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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

Suvisio 200SC

BVL Zul.-Nr. 026336-61

Suvisio 200SC von Cheminova Deutschland GmbH ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums an saugenden und beißenden Schaderregern in verschiedenen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Präparat durch eine hervorragende Handhabung, einfache Dosierbarkeit und eine exzellente Pflanzenverträglichkeit aus. Es hat sich als verlässlicher Baustein im professionellen, integrierten Pflanzenschutz etabliert.

Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schädlinge wie den Kartoffelkäfer, den Maiszünsler sowie verschiedene freifressende Schmetterlingsraupen und die Möhrenfliege. Auch im Weinbau zeigt Suvisio 200SC eine herausragende Wirkung gegen den Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler. Durch die langanhaltende Wirkung und die hohe Regenfestigkeit bietet das Produkt einen dauerhaften Schutz der Kulturen während kritischer Zuwachsphasen.

Wirkstoffe

Chlorantraniliprole
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Chlorantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Anthranilamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Modulatoren der Ryanodin-Rezeptoren) eingestuft. Er greift spezifisch in den Calcium-Haushalt der Muskelzellen der Schaderreger ein. Durch die Aktivierung der Ryanodin-Rezeptoren kommt es zu einer unkontrollierten Freisetzung von Calciumionen aus den internen Speichern, was zu einem sofortigen Fraßstopp, Muskelparalyse und letztlich zum Absterben der Schädlinge führt. Da der Wirkstoff primär über die Aufnahme von behandeltem Pflanzenmaterial (fraßgiftig) sowie in geringerem Maße durch Kontakt wirkt, schont die Anwendung nützliche Insekten im Feld. Die systemischen und translaminaren Eigenschaften sorgen zudem dafür, dass auch verdeckt sitzende Schaderreger sowie der Neuzuwachs effektiv erfasst werden.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung vorzubeugen, sollte Suvisio 200SC strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements (IRM) eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass Anwendungen dieses Wirkstoffs (IRAC-Gruppe 28) pro Saison limitiert und konsequent mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen abgewechselt werden müssen. Ein wiederholter, ausschließlicher Einsatz von Chlorantraniliprole innerhalb einer Generation der Schaderreger ist unbedingt zu vermeiden, um die Selektion resistenter Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Suvisio 200SC ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern mischbar. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich dennoch, vorab eine physikalische Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Blattoberflächen, insbesondere bei Kulturen mit starker Wachsschicht wie Kohl, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels die biologische Wirksamkeit unterstützen. Auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Kultur ist stets zu achten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Aufgrund der spezifischen Wirkungsweise weist Chlorantraniliprole eine günstige Toxizität gegenüber Säugetieren und vielen Nützlingen auf. Dennoch sind zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen die behördlich festgesetzten Abstandsauflagen und Driftminderungsklassen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Das Produkt ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern vorzugsweise außerhalb des aktiven Bienenflugs appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Freifressende Schmetterlingsraupen125 MILLILITER_PER_HECTARE3T
MöhreMöhrenfliege19–89175 MILLILITER_PER_HECTARE21T
KartoffelKartoffelkäfer60 MILLILITER_PER_HECTARE14T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler70 MILLILITER_PER_HECTARE42T
WurzelpetersilieMöhrenfliege19–89175 MILLILITER_PER_HECTARE21T
KnollensellerieMöhrenfliege19–89175 MILLILITER_PER_HECTARE21T
PastinakMöhrenfliege19–89175 MILLILITER_PER_HECTARE21T
BlumenkohleFreifressende Schmetterlingsraupen125 MILLILITER_PER_HECTARE3T
MaisMaiszünsler125 MILLILITER_PER_HECTARE35T
ZuckermaisMaiszünsler125 MILLILITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen den Maiszünsler mit Suvisio 200SC?

Die Applikation sollte idealerweise während des Hauptflugs der Falter bzw. zu Beginn der Eiablage bis zum Larvenschlupf erfolgen. Eine präzise Terminierung über regionale Warndienstaufrufe maximiert den Bekämpfungserfolg, bevor sich die Larven in den Stängel einbohren.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung auf die Effizienz von Suvisio 200SC aus?

Der Wirkstoff Chlorantraniliprole dringt rasch in das Pflanzengewebe ein. Sobald der Spritzbelag angetrocknet ist (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden), ist das Mittel hervorragend regenfest. Ein moderater Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die biologische Wirksamkeit nicht.

Kann Suvisio 200SC auch bei hohen Temperaturen im Sommer gespritzt werden?

Ja, die Wirksamkeit von Chlorantraniliprole ist weitgehend temperaturunabhängig. Dennoch empfiehlt es sich, extreme Hitzeperioden über 25 °C für die Applikation zu meiden, um Verdunstungsverluste der Spritzbrühe zu minimieren und eine optimale Wirkstoffaufnahme durch die Kultur zu gewährleisten.

Warum ist der Fraßstopp bei Schaderregern so schnell sichtbar, obwohl sie nicht sofort sterben?

Durch den spezifischen Wirkungsmechanismus auf die Muskelzellen (IRAC 28) setzt die Lähmung der Kauwerkzeuge und des Verdauungstrakts der Schädlinge fast unmittelbar nach der Aufnahme ein. Die Larven stellen die Nahrungsaufnahme sofort ein und verursachen keine weiteren Schäden mehr.

Wie lässt sich Suvisio 200SC optimal in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept integrieren?

Da das Mittel nützlingsschonend ist, eignet es sich hervorragend für den integrierten Anbau. Es schont wichtige Gegenspieler wie Raubmilben und Florfliegen. Nutzen Sie lokale Monitoring-Daten (z. B. Pheromonfallen), um den Behandlungszeitpunkt exakt auf die Schadschwelle abzustimmen.