Veriphos
Veriphos ist ein hochsystemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Falschen Mehltaupilzen und anderen bedeutenden Schaderregern im Wein- und Beerenobstbau. Mit dem bewährten Wirkstoff Kaliumphosphonat (755 g/l) formuliert, zeichnet sich dieses flüssige Konzentrat durch eine außergewöhnliche Mobilität in der Kultur aus. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal transportiert, wodurch auch der Neuzuwachs effektiv geschützt wird.
Das Produkt nimmt eine Schlüsselrolle im modernen, integrierten Anbau ein. Es kombiniert eine direkte fungizide Wirkung auf die Zielpathogene mit einer gezielten Stimulierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte. Durch dieses duale Prinzip bietet Veriphos einen langanhaltenden Schutz vor wirtschaftlich folgenschweren Infektionen und sichert die Vitalität sowie den Ertrag der behandelten Kulturen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Veriphos enthaltene Wirkstoff Kaliumphosphonat ist in die FRAC-Gruppe P07 (Induktoren der pflanzlichen Eigenabwehr) eingestuft. Er verfügt über einen dualen Wirkungsmechanismus: Zum einen hemmt er direkt das Myzelwachstum und die Sporenbildung von Oomyceten wie Plasmopara viticola und Phytophthora-Arten. Zum anderen fungiert er als Elicitor, der die natürlichen Abwehrmechanismen der Kultur aktiviert. Diese Aktivierung führt zu einer verstärkten Synthese von Phytoalexinen (pflanzeneigenen Abwehrstoffen) und strukturfestigenden Proteinen in den Zellwänden. Da dieser Prozess an verschiedenen physiologischen Stellen der Kultur und des Schaderregers ansetzt, wird das Risiko einer Resistenzbildung im Vergleich zu rein single-site-systemischen Fungiziden als äußerst gering eingestuft.
Resistenzmanagement
Obwohl Kaliumphosphonat (FRAC-Gruppe P07) aufgrund seiner multisite-ähnlichen Wirkung auf die pflanzliche Abwehr ein sehr geringes Resistenzrisiko aufweist, ist eine vorausschauende Antiresistenzstrategie unerlässlich. Veriphos sollte stets präventiv und im Rahmen von Spritzfolgen im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Die Kombination oder der alternierende Einsatz mit Kontakt- oder Lokalsystemikern optimiert nicht nur die Befallsfreiheit, sondern schützt auch gefährdete Partnerwirkstoffe vor einer Selektion resistenter Schaderreger-Stämme.
Mischbarkeit & Tankmischung
Veriphos ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Aufgrund der sauren Formulierung des Produkts ist jedoch bei Mischungen mit stark alkalischen Präparaten oder kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln Vorsicht geboten, da ein niedriger pH-Wert die Löslichkeit von Kupferionen erhöhen und somit Phytotoxizität an den Blättern verursachen kann. Vor der Ansetzung größerer Mengen wird dringend empfohlen, eine Mischbarkeitsprüfung (Kübeltest) durchzuführen und die Spritzbrühe während des gesamten Ausbringungsvorgangs kontinuierlich zu rühren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von Veriphos sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens geeigneter Schutzkleidung beim Ansetzen und Ausbringen der Spritzbrühe, strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, wodurch ein flexibler Einsatz auch während der Blüte möglich ist. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und driftreduzierenden Maßnahmen zu beachten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Schwarzer Holunder | Colletotrichum | 59–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Brombeere | Falscher Mehltau (Peronospora sparsa) | 51–81 | 4 LITER_PER_HECTARE | 5T |
| Schwarze Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Weiße Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Himbeere | Phytophthora fragariae | 51–81 | 4 LITER_PER_HECTARE | 5T |
| Heidelbeere | Colletotrichum | 59–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Schwarze Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Stachelbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Heidelbeere | Colletotrichum | 59–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Salat-Arten | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 15–49 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Stachelbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Rote Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Rote Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| frische Kräuter | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 15–49 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Brombeere | Falscher Mehltau (Peronospora sparsa) | 51–81 | 4 LITER_PER_HECTARE | 5T |
| Himbeere | Phytophthora fragariae | 51–81 | 4 LITER_PER_HECTARE | 5T |
| Weiße Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) | 57–99 | 4 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Veriphos im Weinbau?
Die erste Anwendung sollte präventiv ab dem BBCH-Stadium 15 (Gescheine sichtbar) erfolgen, sobald die Witterungsbedingungen erste Primärinfektionen durch den Falschen Mehltau begünstigen. Eine frühzeitige Applikation stellt sicher, dass die pflanzeneigenen Abwehrkräfte bereits vor dem ersten Erregerkontakt hochgefahren sind.
Kann Veriphos bei der Bekämpfung von Phytophthora im Beerenobst über den Boden appliziert werden?
Obwohl Kaliumphosphonat systemisch ist und theoretisch über die Wurzeln aufgenommen werden kann, ist Veriphos primär für die Blattspritzung registriert. Die Aufnahme erfolgt hocheffizient über das Laub, von wo aus der Wirkstoff basipetal bis in die Wurzeln transportiert wird, um dort den Schutz gegen bodenbürtige Phytophthora-Arten zu unterstützen.
Warum muss bei der Mischung von Veriphos mit Kupferpräparaten aufgepasst werden?
Veriphos reagiert in Wasser sauer. Wenn es mit Kupferformulierungen gemischt wird, kann der sinkende pH-Wert der Spritzbrühe dazu führen, dass sich ungebundene Kupferionen schlagartig lösen. Diese freien Ionen sind hochgradig phytotoxisch und können schwere Blattverbrennungen an den Kulturen verursachen.
Wie verhält sich Veriphos bei Niederschlägen nach der Anwendung?
Dank seiner exzellenten systemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff sehr rasch in das Pflanzengewebe ein. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern vollständig angetrocknet ist (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden), ist das Produkt hervorragend regenfest und verliert nicht an Wirksamkeit.
Welchen Vorteil bietet Veriphos für das Rückstandsmanagement vor der Ernte?
Da Kaliumphosphonat ein anorganisch-systemischer Wirkstoff ist, eignet sich Veriphos hervorragend für späte Anwendungen im Rahmen der zulässigen Wartezeiten (5 bis 28 Tage je nach Kultur). Es hilft dabei, den Einsatz klassischer, rückstandsrelevanter organischer Fungizide in der sensiblen Phase vor der Ernte zu minimieren, ohne Lücken im Schutzkonzept zu riskieren.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Falsche Mehltaupilze?
Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktdatenbank nach dem spezifischen Schaderreger (z. B. 'Plasmopara viticola') und Ihrer Kultur, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.