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Kulturgruppe

Salat-Arten

7 Mitgliedskulturen
NNNSS

Die BVL-Kulturgruppe „Salat-Arten“ (Gruppe NNNSS) bündelt eine Vielzahl von ein- und zweijährigen Blattgemüsekulturen, die trotz unterschiedlicher botanischer Zugehörigkeit sehr ähnliche Anforderungen an den Pflanzenschutz und die Zulassungspraxis teilen. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Gruppe gehören neben den klassischen Salaten (Lactuca sp.) und Endivien (Cichorium endivia) auch Feldsalat (Valerianella locusta), Rucola-Arten sowie Nischenkulturen wie Winterportulak (Claytonia perfoliata) und Löwenzahn (Taraxacum sp.).

Die Zusammenfassung dieser Kulturen durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erleichtert die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln im Rahmen des sogenannten „Minor-Use“-Programms (Lückenindikation). Da viele dieser Kulturen als Sonderkulturen mit vergleichsweise geringer Anbaufläche gelten, wäre eine Einzelzulassung für die Hersteller oft unwirtschaftlich. Durch die Gruppierung können Rückstandsbewertungen und Wirksamkeitsdaten auf die gesamte Gruppe übertragen werden, was den Anbauern ein breiteres Spektrum an zugelassenen Pflanzenschutzmitteln sichert.

Botanisch und kultivierungstechnisch zeichnen sich die Salat-Arten durch eine relativ kurze Entwicklungszeit und den Verzehr der oberirdischen, vegetativen Pflanzenteile aus. Dies stellt besondere Anforderungen an die Rückstandsdynamik und erfordert eine präzise Abstimmung der Wartezeiten, da zwischen Applikation und Ernte oft nur wenige Wochen liegen.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Der Pflanzenschutz bei Salat-Arten wird maßgeblich durch bodenbürtige und blattpathogene Pilze geprägt. Aufgrund der dichten Bestände und des bodennahen Wuchses sind Schaderreger wie Sclerotinia sclerotiorum, Sclerotinia minor, Rhizoctonia solani sowie Botrytis cinerea allgegenwärtig. Ein integriertes Management setzt primär auf vorbeugende Maßnahmen: weite Fruchtfolgen (insbesondere zur Reduktion von Sclerotinia-Sklerotien im Boden), eine bedarfsgerechte, bodennahe Bewässerung zur Vermeidung langer Blattfeuchtezeiten und eine optimierte Pflanzdichte für eine rasche Abtrocknung des Bestandes. Beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel ist ein striktes Resistenzmanagement nach den Vorgaben von FRAC, IRAC und HRAC unerlässlich. Da in den kurzen Kulturzyklen oft nur wenige Wirkstoffklassen zur Verfügung stehen, müssen Wirkstoffwechsel konsequent eingehalten werden, um Selektionsdruck zu vermeiden. Bei der Anwendung von Fungiziden und Insektiziden ist zudem penibel auf die Einhaltung der spezifischen BBCH-Stadien und die oft sehr kurzen Wartezeiten zu achten, um Rückstandsüberschreitungen im Erntegut sicher zu verhindern.

Kulturen in dieser Gruppe

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alginure Ascophos
TILCO-Alginure GmbH
007839-61
Alginure Bio Schutz
TILCO-Alginure GmbH
007839-00
Astro 400
Corteva Agriscience Germany GmbH
006220-63
Bayer Garten Gemüse-Schädlingsfrei Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-00
Bayer Garten Schädlingsfrei Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-62
Bayer Garten Schädlingsspray Decis AE
SBM Developpement SAS
006788-63
Bayer Garten Schneckenkorn Protect MaXX
DE SANGOSSE
007825-61
Bayer Garten Zierpflanzenspray Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-61
BELOUKHA
Certis Belchim B.V.
008528-00
BENEVIA
Cheminova Deutschland GmbH
00A175-00
Bio Spinnmilben- & Schädlingsfrei
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-72
Boccacio Rosen Pilz-Frei
Syngenta Agro GmbH
024560-73
Boccarcio Rosen Pilz-Frei
Syngenta Agro GmbH
034560-73
COMPO Ortiva Rosen Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
024560-67
COMPO Ortiva Rosen-Pilzschutz
Syngenta Agro GmbH
024560-65
COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
034560-72
COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
024560-72
COMPO Ortiva Universal Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
024560-68
COMPO Schädlings-frei plus
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-64
COMPO Schnecken-frei
DE SANGOSSE
007825-60
COMPO Universal Pilz-frei Duaxo
Syngenta Agro GmbH
034560-87
COMPO Universal Pilz-frei Duaxo N
Syngenta Agro GmbH
034560-88
Credence
Corteva Agriscience Germany GmbH
006220-62
Cuprozin progress
Cosaco GmbH
006895-00
Curamat AZ Rosen-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
034560-85
Curamat AZ Rosen-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
024560-85
Curamat AZ Universal-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
034560-86
Curamat AZ Universal-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
024560-86
Dagonis
BASF SE
008647-00
Danjiri
Nisso Chemical Europe GmbH
005655-60
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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Zulassungssituation für das Freiland und das Gewächshaus innerhalb der Gruppe der Salat-Arten?

Viele Pflanzenschutzmittelzulassungen des BVL unterscheiden explizit zwischen dem Anbau im Freiland und unter Glas bzw. im geschützten Anbau. Aufgrund des veränderten Mikroklimas (höhere Luftfeuchtigkeit, fehlender UV-Abbau) und der abweichenden Rückstandsdynamik im Gewächshaus gelten hier oft strengere Wartezeiten oder abweichende maximale Anwendungshäufigkeiten. Prüfen Sie daher bei jeder Anwendung im Hub genau, ob die Zulassung für das jeweilige Anbausystem erteilt wurde.

Warum ist das BBCH-Stadium bei der Applikation von Herbiziden in Salat-Arten besonders kritisch?

Salat-Arten reagieren in frühen Entwicklungsphasen (Keimblatt- bis Laubblattstadium) äußerst empfindlich auf chemische Pflanzenschutzmittel. Herbizidanwendungen müssen daher exakt auf das in der Zulassung definierte BBCH-Stadium der Kultur und der Unkräuter abgestimmt werden. Zu frühe Behandlungen können zu massiven Phytotox-Symptomen, Wachstumsverzögerungen oder Totalausfällen führen, während zu späte Anwendungen die Unkräuter nicht mehr ausreichend erfassen.

Wie kann ich im Farmable-Hub gezielt nach Notfallzulassungen nach Artikel 53 für Salat-Arten suchen?

Da Salat-Arten oft unter Lückenindikationen fallen, sind Notfallzulassungen (z. B. gegen spezifische Schädlinge oder Pilze) im Gemüsebau häufig. Nutzen Sie im Hub die Filtermöglichkeiten nach dem BVL-Zulassungsstatus und achten Sie auf das Kennzeichen „Gefahr im Verzug“ oder „Zulassung für Notfallsituationen“. Beachten Sie dabei immer den eng begrenzten Anwendungszeitraum und die regionalen Vorgaben der Bundesländer.

Welche Rolle spielen biologische Pflanzenschutzmittel (z. B. Antagonisten) im integrierten Management von Sclerotinia und Rhizoctonia?

Biologische Pflanzenschutzmittel, wie etwa Präparate auf Basis von Coniothyrium minitans (gegen Sclerotinia-Sklerotien) oder nützlichen Bacillus-Stämmen, sind wertvolle Bausteine im integrierten Pflanzenschutz. Sie sollten idealerweise vorbeugend oder bereits zur Bodenbehandlung vor der Pflanzung eingesetzt werden. Da sie keinen chemischen Rückstand hinterlassen, eignen sie sich hervorragend für späte Behandlungen nahe der Ernte, um die Wartezeit zu überbrücken und den Wirkstoffwechsel im Sinne des FRAC-Resistenzmanagements zu entlasten.

Wie wirkt sich die kurze Kulturzeit von Kulturen wie Feldsalat oder Rucola auf die Berechnung der Wartezeit aus?

Bei extrem kurzlebigen Kulturen (z. B. Feldsalat im Sommer mit nur 4–5 Wochen Kulturzeit) kann die gesetzliche Wartezeit (PHI) eines Pflanzenschutzmittels die verbleibende Standzeit bis zur Ernte überschreiten. In solchen Fällen darf das Mittel nicht appliziert werden, selbst wenn die Kultur im passenden BBCH-Stadium für die Behandlung wäre. Planen Sie Behandlungen daher rückwärts vom geplanten Erntetermin und weichen Sie bei späten Infektionen auf rückstandsfreie oder biologische Alternativen aus.

Kann ein Pflanzenschutzmittel, das allgemein für „Salat-Arten“ zugelassen ist, uneingeschränkt auf Rucola oder Löwenzahn angewendet werden?

Grundsätzlich gilt eine Zulassung für die gesamte BVL-Gruppe „Salat-Arten“ (NNNSS) auch für alle darin enthaltenen Kulturen wie Rucola oder Löwenzahn. Allerdings können im Kleingedruckten der Zulassung (Gebrauchsanleitung) spezifische Kultur-Ausschlüsse oder abweichende Anwendungsbestimmungen (z. B. phytotoxische Reaktionen bei bestimmten Sorten) definiert sein. Eine genaue Prüfung der Anwendungsbestimmungen im Hub vor der Ausbringung ist daher zwingend erforderlich.