der Halmfestigung und der Reduzierung der Lagerneigung in wichtigen Winter- und Sommergetreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale. Durch die gezielte Einkürzung der Internodien und die Stärkung der Halmbasis wird die Standfestigkeit der Kulturen signifikant verbessert, was Ernteverluste minimiert und den Drusch erleichtert.
Das Produkt hat sich als Standardlösung im modernen Ackerbau etabliert, um das Ertragspotenzial intensiv geführter Getreidebestände abzusichern. Besonders bei hoher Stickstoffdüngung oder in lageranfälligen Sorten ist der Einsatz von STEFES CCC 21 eine wirtschaftliche und ertragssichernde Maßnahme. Die breite Zulassung über fast alle relevanten Getreidearten hinweg macht es zu einem flexiblen Werkzeug im Frühjahrsmanagement.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Chlormequat greift aktiv in den Hormonhaushalt der Kulturen ein, indem er als Bioregulator die Biosynthese von Gibberellinsäuren blockiert. Gibberelline sind im pflanzlichen Organismus maßgeblich für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich. Durch die Hemmung dieses Prozesses wird das Längenwachstum der Getreidehalme gebremst, was zu kürzeren und gleichzeitig dickwandigeren Internodien führt. Zusätzlich fördert STEFES CCC 21 die Entwicklung des mechanischen Festigungsgewebes (Sklerenchymring) im Halmquerschnitt und stärkt das Wurzelsystem. Dies führt zu einer verbesserten Verankerung im Boden und einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegen physikalische Belastungen durch Wind und Starkregen. Die Wirkung ist stark temperatur- und lichtabhängig, da ein aktiver Stoffwechsel der Kultur für die optimale Aufnahme und Verteilung des Wirkstoffs erforderlich ist.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Chlormequat um einen Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, steht das klassische Resistenzmanagement im Sinne von Wirkstoffwechseln weniger im Vordergrund. Dennoch sollte die Behandlung stets in ein integriertes pflanzenbauliches Gesamtkonzept eingebettet sein. Dazu gehören eine standort- und sortengerechte Stickstoffdüngung, die Wahl standfester Sorten sowie eine angepasste Saatstärke. Ein übermäßiger oder zu spät terminierter Einsatz ist zu vermeiden, um physiologischen Stress für die Kultur zu minimieren und die Halmstabilität optimal zu fördern.
Mischbarkeit & Tankmischung
STEFES CCC 21 zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Fungiziden und Flüssigdüngern (wie AHL) aus. Bei Tankmischungen ist jedoch zu beachten, dass die einkürzende Wirkung durch die Kombination mit bestimmten Pflanzenschutzmitteln oder bei hoher Einstrahlung verstärkt werden kann. Es wird empfohlen, die Aufwandmenge bei Mischungen mit Herbiziden (insbesondere Wuchsstoffen) gegebenenfalls anzupassen. Die Anwendung sollte bei wüchsigem Wetter und Temperaturen über 8 °C erfolgen; Frost nach der Spritzung ist unbedingt zu vermeiden, um Kulturverträglichkeitsprobleme auszuschließen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit STEFES CCC 21 sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten. Das Mittel ist als gesundheitsschädlich eingestuft, weshalb Abdriften auf benachbarte Flächen und Gewässer konsequent vermieden werden muss. Die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Sicherheitsabstände und ggf. verlustmindernde Technik) gemäß der Zulassungsbehörde (BVL) sind zu beachten. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, schont somit Nützlinge und kann flexibel in den Tagesablauf integriert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintertriticale | Halmfestigung | 21–32 | 2.08 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmfestigung | 21–32 | 2.08 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Halmfestigung | 21–32 | 2.08 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Halmfestigung | 21–32 | 2.08 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Halmfestigung | 21–32 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Halmfestigung | 21–32 | 2.08 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Halmfestigung | 21–32 | 2.08 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Halmfestigung | 21–32 | 1.56 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Halmfestigung | 21–32 | 2.08 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Halmfestigung | 21–32 | 2.08 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmfestigung | 21–32 | 2.08 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Halmfestigung | 21–32 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welche Witterungsbedingungen sind optimal für die Anwendung von STEFES CCC 21?
Die beste Wirkung wird bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 8 °C und 15 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit erzielt. Die Kultur sollte sich im aktiven Wachstum befinden. Vermeiden Sie Anwendungen bei praller Sonne, extremen Temperaturen über 20 °C oder wenn Nachtfröste drohen, da dies zu phytotoxischen Schäden führen kann.
Kann STEFES CCC 21 zusammen mit AHL (Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung) ausgebracht werden?
Ja, eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich und in der Praxis üblich. Allerdings erhöht AHL die Benetzung und die Aufnahme des Wirkstoffs, was die einkürzende Wirkung verstärken kann. Bei Mischungen sollte die Aufwandmenge von STEFES CCC 21 leicht reduziert und die Verträglichkeit vorab geprüft werden.
Warum ist die Einhaltung des BBCH-Fensters (21–32) bei diesem Wachstumsregler so kritisch?
Die Applikation im frühen Bereich (BBCH 21–29) fördert die Bestockung und stärkt die Halmbasis (die untersten Internodien). Eine spätere Anwendung bis BBCH 32 kürzt die mittleren Internodien ein. Nach dem Stadium BBCH 32 (Zweiknotenstadium) darf das Pflanzenschutzmittel nicht mehr eingesetzt werden, da dies zu Ährenanomalien, unzureichendem Ährenschieben und erheblichen Ertragseinbußen führen kann.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von STEFES CCC 21 bei Hafer im Vergleich zu Weizen?
Hafer reagiert physiologisch anders auf Chlormequat als Weizen. Während bei Weizen eine sehr ausgeprägte Einkürzung erzielt wird, ist der einkürzende Effekt bei Hafer oft geringer ausgeprägt, führt dort aber dennoch zu einer signifikanten Elastizitätssteigerung und Stabilisierung des Halms. Die Aufwandmengen müssen daher kultur- und sortenspezifisch angepasst werden.
Was muss bezüglich der Bodenfeuchtigkeit bei der Behandlung beachtet werden?
Für eine optimale Wirkung und Kulturverträglichkeit ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit wichtig. Unter extremen Trockenbedingungen steht die Kultur unter Stress und der Wirkstoff kann nicht optimal transportiert werden, was das Risiko von Wachstumsstockungen erhöht. In trockenen Phasen sollte die Aufwandmenge reduziert oder die Maßnahme verschoben werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Halmfestigung für meine spezifische Kultur?
Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterweichweizen) und filtern Sie nach der Indikation 'Halmfestigung' oder der Wirkstoffgruppe 'Wachstumsregler', um alle in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner anzuzeigen.