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Schädling

Fritfliege

Oscinella frit
OSCIFR

Die Fritfliege (Oscinella frit, EPPO-Code: OSCIFR) ist ein kleiner, glänzend schwarzer Schädling aus der Familie der Halmfliegen (Chloropidae), der im europäischen Ackerbau erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen kann. Besonders gefährdet sind Getreidearten wie Hafer, Gerste und Weizen sowie Mais und verschiedene Gräser. Der Schaderreger tritt vor allem in feuchten, kühlen Frühjahrsmonaten massenhaft auf, wobei die Larven durch ihren Fraß im Inneren der Triebe die betroffenen Kulturen massiv schwächen.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Fritfliege liegt vor allem im Ertragsverlust durch die Zerstörung des Haupttriebes in frühen Entwicklungsstadien der Kulturen. Wenn der Haupttrieb abstirbt, reagiert die Kultur oft mit einer verstärkten, aber unproduktiven Bestockung, was zu ungleichmäßiger Abreife und verminderter Kornqualität führt. Bei Mais kann ein starker Befall im frühen Jugendstadium zum Totalausfall einzelner Pflanzen führen.

Typ
Schädling
EPPO-Code
OSCIFR
Wirte
8 Kulturen
Generationen
3 Generationen pro Jahr
Verbreitung
Die Fritfliege ist in ganz Europa, Nordamerika und Teilen Asiens weit verbreitet und verursacht besonders in kühlen, feuchten Regionen mit intensivem Getreide- und Maisanbau regelmäßig erhebliche wirtschaftliche Schäden.
Erstbeschreibung
Linnaeus, 1758 (Schweden)

Biologie / Lebenszyklus

Die Fritfliege bringt in Mitteleuropa in der Regel drei Generationen pro Jahr hervor. Die Überwinterung erfolgt als Larve im Inneren von Wintergetreide- oder Grastrieben, wo sie sich im Frühjahr verpuppt. Ab April/Mai schlüpfen die adulten Fliegen der ersten Generation und legen ihre Eier bevorzugt an jungen Haferpflanzen sowie an Mais im 2- bis 4-Blatt-Stadium ab. Die schlüpfenden Larven bohren sich in das Herzblatt des Haupttriebes ein, um sich dort zu ernähren. Die zweite Generation fliegt im Hochsommer und schädigt die Blütenstände von Hafer und Gerste, während die dritte Generation im Herbst die auflaufenden Wintergetreidebestände besiedelt.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring ist besonders im frühen Frühjahr und Herbst entscheidend. Zur Überwachung des Zuflugs der adulten Fliegen nutzt du am besten gelbe Farbschalen (Gelbschalen), die auf Bestandshöhe aufgestellt werden. Die kritische Phase für Sommergetreide und Mais liegt zwischen dem Auflaufen und dem 4-Blatt-Stadium (BBCH 10 bis 14). Eine Schadensschwelle ist erreicht, wenn bei Sommerhafer im 2-Blatt-Stadium (BBCH 12) mehr als 10 % der Pflanzen mit Eiern belegt sind oder der Gelbschalenfang innerhalb von wenigen Tagen stark ansteigt. Bei Mais liegt die kritische Schwelle oft bei einem spürbaren Zuflug während des Auflaufens, da spätere Stadien ab BBCH 16 deutlich toleranter gegenüber dem Schaderreger sind.

Symptome

Das klassische Symptom eines Befalls im frühen Stadium ist das Vergilben und anschließende Vertrocknen des jüngsten, inneren Herzblattes, während die äußeren Blätter zunächst noch grün bleiben. Dieses Herzblatt lässt sich leicht und widerstandslos aus der Blattscheide herausziehen; an seinem unteren Ende sind bei genauerem Hinsehen oft die kleine, weißlich-gelbe Larve oder Fraßspuren zu erkennen. Bei Mais führt der Befall im 2- bis 4-Blatt-Stadium zu deformierten, gedrehten oder peitschenartig verwachsenen Blättern, die oft quer verlaufende Lochreihen aufweisen, welche durch den Fraß der Larve im noch eingerollten Blatt entstehen.

Integriertes Management

Die Bekämpfung der Fritfliege erfordert eine integrierte Strategie, bei der pflanzenbauliche Maßnahmen im Vordergrund stehen. Eine frühe Aussaat von Sommergetreide und eine zügige Jugendentwicklung (z. B. durch eine gezielte Unterfußdüngung bei Mais) helfen den Kulturen, das empfindliche BBCH-Stadium 10–14 schnell zu entwachsen. Eine sorgfältige Stoppelbearbeitung und das Umbrechen von Ausfallgetreide und Gräsern nehmen der dritten Generation die Eiablageplätze und unterbrechen den Lebenszyklus. Chemische Pflanzenschutzmittel (Insektizide, meist Pyrethroide der IRAC-Klasse 3A) sollten nur bei Überschreiten der Schadensschwellen und streng nach dem Warndienstaufruf eingesetzt werden, wobei die Applikation genau zum Zeitpunkt des Hauptschlüpfen der Larven erfolgen muss, bevor diese sich in den Stängel einbohren. Achte bei der Anwendung auf ein konsequentes Resistenzmanagement, indem du Wirkstoffklassen rotierst.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kann ich im Feld feststellen, ob der Schaden von der Fritfliege oder einer anderen Fliegenart stammt?

Ein sicheres Indiz ist das leichte Herausziehen des vergilbten Herzblattes. Findest du an der Basis eine winzige, ca. 3–4 mm lange, beinlose, gelblich-weiße Larve ohne deutliche Kopfkapsel, handelt es sich meist um die Fritfliege. Andere Schädlinge wie die Brachfliege treten meist früher im Jahr auf und bevorzugen andere BBCH-Stadien oder zeigen ein anderes Schadbild ohne die typischen Lochreihen bei Mais.

Warum ist die Bekämpfung der Fritfliege mit Pflanzenschutzmitteln so schwierig zu terminieren?

Sobald sich die Larve in den Stängel oder das Herzblatt der Kultur eingebohrt hat, ist sie vor Kontaktinsektiziden geschützt. Du musst die Behandlung daher genau im kurzen Zeitfenster zwischen dem Eischlupf und dem Einbohren der Larve durchführen. Nutze Gelbschalen und die Warndienstmeldungen deiner Region, um diesen optimalen Zeitpunkt nicht zu verpassen.

Welche Rolle spielt die Vorfrucht beim Risiko eines Fritfliegenbefalls im Wintergetreide?

Das Risiko ist besonders hoch, wenn Wintergetreide nach mehrjährigem Gras, Gründüngung oder stark verunkrauteten Flächen gesät wird. Die Fritfliegen der dritten Generation legen ihre Eier in diese Gräser. Pflügst du diese Flächen erst kurz vor der Saat um, wandern die Larven direkt auf die neu auflaufende Kultur über. Ein rechtzeitiges, tiefes Unterpflügen mindestens zwei bis drei Wochen vor der Saat reduziert dieses Risiko deutlich.

Wie finde ich im Agronomie-Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen die Fritfliege?

Nutze die Such- und Filterfunktion in unserem Hub, indem du nach dem Schaderreger "Fritfliege" oder dem EPPO-Code "OSCIFR" filterst. Du kannst die Ergebnisse zusätzlich nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Mais oder Hafer) und dem jeweiligen BBCH-Stadium filtern, um nur die aktuell in deinem Land zugelassenen Anwendungen mit den korrekten Aufwandmengen und Wartezeiten angezeigt zu bekommen.

Kann eine Erhöhung der Aussaatstärke den Schaden durch die Fritfliege kompensieren?

Bei Sommerhafer oder Sommergerste kann eine leichte Erhöhung der Aussaatstärke um 10–15 % helfen, den Verlust von Haupttrieben durch eine höhere Bestandesdichte auszugleichen. Bei Mais funktioniert diese Strategie jedoch nicht, da betroffene Einzelpflanzen oft komplett ausfallen oder verkümmern und die Nachbarpflanzen den Platz nicht produktiv kompensieren können; hier musst du dich ganz auf die schnelle Jugendentwicklung verlassen.

Gibt es biologische Gegenspieler der Fritfliege, die ich im integrierten Pflanzenschutz fördern kann?

Ja, Schlupfwespen (insbesondere aus den Familien Braconidae und Chalcididae) sowie räuberische Laufkäfer und Kurzflügelkäfer sind wichtige natürliche Feinde, die Eier und Larven der Fritfliege dezimieren. Durch das Anlegen von Blühstreifen, den Verzicht auf breit wirksame Insektizide ohne Indikation und eine schonende Bodenbearbeitung förderst du diese Nützlinge aktiv in deiner Agrarlandschaft.