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Kultur

Klatsch-Mohn

Papaver rhoeas
PAPRH

Der Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas, EPPO-Code: PAPRH) ist ein einjähriges, herbst- oder frühjahrskeimendes Unkraut, das vor allem in Wintergetreide und Winterraps von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung ist. Als typischer Begleiter des intensiven Ackerbaus profitiert dieser Schaderreger von engen Getreidefruchtfolgen und reduzierter Bodenbearbeitung. Durch seine enorme Samenproduktion und die Fähigkeit, dichte Bestände zu bilden, konkurriert er stark mit der Kultur um Licht, Wasser und Nährstoffe, was zu spürbaren Ertragseinbußen führen kann.

Darüber hinaus erschwert eine starke Verunkrautung den Drusch und erhöht die Feuchtigkeit des Ernteguts. Da sich in den letzten Jahrzehnten vermehrt herbizidresistente Biotypen gegenüber ALS-Hemmern und synthetischen Auxinen in Europa ausgebreitet haben, stellt der Klatsch-Mohn den modernen Pflanzenbau vor wachsende Herausforderungen. Eine vorausschauende Regulierung ist daher für den wirtschaftlichen Erfolg im Ackerbau unerlässlich.

Typ
Kultur
EPPO-Code
PAPRH
Wirte
7 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr (Keimung im Herbst oder Frühjahr)
Verbreitung
Der Klatsch-Mohn ist in ganz Europa, Nordafrika und Teilen Asiens weit verbreitet und tritt insbesondere auf kalk- und nährstoffreichen Lehmböden im intensiven Wintergetreide- und Rapsanbau als ertragsminderndes Unkraut auf.

Biologie / Lebenszyklus

Der Klatsch-Mohn keimt bevorzugt im Herbst aus den obersten Bodenschichten (0–5 cm), kann jedoch bei günstigen Bedingungen auch im zeitigen Frühjahr auflaufen. Nach der Keimung bildet die Pflanze zunächst eine flach am Boden anliegende Rosette aus, die im Winterstadium frosthart ist und im Frühjahr rasch in die Schossphase übergeht. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli, wobei jede der charakteristischen roten Blüten nur kurze Zeit geöffnet ist, aber eine enorme Anzahl an Samen in den typischen Porenkapseln produziert. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 20.000 Samen bilden, die im Boden eine extrem lange Keimfähigkeit von oft mehr als zehn Jahren aufweisen und durch Bodenbearbeitung immer wieder in keimfähige Schichten transportiert werden.

Bonitur

Die gezielte Feldkontrolle beginnt bereits im Herbst kurz nach dem Auflaufen der Kultur (BBCH 10–13), um den Besatz im Keimblatt- bis frühen Rosettenstadium zu erfassen. Eine zweite kritische Bonitur erfolgt im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (BBCH 21–29 des Getreides). Als wirtschaftliche Schadensschwelle im Wintergetreide gilt ein Richtwert von etwa 1 bis 5 Mohnpflanzen pro Quadratmeter, je nach Ertragserwartung und Konkurrenzkraft des Bestandes. Da ältere, gut etablierte Rosetten im Frühjahr deutlich schwerer zu bekämpfen sind, ist die rechtzeitige Erfassung im herbstlichen Keimblattstadium entscheidend für den Bekämpfungserfolg.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches Management von *Papaver rhoeas* basiert auf einer integrierten Strategie, die mechanische, pflanzenbauliche und chemische Maßnahmen kombiniert. Pflanzenbaulich helfen eine weite Fruchtfolge mit einem höheren Anteil an Sommerungen, der Anbau konkurrenzstarker Kulturen sowie eine gezielte Pflugfurche, um die langlebigen Samen tief im Boden zu vergraben. Mechanisch lässt sich der Schaderreger im frühen Rosettenstadium sehr gut durch Striegeln oder Hacken regulieren. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement nach den HRAC-Richtlinien zwingend erforderlich, um Resistenzbildungen vorzubeugen. Dies bedeutet, dass Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (z. B. Kombinationen oder Wechsel von ALS-Hemmern (HRAC 2/B) mit synthetischen Auxinen (HRAC 4/O) oder Bodenherbiziden im Herbst) gezielt kombiniert werden müssen, anstatt sich einseitig auf eine Wirkstoffklasse zu verlassen.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Warum ist die Bekämpfung von Klatsch-Mohn im Herbst meist erfolgreicher als im Frühjahr?

Im Herbst befindet sich der Klatsch-Mohn meist noch im empfindlichen Keim- oder frühen Rosettenstadium. In dieser Phase reagiert er hochsensibel auf mechanische Maßnahmen wie Striegeln sowie auf geringere Aufwandmengen von Bodenherbiziden. Bis zum Frühjahr entwickeln die Pflanzen eine ausgeprägte Pfahlwurzel und eine dicke Wachsschicht, was die chemische Wirkung erheblich erschwert.

Wie gehst du vor, wenn du auf deinen Flächen den Verdacht auf eine Herbizidresistenz hast?

Wenn trotz optimaler Anwendungsbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, BBCH-Stadium) eine unzureichende Wirkung von ALS-Hemmern (z. B. Sulfonylharnstoffen) feststellbar ist, solltest du sofort auf Wirkstoffe mit alternativem HRAC-Mechanismus ausweichen. Vermeide Folgespritzungen mit derselben Wirkstoffklasse und nutze im Folgejahr gezielt mechanische Verfahren oder Bodenherbizide im Vorauflauf. Ein Resistenztest durch ein Fachlabor liefert dir schnelle Gewissheit.

Welche Rolle spielt die Bodenbearbeitung bei der langfristigen Regulierung des Samenpotenzials?

Da Mohnsamen Lichtkeimer sind und sehr flach keimen, fördert eine flache Stoppelbearbeitung das Auflaufen direkt nach der Ernte. Ein tiefer Pflugeinsatz vergräbt die Samen zwar in tiefere Schichten, wo sie jahrelang überdauern; holst du sie bei der nächsten tiefen Bearbeitung wieder nach oben, keimen sie erneut. Ein reduziertes, flaches Bearbeitungssystem in Kombination mit einer konkurrenzstarken Zwischenfrucht ist oft nachhaltiger.

Wie findest du im Pflanzenschutz-Hub die passenden zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen Klatsch-Mohn?

Nutze die Filterfunktion in unserem Hub und wähle deine Kultur (z. B. Winterweizen) sowie den Schaderreger "Klatsch-Mohn" (PAPRH) aus. Achte bei der Auswahl der angezeigten Pflanzenschutzmittel besonders auf die angegebenen HRAC-Klassifizierungen, um Wirkstoffgruppen in deiner Spritzfolge konsequent abzuwechseln und Resistenzen aktiv vorzubeugen.

Kann Klatsch-Mohn auch als Zeigerpflanze für bestimmte Bodenbedingungen genutzt werden?

Ja, ein starkes Auftreten von Klatsch-Mohn deutet meist auf gut mit Stickstoff und Calcium versorgte, eher schwere Lehm- und Tonböden hin. Wenn du auf deinen Schlägen einen massiven Mohnbesatz feststellst, ist dies oft ein Indikator für einen optimalen bis hohen pH-Wert und eine gute Nährstoffnachlieferung, was du bei deiner Düngeplanung berücksichtigen kannst.