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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

Voliam

BVL Zul.-Nr. 026336-60

Voliam ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von beißenden Schädlingen in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Präparat durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine langanhaltende Wirkung aus. Es hat sich als Standardlösung im modernen, integrierten Pflanzenschutz etabliert, insbesondere dort, wo herkömmliche Wirkstoffklassen an ihre Grenzen stoßen.

Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie den Kartoffelkäfer, den Maiszünsler sowie verschiedene freifressende Schmetterlingsraupen und Wickler-Arten (wie den Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler im Weinbau). Durch seine selektive Wirkung schont Voliam wichtige Nützlinge und lässt sich hervorragend in bestehende IPM-Programme (Integrated Pest Management) integrieren.

Dank der flexiblen Zulassung in Kulturen wie Kartoffeln, Mais, Weinreben sowie verschiedenen Gemüsearten wie Möhren und Sellerie bietet das Produkt Landwirten und Gemüseanbauern eine verlässliche Säule zur Absicherung von Ertrag und Qualität unter wechselnden Befallsbedingungen.

Wirkstoffe

Chlorantraniliprole
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Chlorantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Anthranilamide und ist im IRAC-Schema der Gruppe 28 (Ryanodin-Rezeptor-Modulatoren) zugeordnet. Er greift spezifisch in den Calcium-Haushalt der Muskelzellen der Schaderreger ein. Durch die Aktivierung der Ryanodin-Rezeptoren kommt es zu einer unkontrollierten Freisetzung von Calcium-Ionen aus den internen Speichern in das Zytoplasma, was zu einem sofortigen Fraßstopp, Muskelparalyse und letztlich zum Absterben der Schädlinge führt. Diese biochemische Wirkungsweise unterscheidet sich grundlegend von älteren Insektizidklassen wie Pyrethroiden oder Organophosphaten. Da der Fraßstopp bereits kurz nach der Aufnahme des Wirkstoffs (entweder oral durch Fraß oder durch Kontakt) eintritt, werden Fraßschäden an den Kulturen nahezu augenblicklich gestoppt, selbst wenn die Schädlinge noch einige Zeit auf der Pflanze verbleiben.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, sollte Voliam streng im Rahmen eines Wirkstoffwechsels eingesetzt werden. Da Chlorantraniliprole der IRAC-Gruppe 28 angehört, dürfen nachfolgende Behandlungen in derselben Saison nur mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus durchgeführt werden. Die Begrenzung der maximalen Anzahl an Anwendungen pro Kultur und Saison gemäß den BVL-Vorgaben ist zwingend einzuhalten, um die langfristige Wirksamkeit dieser modernen Wirkstoffklasse zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Voliam zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen ist jedoch stets die physikalische Kompatibilität vorab in einem Mischbecherversuch zu prüfen. Die Zugabe von Netzmitteln oder Adjuvantien kann die Benetzung auf schwer benetzbaren Blattoberflächen optimieren, sollte jedoch stets auf die jeweilige Kultur und deren Wachstumsstadium abgestimmt werden. Es wird empfohlen, eine ausreichende Wassermenge zu wählen, um eine lückenlose Benetzung der Zielflächen zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, obligatorisch. Voliam weist ein günstiges Profil gegenüber vielen Nützlingen wie Raubmilben und Florfliegen auf, weshalb es sich ideal für den integrierten Anbau eignet. Dennoch sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Gewässern (Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen) sowie die Bienenschutzverordnung bei bestimmungsgemäßer Anwendung strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler70 MILLILITER_PER_HECTARE42T
MöhreMöhrenfliege19–89175 MILLILITER_PER_HECTARE21T
KartoffelKartoffelkäfer60 MILLILITER_PER_HECTARE14T
MaisMaiszünsler125 MILLILITER_PER_HECTARE35T
ZuckermaisMaiszünsler125 MILLILITER_PER_HECTARE14T
PastinakMöhrenfliege19–89175 MILLILITER_PER_HECTARE21T
BlumenkohleFreifressende Schmetterlingsraupen125 MILLILITER_PER_HECTARE3T
KnollensellerieMöhrenfliege19–89175 MILLILITER_PER_HECTARE21T
WurzelpetersilieMöhrenfliege19–89175 MILLILITER_PER_HECTARE21T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Freifressende Schmetterlingsraupen125 MILLILITER_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt von Voliam gegen den Maiszünsler?

Die Behandlung sollte sich nach dem Hauptflug der Falter und dem beginnenden Larvenschlupf richten. Da der Wirkstoff vor allem oral über den Fraß wirkt, ist es entscheidend, dass die jungen Larven den Wirkstoff aufnehmen, bevor sie sich in den Stängel einbohren. Ein Monitoring mittels Pheromonfallen oder dem regionalen Warndienst ist hierfür unerlässlich.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Applikation auf die Wirksamkeit aus?

Voliam verfügt über eine hervorragende Regenfestigkeit. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern der Kultur vollständig angetrocknet ist (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden), ist der Wirkstoff weitgehend waschfest und behält seine volle Schutzwirkung auch bei nachfolgenden Niederschlägen.

Kann Voliam auch bei hohen Temperaturen im Sommer gespritzt werden?

Ja, im Gegensatz zu vielen Pyrethroiden, deren Wirksamkeit bei Temperaturen über 20 °C stark nachlässt, ist Chlorantraniliprole temperaturstabil. Die Applikation kann somit auch an warmen Sommertagen erfolgen, wobei extreme Mittagshitze wegen der Verdunstungsgefahr der Spritzbrühe dennoch gemieden werden sollte.

Warum ist der Fraßstopp bei Schädlingen schneller zu beobachten als das eigentliche Absterben?

Durch den spezifischen Wirkungsmechanismus auf die Ryanodin-Rezeptoren werden die Muskeln der Schaderreger sofort gelähmt. Die Larven können sich nicht mehr bewegen und stellen die Nahrungsaufnahme augenblicklich ein. Das eigentliche Absterben kann zwar einige Tage dauern, der Schaden an der Kultur ist jedoch ab der Sekunde der Wirkstoffaufnahme gestoppt.

Wie finde ich im Portal heraus, welche Wartezeiten für meine spezifische Gemüsekultur gelten?

Die Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur erheblich (zwischen 3 und 42 Tagen). Sie können die genauen Wartezeiten für jede zugelassene Kultur direkt in der detaillierten Anwendungstabelle auf dieser Produktseite einsehen, indem Sie nach Ihrer spezifischen Kultur (z. B. Möhre oder Sellerie) filtern.

Welche Rolle spielt die BBCH-Stadien-Spanne bei der Applikationsplanung?

Die zugelassene Spanne von BBCH 19 bis 89 definiert den rechtlichen Rahmen für die Anwendung. Sie stellt sicher, dass das Pflanzenschutzmittel nur in Entwicklungsphasen eingesetzt wird, in denen sowohl die biologische Wirksamkeit gegen den Schaderreger gegeben als auch die Rückstandssituation in der Ernte (unter Berücksichtigung der Wartezeit) sichergestellt ist.